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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Schutzmantelmadonna , Marien-Bildtypus, der seit dem 13. Jh. vor allem von den Zisterziensern und Dominikanern favorisiert wurde.

Schutzmantelmadonnen können gemalt oder plastisch (* Hochrelief, * Rundplastik) ausgeführt sein. Eine Sonderform der Schutzmantelmadonna ist die Schreinmadonna (* Schreinfigur). Der von der Schutzmantelmadonna getragene weite Mantel wird von der Gottesmutter selbst oder von Engeln ausgebreitet, d. h. rechts und links vom Körper weggehalten. Wenn Maria die Mantelseiten selbst hält, fehlt das Jesuskind für gewöhnlich. Unter dem Mantel stehen links und rechts kleine Personen in demutsvoller Haltung, als Repräsentanten der verschiedenen Stände.

Besonderer Beliebtheit erfreuten sich Schutzmantelmadonnen im 14./15. Jh. Gemalte Darstellungen, bei denen die Madonna vom Himmel fallende Pfeile mit ihrem Mantel von den Gläubigen abhält, werden Pestbilder oder * Pestblätter genannt. Die Pfeile symbolisieren die als Strafe Gottes angesehene * Pest. Schon in der römischen Literatur wird vom so genannten Mantelschutz berichtet (lateinisch velamentum), der Verfolgten gewährt wurde. Abgeleitet davon, entstand die Darstellung der Schutzmantelmadonna. In alten Schriften wird das Motiv der Schutzmantelmadonna mit dem lateinischen Terminus auch als * Mater omnium, "Mutter aller", bezeichnet. Der russische Bildtypus, bei dem die Gottesmutter ihr Manteltuch (Schleiertuch) vom Kopf nimmt und über den Gläubigen ausbreitet, heißt * Pokrov.

V. SUSSMANN, Maria mit dem Schutzmantel, in: Marburger Jahrb. 5, 1929, S. 285-351; V. SUSSMANN, Vorläufer u. Varianten des mittelalterl. Schutzmantelbildes, in: Beitr. zu einer FS f. R. Hamann zum 75. Geburtstag, Marburg 1954; Ch. BELTING-IHM, Sub matris tutela. Untersuchungen zur Vorgesch. der S., Heidelberg 1976; A. MOHR, S. in Oberösterr., Steyr 1987.


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