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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Bajonett , franz., nach der Stadt Bayonne benanntes Seitengewehr, der am Gewehrlauf angebrachten Stahlklinge.

Die ersten Bajonette sollen im 16. Jh. bei der Jagd verwendet worden sein. Bevor sich der Jäger mit der abgefeuerten, damals nur einschüssigen * Büchse dem erlegten Großwild näherte, steckte er den runden, leicht konischen  Griff eines Messers mit langer Klinge in die Lauföffnung (Spund) seines Gewehrs. Das Gewehr mit einem solchen "Spundbajonett" diente dann als Ersatz für einen * Sau- oder * Bärenspieß. Bei der Jagd verwendete Bajonette sind wegen der meist schön gravierten Klingen gesuchte Sammlerstücke. Seit dem 17. Jh. waren Bajonette auch beim Militär gebräuchlich, und im 18. Jh. gehörten sie zur allgemeinen Ausrüstung des Soldaten. Zu dieser Zeit waren sie aber nicht mehr als "Spundbajonette ausgeführt, sondern man schob sie mittels einer * Tülle über den Laufansatz, was schließlich zur Erfindung des Dreh- oder Bajonettverschlusses führte. Bei dieser Befestigungsart bleibt die Laufmündung frei, was ein Schießen trotz des aufgepflanzten Bajonetts erlaubt. Daneben gab es nach dem Spundbajonett auch noch das so genannte Klappbajonett, das drehbar am Lauf befestigt war und bei Bedarf hochgeklappt und fixiert werden konnte. (Bei Revolvern und Pistolen gab es ähnliche Ausführungen, mit einem aufklappbar angebrachten Messer.)


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