Schule von St. Albans , Bezeichnung für einen Stil der Buchmalerei, der in der Benediktinerabtei St. Albans entwickelt wurde und der vor allem im 12. und 13. Jh. Vorbildcharakter für in England tätige * Illuminatoren hatte.
Einer der bekanntesten Illuminatoren von St. Albans war der Alexis-Meister, dessen Hauptwerk, ein in der Zeit von 1119-23 geschaffener * Psalter, sich heute in St. Godehard in Hildesheim befindet (ein Blatt davon im Schnütgenmuseum in Köln). Charakteristisch für den Psalter sind die als * Gouachen ausgeführten Illuminationen mit Darstellungen aus dem NT. Die Figuren wirken sehr langgestreckt, ihre Köpfe sind meist im Profil dargestellt und sehr ausdrucksstark. Bemerkenswert ist die Lebendigkeit der als Miniaturen dargestellten Szenen.
Weitere beispielgebende Werke der Schule von St. Albans stammen von dem so genannten Simon-Meister, benannt nach Abt Simon (1167-83). Neben den Buchmalereien waren auch die kolorierten Federzeichnungen des Stiftshistoriographen Matthew Paris (ca. 1200-59) prägend für den Stil der Schule von St. Albans. Bisweilen findet auch die * Eadmundi-Miraculi-Gruppe unter dem Überbegriff Schule von St. Albans Erwähnung.
C. JENKINS, The monastic chronicler and the early school of St. Albans, London 1922; J. B. MITCHELL, The Matthew Paris Maps, in: The Geographical Journal 81, 1933; O. PÄCHT, The St. Albans Psalter, London 1960; B. VAUGHAM, Matthew Paris, Cambridge 1979; N. MORGAN, Engl. Buchmalerei der Gotik (1200-1500), München 1980; S. LEWIS, The Art of Matthew Paris in the Chronica Majora, Berkeley, Los Angeles 1987.
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