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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Stucco lustro , Stukkolustro, italienisch "blanker Stuck",

Eine Version der * Fresko-Technik, die bereits von Plinius erwähnt wurde und in Italien im 18. Jahrhundert u. a. als Marmorimitation wieder auflebte. Der Marmorstaub und Weißkalk enthaltende, nur wenige Millimeter starke Malstuck wird auf den noch feuchten Unterputz aufgetragen, mit einer so genannten Kalkseife (einem Bindemittel aus Seifenlauge sowie Kalk) bestrichen und mit den ebenfalls in einer Kalkseife angesetzten * Pigmenten bemalt. Anschließend erfolgt die Glättung der Malerei mit polierten heißen Streichblechen und das Einlassen mit gebleichtem Bienenwachs oder "Venezianerseife" (Kernseife, der Olivenöl beigemengt wurde). Dieser Arbeitsprozess bewirkt den Glanz und die starke Leuchtkraft der Farben. Vielfach wird Stucco lustro heute mit * Scagliola verwechselt. Alten Rechnungen zufolge kostete Scagliola aber das Vierfache von Stucco lustro-Arbeiten. Die dekorative Flächenbemalung in Form der Marmormusterung wurde früher im deutschen Sprachraum als "Fugenmalerei" bezeichnet.

F. EPPEL, Got. Fugenmalerei in der Pfarrkirche Schweiggers, Niederösterr., in: Österr. Zeitschr. für Kunst u. Denkmalpflege 1966, S. 26-32; H. KÜHN, H. ROOSEN-RUNGE, R. E. STRAUB, M. KOLLER, Reclams Handbuch der künstlerischen Techniken 1, Stuttgart 1988.


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