Stücksuche:
Bitte mind. 2 Zeichen eingeben. Weitere Suchmöglichkeiten »

Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Nutzen Sie die Funktion der VOLLTEXTSUCHE, indem Sie Worte oder Wortteile in das Suchfeld eingeben. Das Kunstlexikon beschreibt ca. 10.000 Begriffe, hat 5,5 Mio Zeichen ( Druckausgabe: 1663 Seiten). Die Begriffe verweisen insgesamt auf ca. 35.000 Quellen.  
 Volltextsuche: nur in der Begriffsliste suchen

Steinglas , Achatglas, Hyalithglas, Lithyalinglas, Siegellackrotes Glas, Bezeichnung für in der 1. Hälfte 19. Jh. in böhmischen Hütten (* Böhmische Gläser) entwickelte opake Glassorte in unterschiedlichen Farben, teils mit prägnanter Äderung und Marmorierung, zur Imitation von Gefäßen aus * Schmucksteinen.

Am bekanntesten sind die Steinglasarten Lithyalin und Hyalith. Die schönsten Lithyalingläser kamen aus der Glasraffinerie Friedrich Egermanns (1777-1864) in Blottendorf bei Haida in Nordböhmen. Bei der Herstellung wurden der Glasmasse Pflanzenaschen und Metalloxide beigefügt. Durch Abätzen der Schmelzfläche kamen sehr feine Marmorierungen zum Vorschein, die mit Korkscheiben poliert wurden. Egermann bezog auch Rohgläser aus * rotwelschem Glas aus der Harrachschen Hütte in Neuwelt im Riesengebirge, das er dann mittels seines entwickelten Verfahrens durch Einbrennen von Silbergelbeize im * Muffelofen zu Lithyalin veredelte (1824 erwarb er das Patent auf die Erzeugung des von ihm Lithyalin genannten Steinglas).

Eine Variante des rotwelschen Glases ist das rote * Hyalithglas aus den gräflichen Buquoyschen Hütten in Südböhmen, wo man seit etwa 1817 auch schwarzes Hyalithglas erzeugte. Rote und schwarze Hyalithgläser sind wegen der außerordentlichen Härte und Sprödigkeit dieser Glassorten selten geschliffen. Die meisten zeigen gemalten Dekor aus mattem und poliertem Gold auf glatter Wandung, wobei * Chinoiserien und florale Motive am häufigsten vorkommen. Eine weitere Steinglassorte der gräflichen Buquoyschen Hütten sind die aus gefärbtem, opalisierendem * Milchglas bestehenden Agatin-Opalgläser mit reichem Ornamentschliff und üppiger Vergoldung.

Schwarze Hyalithgläser kamen auch aus der Harrachschen Hütte und aus den Hütten des Glasmeisters Joseph Zich in Joachimsthal und Schwarzau in Niederösterreich, wo sie wegen des besonderen Herstellungsverfahrens schwarze "Metallgläser" hießen. In Joachimsthal und Schwarzau wurden in den 1830er Jahren auch marmorierte Steingläser erzeugt.

G. E. PAZAUREK, Gläser der Empire- und Biedermeierzeit, Leipzig 1923; G. E. PAZAUREK, E. v. PHILIPPOVICH, Gläser der Empire- u. Biedermeierzeit, Braunschweig 1976; M. Gräfin v. BUQUOY, Die Glaserzeugung auf d. gräfl. Buquoyschen Herrschaft Gratzen in Südböhmen, München 1980; W. SPIEGL, Das Geheimnis des Lithyalinglases, in: Weltkunst, H. 12/13, 1981; A. BUSSON, Biedermeier-S. (1817-1842), Wien 1991.


<< Steineinlegearbeit Steinguss >>


Vertiefen Sie Ihr Wissen über Kunst!
Testen Sie unseren Gratisservice Kunstbegriff des Tages. Auf Wunsch erhalten Sie täglich oder wöchentlich per E-Mail einen Begriff aus dem Kunstlexikon geschickt.
Mehr Informationen »

Das Kunstlexikon für das iPhone!
Sie können das Kunstlexikon auch in einer für das iPhone optimierten Version ansehen. Klicken Sie einfach auf den nachfolgenden Link.
Jetzt öffnen »

Schmuckwissen>>


Aktuelle Objekte:

DIAZ DE LA P... >

Orange kurz >



Aktuelle Objekte:

Ring für ein... >

Markus Krott... >