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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Stuck , italienisch stucco, leicht verformbares, rasch härtendes Gemisch aus Stuckgips, Kalk, Sand und Wasser.

Stuckarbeiten dienen vor allem zur Herstellung von Verzierungen an Decken und Innenwänden, aber auch an Außenfassaden. Die auf Stuckarbeiten spezialisierten Meister fügten dem Gipsbrei oder Gipskalkmörtel neben textilen Geweben und Leimwasser meist auch noch gemahlenen Marmor und andere Stoffe wie Kasein hinzu, um die Form- und Haltbarkeit zu erhöhen. Stuck ist in feuchtem Zustand leicht von Hand oder mit * Modeln formbar und wird nach dem Trocknen sehr hart. Stuckdekorationen waren schon im 2. Jt. v. Chr. im alten Ägypten und im minoischen Kreta bekannt.

Die Römer verwendeten Stuck oft zur Herstellung von * Grotesken. Während man mit Stuck zunächst jede formbare Masse bezeichnete, schränkte sich die Bedeutung seit der Renaissance auf die heute gebräuchliche Form ein. Zu den frühesten Beispielen der Neuzeit zählen die Stuckarbeiten im Vatikan aus dem 2. Jahrzehnt des 16. Jh. Bis zu Beginn 18. Jh. wurden Stuckarbeiten fast ausschließlich von Italienern ausgeführt. Auch die älteren Beispiele außerhalb Italiens, z. B. im Schloss * Fontainebleau, im Salzburger Dom etc., stammen meist von italienischen oder in Italien ausgebildete Stukkateuren.

Stuckornamente wurden früher mit Lehren, Modeln oder - bei komplizierten Motiven - von Hand aus vor Ort geformt. Häufig diente Stuck auch als Marmorimitation (* Stuckmarmor, * Scagliola). Die großen, als * Steinguss bezeichneten vollrunden Figuren des MA wurden wahrscheinlich gleichfalls in einer Art Stucktechnik hergestellt. Seit dem 19. Jh. sind die Ornamente von Bilderrahmen meist nicht aus Holz geschnitzt, sondern bestehen aus mit Modeln geformten Stuckauflagen. Die im Anschluss erfolgte Vergoldung der Rahmen verdeckt den Stuck. Vor allem im 19. Jh. wurde Stuck, meist kurz als "Masse" bezeichnet, auch zur Herstellung kleiner mit Modeln geformter Hochreliefs anstelle von Bein- und Elfenbeinschnitzereien sowie als Ersatz für * Wachsbossierungen verwendet. Diese Stuckreliefs stellen meist Heiligenfiguren oder Kirchenbauten dar. Sie sind in verglasten Medaillons oder großen Walnussschalen eingesetzt und wurden früher in Wallfahrtsorten als Andenken feilgeboten. Heute bestehen Stuckarbeiten für gewöhnlich aus vorgefertigten Segmenten, die zusammengesetzt und mit Dübeln und Schrauben an Wänden oder Decken befestigt werden.

F. BERNDT, S.plastik im frühmittelalterl. Sachsen, ihre Bedeutung und Technik, Diss. Hannover 1932; W. GRZIMEK, Dt. S.plastik. 800-1300, Berlin 1975; G. BEARD, Stucco and decorative plasterwork in Europe, London 1983; V. RIEMENSCHNEIDER, Pompejan. S.gesimse des dritten und vierten Stils, Frankfurt/M. 1986; S. HOFER, Studien zur S.ausstattung im frühen 18. Jh.: Modi und ihre Funktion in der Herrschaftsarchitektur am Beispiel Ottobeuren, München, Berlin 1987; W. JAHN, Stukkaturen des Rokoko, Sigmaringen 1990.


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