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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Seide , von mittellateinisch seta, Kurzform von seta Serica, "serisches (chinesisches) Tierhaar",

Bezeichnung für das edelste textile Gewebe, bestehend aus den Gespinstfäden der Raupe des Maulbeerspinners. Von dem beim Verpuppen der Seidenspinnerraupe gesponnenen, aus Proteinen bestehenden Faden können zirka 900 m verwendet werden. (Insgesamt produziert ein Tier für den etwa taubeneigroßen Kokon 3000 bis 4000 m Faden.) Neben dem Maulbeerseidenspinner finden auch die Kokonfäden anderer Seidenspinner zur Gewebeherstellung Verwendung. Weniger verbreitet ist die von einigen Steckmuschelarten produzierte "Muschelseide" sowie die aus den weichen Samenhaaren der Seidenpflanze gebildete so genannte "Vegetabile Seide".

Die ersten Seidenwebereien sollen in China schon um 1.000 v. Chr. entstanden sein. Nachweislich von China nach Europa exportiert wurde Seide in der Han-Dynastie (206 v. Chr.- 220 n. Chr.) Im römischen Reich war der Seidenhandel Staatsmonopol. Der Transport erfolgte für gewöhnlich über die so genannte Seidenstraße, von China über Indien und Persien, oder auf dem Seeweg. Im 6. Jh. n. Chr. soll es erstmals gelungen sein, Eier der Seidenraupe von China nach Byzanz zu bringen, wo damit die erste Seidenraupenzucht außerhalb Chinas aufgebaut wurde. Neben der Verwendung für Kleidung und Möbelbezüge diente Seide auch als Bildträger.

O. v. FALKE, Kunstgeschichte der Seidenweberei, 2 Bde., Berlin 1921; A. C. WEIBEL, Two Thousand Years of Silk Weaving, New York 1944; F. O. HOWITT, Bibliography of the Technical Literature on Silk, London 1947; Th. REGAU, Chin. S., 2. Aufl. Tübingen 1952; W. W. LINDE, P. A. OSSIPOW, Die S., dt. Übersetzung, Leipzig 1954; H. J. SCHMIDT, Alte S.stoffe, Braunschweig 1958; B. MARKOWSKY, Europ. Seidengewebe des 13. bis 18. Jh., Kat., Köln 1976; B. E. MESSERLI (Hg.), S.: zur Gesch. eines edlen Gewebes, Zürich 1985; I. TIMMERMANN, Die S. Chinas: eine Kulturgesch. am seidenen Faden, München 1988.


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