Stücksuche:
Bitte mind. 2 Zeichen eingeben. Weitere Suchmöglichkeiten »

Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Nutzen Sie die Funktion der VOLLTEXTSUCHE, indem Sie Worte oder Wortteile in das Suchfeld eingeben. Das Kunstlexikon beschreibt ca. 10.000 Begriffe, hat 5,5 Mio Zeichen ( Druckausgabe: 1663 Seiten). Die Begriffe verweisen insgesamt auf ca. 35.000 Quellen.  
 Volltextsuche: nur in der Begriffsliste suchen

Strass , Kurzbezeichnung für * Similisteine aus bleihaltigem * Glasfluss als Imitation von * Diamanten.

Strass gleicht in Glanz und Farbstreuung den Diamanten, ohne aber deren Härte zu besitzen. Die Erfindung des Strass wird in der Literatur zwei Personen zugeschrieben: Georges Fréderic Strass (Stras) und Josef Strasser.

1) Der als Sohn einer Pastorenfamilie in Wolfisheim bei Straßburg geborene G. F. Strass (1701-1773) beendete seine Ausbildung zum Juwelier 1719 in Straßburg. 1724 arbeitete er bereits in einem angesehenen Pariser Atelier, das der Witwe Prévost gehörte. 1730 eröffnete Strass einen eigenen Betrieb und widmete sich speziell der Herstellung von Diamant-Imitationen. Er hatte damit großen Erfolg und durfte sich seit 1734 Juwelier des Königs nennen. Zu seiner Entlastung ging Strass 1750 mit Georges-Michel Bapst eine Partnerschaft ein, aus der 1752 eine Teilhaberschaft wurde. Während sich sein in alle Produktionsgeheimnisse eingeweihter Kompagnon weiter mit der Herstellung von Similisteinen befasste, handelte Strass von nun an nur mehr mit echten Steinen. Die Bezeichnung "pierres de strass" (Steine von Strass) bürgerte sich im deutschen Sprachraum in der Abkürzung "Strass" als Synonym für Diamant-Imitationen ein.

2) Mit der Erfindung des Strass wird auch Josef Strasser, ein "Kammergoldadjunkt" zur Zeit Maria Theresias, in Verbindung gebracht. Als seine Frau anlässlich eines Hofballes ein * Kollier und, darauf abgestimmt, * Brosche, * Armbänder sowie * Ringe aus Similidiamanten trug, erregte diese überaus teuer wirkende * Parure so großes Aufsehen, dass das Ehepaar Strasser wegen des Verdachts auf Diebstahl verhaftet worden sein soll. Als Liebhaber teurer Pretiosen erkannte Franz Stephan von Lothringen, der Gemahl Maria Theresias, den ihm vorgelegten Schmuck sofort als unecht. Maria Theresia beglückwünschte Strasser zu seiner vorzüglichen Arbeit, dieser klagte jedoch, die Wiener Nobilität lehne die "falschen Steine" ab. Der Adel war darüber aufgebracht, dass sich die Similisteine im Aussehen nicht von echten Diamanten unterschieden und sich sogar einfache Bürger solchen Schmuck kaufen könnten. Maria Theresia soll die von Frau Strasser getragene Garnitur erworben und dem "Schmuckkünstler" geraten haben, sein Glück in Brüssel oder Paris zu versuchen. Tatsächlich reiste Strasser daraufhin mit seiner Familie nach Brüssel und weiter nach Paris, wo er sich niederließ und ein großes Vermögen gemacht haben soll.


<< Strandbild Stratonike >>


Vertiefen Sie Ihr Wissen über Kunst!
Testen Sie unseren Gratisservice Kunstbegriff des Tages. Auf Wunsch erhalten Sie täglich oder wöchentlich per E-Mail einen Begriff aus dem Kunstlexikon geschickt.
Mehr Informationen »

Das Kunstlexikon für das iPhone!
Sie können das Kunstlexikon auch in einer für das iPhone optimierten Version ansehen. Klicken Sie einfach auf den nachfolgenden Link.
Jetzt öffnen »

Schmuckwissen>>


Aktuelle Objekte:

Meisterstück... >

Rainer Hunold >



Aktuelle Objekte:

Männliche... >

Stephan Kaddick >