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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Spiegel , von lateinisch speculum, "Spiegel",

1) glatte Fläche, die auftreffendes Licht ohne Streuung reflektiert und vor dem Spiegel befindliche Gegenstände spiegelbildlich wiedergibt. Die Verwendung von Spiegeln lässt sich in Ägypten bis ins 3. Jt. v. Chr. nachweisen. Frühe Exemplare sind meist aus Bronze gefertigt, oft mit einem hohen Gehalt an Zinn, oder aus Kupfer. Sie haben gewöhnlich die Form einer runden polierten Scheibe; der verzierte Handgriff ist entweder aus dem gleichen Material oder aus Holz bzw. Keramik, manchmal auch aus Elfenbein. Die Römer verwendeten schon kleine, mit Blei oder Zinn unterlegte Glasspiegel, die nach Plinius von den für ihre Glaskunst berühmten Phönikern stammten.

Seit dem 15. Jh. waren * konvex gewölbte Glasspiegel aus aufgeschnittenen mundgeblasenen Glasballons in Gebrauch, da die Herstellung größerer Glasflächen noch unbekannt war. Erst Anfang 16. Jh. entstanden in Venedig die ersten planen viereckigen Spiegel. Wegen ihrer Kleinheit wurden meist mehrere Stücke zu einer größeren Fläche zusammengesetzt. Die Qualität der Spiegelflächen war durch die aus einem * Amalgam aus Quecksilber und Zinn bestehenden Beschichtung bereits recht gut. Die ersten größeren planen Glasscheiben wurden im * Streckofen hergestellt. Spiegel von wirklich ausgezeichneter Qualität entstanden ab 1693 in der französischen Glashütte Saint-Gobain. Im dort entwickelten Verfahren wurde die Glasmasse in große Eisenformen gegossen, gewalzt und abschließend poliert und beschichtet. Die so erzeugten französischen Spiegel erfreuten sich im 18./19. Jh. großer Beliebtheit. Die in Repräsentationsräumen zwischen den Fenstern angebrachten hohen Spiegel heißen Pfeilerspiegel oder * Trumeau. Sind ganze Wandflächen mit Spiegel verkleidet, wie früher in Schlössern bisweilen üblich, dann spricht man von "Spiegelkabinetten".

2) Eintiefung bei Tellern und Schüsseln. Der umgebende erhöhte Rand heißt "Fahne".

3) Im Mittelalter Buchtitel für moralisch-religiöse, juristische und satirische Werke, meist in Prosa; bekannt sind z. B. Sachsen-, Schwaben-, Laien-, Fürstenspiegel.

4) Andersfarbiger Besatz am Uniformkragen.

5) Seidener Kragenaufschlag bei Herrenjacketts (Smoking).

Lit. zu 1) A. SCHARFF, Ägypt. Handspiegel, in: Amtl. Berichte der Berliner Mus. 42, 1921; G. F. HARTLAUB, Zauber des S., München 1951; H. SCHWARZ, The Mirror in Art, in: Art Quarterly 15, 1952; H. COMSTOCK, The Looking Glass in America, New York 1968; G. ZAHLHAAS, Röm. Reliefspiegel, Kallmünz 1975; S. ROCHE, G. COURAGE, P. DEVINOY, S., S.galerien, S.kabinette, Hand- u. Wandspiegel, Tübingen 1985.


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