Sekretär (französisch Secrétaire), von lateinisch secretus, "geheim",
Bezeichnung für einen schmalen verschließbaren Schreibschrank. Der Name bezieht sich auf die Geheimfächer, die ursprünglich oft in einem Sekretär eingebaut waren. Entwickelt hat sich der Sekretär aus dem * Kabinett mit herunterklappbarer Vorderfront. Der Sekretär steht gewöhnlich an einer Wand und hat meist einen tisch- oder kommodenförmigen Unterbau sowie einen oft mit einem Giebel versehenen Aufsatzkasten. Ist der Unterbau kommodenartig, so hat er im allgemeinen ein über die ganze Breite reichendes versperrbares Fach, dessen Deckel herausgeklappt als Schreibfläche dient. Im hinteren Teil des Faches befinden sich für gewöhnlich einige auch bei geöffnetem Pult unzugängliche Laden. Durch eine verschiebbare oder durch Federdruck einrastende Verblendung bleiben sie für Uneingeweihte unbemerkt. Oft weist auch der Aufsatz, durch Verzierungen verdeckt, geheime Stauräume auf. Schreibschränke mit besonders raffinierten Geheimfächern stammen z. B. von dem Kunsttischler D. * Roentgen. Pultförmige, frei im Raum stehende Sekretäre wurden in Frankreich und England früher als Secrétaire en pente oder Bureau en pente bezeichnet.
H. SCHMITZ, Ein Berliner S. der Biedermeierzeit, in: Berliner Museumsber. aus den Preuß. Kunstslg. 46, 1925; G. SMOLA, Prunks. aus dem Zisterzienserstift Rein in d. Steiermark, in: Kunst im Handwerk Österreichs, Notring-Jahrb. 1964.
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