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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Stillleben , von niederländändisch stilleven, englisch still-life, seit Mitte 18. Jh. Bezeichnung für die künstlerisch geordnete Darstellung "stillen Lebens" in der Malerei.

Der holländische Ausdruck "stilleven" findet sich in Inventaren seit ca. 1650. Das niederländische Wort leven bedeutet Modell, der Terminus Stillleben daher "stilles Modell". Die Bezeichnung Stillleben wurde durch das 1718/21 erschienene Werk "Groote schaubourgh der nederlandsche konstschilders en schilderessen" des holländischen Kunstsachverständigen Arnold Houbraken allgemein bekannt. Der französische Terminus "nature morte" (tote Natur) wurde im deutschen Sprachraum Mitte 18. Jh. gebräuchlich. Während Stillleben in China schon im 13. Jh. bekannt waren, entstand die Bildgattung des Stillleben in Europa erst im 16. Jh.

Als ältestes stilistisch reines westliches Stillleben gilt ein 1504 entstandenes * Tafelbild des Malers Jacopo de Barbari, mit der Darstellung eines Jagdstücks (Alte * Pinakothek, München). Bei anderen frühen Exemplaren handelt es sich entweder gleichfalls um die Darstellung einer Jagdbeute oder um * Blumenstücke. Bilder gelten auch dann als Stillleben, wenn im Zusammenhang mit einem * Jagdstück z. B. als Beifigur ein lebender Jagdhund wiedergegeben ist oder Fliegen bzw. Käfer im Zusammenhang mit einem Blumenstück zu sehen sind.

Bisweilen werden Bilder sogar trotz Darstellung eines Menschen (meist als Halbfigur) als Stillleben bezeichnet, wenn der Charakter des Stillleben gewahrt bleibt. Ab dem 17. Jh. kam die Bildgattung des Stilllebens allgemein in Mode. Beliebt waren u. a. Früchte-, Wild-, Fische-, Markt-, Küchen-, Frühstücks-, Waffen- und Musikinstrumente-Stillleben. Heute bewundern wir im allgemeinen nur die ästhetische Zusammenstellung und die naturalistische Art der Wiedergabe. Zur Zeit ihrer Entstehung waren solche Bilder aber häufig Träger verschlüsselter Botschaften. Weintrauben und Wein galten z. B. als Symbole für Christus.

Eine Frucht mit Faulstellen zählte dagegen zu den * Memento-mori-Motiven, ebenso wie eine stark herabgebrannte oder gelöschte Kerze. Getreideähren und Zapfen von Nadelbäumen wurden ihrer vielen Samen wegen als Fruchtbarkeitssymbol betrachtet usw. (* Symbol). Meister der Stillleben-Malerei waren vor allem die Niederländer. Wie angesehen die Bildart war, zeigt sich an Jan van Huysum (1682-1749), einem der letzten großen Stillleben-Maler, für dessen Blumen- und Früchtebilder zu dessen Lebenszeit im Durchschnitt 1000 * Gulden bezahlt wurden. Auch * Quodlibets und * Trompe-l'oeils sind oft als Stillleben ausgeführt. Zu den modernen Formen des Stilllebens zählen Werke der * Pittura metafisica und die * Papiers collés.

F. LEWIS, A Dictionary of Dutch and Flemish Flower and Still Life Painters, London 1973; R. BRINSLEY BURBRIDGE, A Dictonary of British Flower, Fruit and Still-Life Painters, 2 Bde., London 1973; M. FARÉ, Le grand siècle de la nature morte en France, Freiburg, Paris 1974; Die Sprache der Bilder, Kat. Braunschweig 1978; J. BERGSTRÖM, S. Die große Zeit des europ. S., Stuttgart, Zürich 1979; K. BETH, S. des 19. Jh. Studien zur franz. und dt. S.malerei, Diss. Tübingen 1976; S. in Europa, Kat. München, Baden-Baden 1979; A Flowery Past. A survey of Dutch and Flemish flower paintings from 1600 until the present, Kat. Amsterdam 1982; Das S. und sein Gegenstand, Kat. Dresden 1983; K. WETTENGEL, Die Mahlzeitenstilleben von G. Flegel, Diss. Osnabrück 1983; W. B. JORDAN, Spanish Still Life in the Golden Age 1600-1650, Kimbell Art Museum, Fort Worth, Toledo Mus. of Art, Toledo/Ohio 1985; Natura morta italiana. Ital. S.malerei aus 3 Jh., Kat., Florenz, Berlin 1985; U. OSTERMAIER, Das S. in der Dresdner Malerei, Diss. Dresden 1987; C. GRIMM, S. Die niederl. und dt. Meister, Stuttgart, Zürich 1988; N. SCHNEIDER, S. Realität u. Symbolik der Dinge, Köln 1989; H. BROCKER, Zur Bildkonzeption der S. J.-B. S. Chardins. Ein Beitr. zur Gesch. der Gattung, Münster, Hamburg 1992.


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