Stücksuche:
Bitte mind. 2 Zeichen eingeben. Weitere Suchmöglichkeiten »

Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Nutzen Sie die Funktion der VOLLTEXTSUCHE, indem Sie Worte oder Wortteile in das Suchfeld eingeben. Das Kunstlexikon beschreibt ca. 10.000 Begriffe, hat 5,5 Mio Zeichen ( Druckausgabe: 1663 Seiten). Die Begriffe verweisen insgesamt auf ca. 35.000 Quellen.  
 Volltextsuche: nur in der Begriffsliste suchen

Stijl, De , niederländisch, "Stil", "Formgebung",

Name einer Künstlervereinigung, die 1917 von den Malern Piet Mondrian, Theo van Doesburg, Bart van der Leck und Vilmos Huszar, dem Bildhauer Georges Vantongerloo, dem Dichter Willem Kok, dem Architekten Jacobus Oud u. a. im neutralen Holland in Leiden gegründet wurde.

Der Titel "De Stijl" des auf Drängen Mondrians von Doesburg 1917 in Leiden gegründeten Kunstjournals wurde von der Künstlergruppe übernommen. Man gab ihm den Vorzug gegenüber dem von Mondrian vorgeschlagenen Namen * Neoplastizismus. Die Kunstzeitschrift "De Stijl" erschien mit Unterbrechungen monatlich bis 1928. Nach dem Tod ihres Mannes (1931) gab Frau Doesburg zu Ehren des Verstorbenen noch eine Sonderausgabe des Journals heraus. Bis 1922 verließen acht der anfänglich zehn Mitglieder die Gruppe Stijl, dafür kamen neue hinzu, u. a. die Architekten Gerrit Th. Rietveld (1918) und Cornelis van Eesteren (1922).

Die Art der künstlerischen Arbeiten der abstrakten, mit "reinen Farben" ausgeführten Gestaltungen mit streng geometrischen, zumeist rechtwinkeligen Formen wurde von Piet Mondrian als Neoplastizismus bezeichnet. Diese bis 1931 existente Stilrichtung wirkte entscheidend auf die europäische Kunst nach dem 1. Weltkrieg ein und war selber beeinflusst vom * Kubismus und der Publikation Kandinskys "Über das Geistige in der Kunst", die wesentlich zum Übergang zur reinen Abstraktion beitrugen.

Die Mitglieder des Stijl lehnten jede naturalistische Wiedergabe ab und gestalteten in reduzierten Formen, zunächst unter Betonung der senkrechten und waagrechten Grundelemente. Als Farben wurden die Grundfarben Rot, Blau und Gelb sowie Schwarz und Weiß bevorzugt. Die dann aufgetretenen gegensätzlichen Strömungen innerhalb der Stijl-Bewegung wurden durch Mondrian und Doesburg repräsentiert. Inspiriert durch El Lissitzky, interessierte sich Doesburg für Raum/Zeit und wandte sich der dynamischen Diagonale in der Malerei zu; Mondrian dagegen trat weiterhin für das nur aus Horizontalen und Vertikalen sowie aus den Grundfarben Rot, Gelb, Blau und den Nichtfarben Schwarz und Weiß bestehende Ordnungssystem ein.

Während Doesburg einen nachvollziehbaren * Konstruktivismus vertrat, waren die Aussagen Mondrians oft mystizistisch und für die Mehrzahl der Künstler nur schwer durchschaubar. Mondrian störte am Kubismus, dass dieser im Grunde dem Gegenständlichen verbunden blieb, und formulierte seine Kritik wie folgt: "Das widersprach meiner Auffassung vom Abstrakten, wonach gerade dieser Raum zerstört werden muss. Folglich kam ich dahin, das Volumen zu zerstören. Ich tat das mit Linien, die die Fläche zerschneiden. Aber noch blieb die Fläche zu sehr intakt. So ging ich dazu über, nur Linien zu bilden, in die ich dann die Farbe gab. Nun ist das einzige Problem, auch diese Linien durch gegenseitigen Kontrast zu zerstören."

1926 stellte Mondrian die fünf Gesetze der neuen Gestaltung auf (* Neoplastizismus), denen Doesburg 1926/27 im "Manifest des Elementarismus" mit den Worten entgegentrat: "Der Elementarismus ist teils als Reaktion auf eine allzu dogmatische und oft kurzsichtige Anwendung des Neoplastizismus geboren, teils als dessen Konsequenz und endlich vor allem als eine strenge Überprüfung der neoplastizistischen Ideen." Bedingt durch die unterschiedlichen Meinungen, schied Mondrian 1925 aus der Stijl-Bewegung aus. Die Architektur dieser Zeit ist funktionsbetont (* Funktionalismus) und von kubischen Elementen geprägt.

De S., The museum of Modern Art Bulletin, New York 1952; H. L. C. JAFFÉ, De S. 1917-1931. Der niederl. Beitrag zur modernen Kunst, Amsterdam 1956, Frankfurt/M. 1965; H. L. C. JAFFÉ, Mondrian und De S., Köln 1967; De S. Cercle et Carré, Kat., Köln 1974; M. FRIEDMAN (Hg.), De S. 1917-1931. Visions of Utopia, Ausst. Kat., Minneapolis 1982; S. LEMOINE, Mondrian and De S., New York 1987; C.-P. WARNCKE, Das Ideal als Kunst. De S. 1917-1931, Köln 1990; P. OVERY, De S., London 1991.


<< Stigma Stil >>


Vertiefen Sie Ihr Wissen über Kunst!
Testen Sie unseren Gratisservice Kunstbegriff des Tages. Auf Wunsch erhalten Sie täglich oder wöchentlich per E-Mail einen Begriff aus dem Kunstlexikon geschickt.
Mehr Informationen »

Das Kunstlexikon für das iPhone!
Sie können das Kunstlexikon auch in einer für das iPhone optimierten Version ansehen. Klicken Sie einfach auf den nachfolgenden Link.
Jetzt öffnen »

Schmuckwissen>>


Aktuelle Objekte:

Ingo Nussbaumer >

Andruck Mori... >



Aktuelle Objekte:

Stephan Kaddick >

Die geistige... >