Selbstbildnis , Selbstporträt. Graphische, gemalte, plastische oder mit Fernauslöser fotografierte Selbstporträts haben großen Aussagewert über die individuelle Selbsteinschätzung und Persönlichkeit des Dargestellten.
Selbstbildnisse waren schon in der klassischen Antike bekannt. So soll sich Phidias am Schild seiner * chryselephantin gestalteten * Athena Parthenos selbst dargestellt haben, was als Gotteslästerung empfunden wurde (* Phidias). Die frühesten erhaltenen Selbstbildnisse stammen aus dem Mittelalter. Obwohl sie bisweilen mit dem Namen des Künstlers versehen sind, haben sie wenig Aussagewert, da sich kaum individuelle Einzelheiten feststellen lassen. Porträthafte Darstellungen sind erst seit der zweiten Hälfte 15. Jh. zu finden, wo besonders italienische Maler * Assistenzfiguren ihre persönlichen Züge verliehen. Das von Albrecht * Dürer (1471-1528) im Alter von dreizehn Jahren mit * Silberstift hergestellte Selbstbildnis gilt als das erste gesicherte Selbstporträt eines europäischen Künstlers. Besonders viele Selbstdarstellungen stammen von Rembrandt (1606-1669). Von den über 650 von ihm gemalten Gemälden entfallen fast zehn Prozent auf Selbstbildnisse, beginnend von seiner Jugendzeit bis ins hohe Alter.
S. u. Künstlerporträts von L. van Leyden bis A. R. Mengs, Kat. Braunschweig 1980; H.-J. RAUPP, Untersuchungen zu Künstlerbildnis u. Künsterdarstellung in den Niederlanden im 17. Jh., Wien, Zürich, New York 1984; P. BONAFOUX, Der Maler im S., Genf 1985; F. ERPEL, M. BECKMANN, Leben im Werk. Die S., Berlin 1985; C. GRIMM, Rembrandt selbst. Eine Neubewertung seiner Porträtkunst, Stuttgart, Zürich 1991; H. P. CHAPMAN, Rembrandts Self-Portraits, Princeton/N. J. 1992; J. L. KOERNER, The Moment of Self-Portraiture in German Renaissance Art, Chicago, London 1993.
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