Baldachin , von Baldacco, einer alten italienischen Namensform für Bagdad.
1) Bezeichnung für einen textilen Prunkhimmel über Thronen, Altären und Betten (* Himmelbett). Für Baldachin wurden früher kostbare, oft aus Bagdad stammende Stoffe verwendet. Transportable Ausführungen solcher "Himmel" werden noch heute beim katholischen Fronleichnamsfest auf Stangen getragen und dienen als Würdezeichen und Wetterschutz für den Priester, der die Monstranz in Händen hält (* Traghimmel).
2) Aus Holz oder Stein bestehende kuppelähnliche Überdachungen bei Figuren, Thronen, Grabmälern und Altären. Der Baldachin gilt seit alters her als Symbol für Macht und Würde. Besonders oft zu finden sind Baldachin-Darstellungen bei byzantinischen Elfenbeinreliefs. Derartige architektonisch gestaltete Schutzdächer über Altären und (gotischen) Figuren hießen früher auch * Ziborien.
Z. MINTSCHEWA, Die Entstehung und die Entwicklung der B.formen in Frankreich bis zur Mitte des 13. H., Diss. Wien 1936; G. MEISSNER, Bedeutung und Genesis des architekton. B., in: Forschung und Fortschritte 33, 1959 (nach einer maschinschr. Dipl. Arb., Leipzig 1958).
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