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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Schule von Fontainebleau , französisch, École de * Fontainebleau, von der künstlerischen Ausstattung des Schlosses von Fontainebleau (Baubeginn 1528) abgeleitete innenarchitektonische Mischform, bestehend aus Stilelementen des italienischen Manierismus (Raffael-Stil), der französischen Gotik und dem persönlichen Stilempfinden des Königs Franz I. von Frankreich (1494-1547, König von 1515).

Die Schule von Fontainebleau wird deshalb auch mit dem * François-premier in Verbindung gebracht. Geprägt wurde die Schule von Fontainebleau vor allem von zwei im Auftrag des Königs in Fontainebleau wirkenden italienischen Malern und Dekorkünstlern: Giovanni Battista di Iacopo, genannt il Rosso Fiorentino (1494-1540), der seit 1530 in Fontainebleau tätig war und als einer der Begründer des * Manierismus angesehen wird und Francesco Primaticcio (1504-1570).

Letzterer arbeitete auch als Stukkateur und Architekt. Er war erster Hofmaler und hatte seit 1559 die Oberaufsicht über die königlichen Bauten. Ihm zur Seite stand der 1512 in Modena geborene Maler Niccolo dell Abate (Abbate), der 1571 in Fontainebleau starb. Zusätzlich war noch eine große Anzahl weniger bekannter Künstler mit der Ausstattung des prunkvollen Schlosses beschäftigt. Wie es heißt, soll in Fontainebleau erstmals das Ziermotiv des * Rollwerks verwendet worden sein. Die Schule von Fontainebleau währte von ca. 1530-1550. Die so genannte "Zweite Schule von Fontainebleau" wurde nach den Religionskriegen durch König Heinrich IV. von Frankreich (1589-1610) gefördert. Diese von ca. 1590-1610 nachweisbare Richtung weist vor allem französisch-flämische Stilakzente auf. Bekannte Vertreter waren u. a. Toussaint Dubreuil und Ambroise Dubois.

Fontainebleau e la maniera italiana, Kat., Neapel 1952; H. ZERNER, Die S. Das graphische Werk, München, Wien 1961; École de Fontainebleau, Kat., Paris 1972; J. J. LÉVÊQUE, L'École de Fontainebleau, Neuchâtel 1984.


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