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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Stollenschrank , vor allem in der Gotik und der Renaissance in Frankreich, den Niederlanden und im Nordwesten und Westen Deutschlands gebräuchlicher Schrank.

Es handelt sich um ein schweres kastenförmiges Möbel mit meist nur einer Tür, das als Vorläufer der Anrichte gilt und gewöhnlich zum Aufbewahren des Tafelgeschirrs verwendet wurde. Chrakteristisch für den Stollenschrank sind die als Unterbau dienenden hohen mit einem Querbrett verbundenen pfostenartigen Eckstollen, damit der Stauraum des Kastens in Griffhöhe liegt. Besonders schön sind spätgotische aus dem Rheinland stammende Stollenschrank. Sie weisen an der Vorderfront meist eine wie appliziert wirkende Schnitzerei in Form von * Maßwerk, Spitzbögen und verschlungenem Rankenwerk auf. Von den Türangeln ausgehend, ist die Kastentür meist mit * Beschlägen verziert. Auch das im allgemeinen vorhandene Türschloss weist oft eine verzierte Deckplatte auf.

G. MESSNER, Ein sächsischer Stollenschrank, in: Dresdner Kunstblätter 7, 1963.


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