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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Symbol , von griechisch, symbolon, aus symballein, "zusammenwerfen",

Urprünglich "Erkennungszeichen", das sich aus dem Zusammenfügen zweier Bruchstücke einer Schale ergibt, Terminus für ein Sinnbild oder Kennzeichen, das stellvertretend für eine Person, ein Objekt oder einen Begriff verwendet wird. Symbole sind oft verschlüsselte Hinweise, geheime Botschaften. Vor allem * Alchimisten, Rosenkreuzer und Anhänger der Schwarzen Magie waren früher von der Macht der Symbol überzeugt. Man glaubte, durch Symbol ungeahnte Kräfte freisetzen und mit ihnen die Herrschaft über die Dinge erlangen zu können, die sie repräsentieren. Als besonders wirksam angesehen wurden Symbolkonzentrationen, unter denen die * Monas Hieroglyphica als die beste galt. * Stillleben haben auch fast immer einen versteckten Symbolgehalt, wobei christliche Sinnbilder, moralisierende * Vanitas-Motive und * Memento-mori-Symbole ("Gedenke-des-Todes-Motive") überwiegen. Auch die Elfenbeinschnitzer verwendeten oft Sujets mit altem, heute oft nur mehr schwer verständlichem Symbolgehalt.

Von den Symbol zu unterscheiden sind die in Verbindung mit einer dargestellten Person verwendeten Sinnbilder; diese werden * ATTRIBUTE (umfangreiche Liste siehe dort) genannt.

Es folgt eine alphabetisch geordnete Auswahl der bekanntesten Symbole:

  • Acht,  die Zahl gilt seit alters her als Symbol für Erneuerung, Wiedergeburt und  Herrschaft.


  • Achteck,  entspricht dem Symbolgehalt der Zahl 8. Die Taufbecken altchristlichen Kirchen haben  deshalb achteckige Form, da das* Sakrament der Taufe die Wiedergeburt als  Christ symbolisiert. Die Bedeutung des Achtecks, als Symbol für Herrschaft, ist  beispielsweise an der achteckigen Grundform der Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reichs zu erkennen.


  • Adler,  galt seit dem Altertum als König der Vögel und Symbol für Könige und Götter; auch  Symbol für den Evangelisten * Johannes. Der löwenköpfige Adler heißt * Anzu. Zum  Unterschied von diesem hat der * Greif einen Löwenkörper und einen Adlerkopf.


  • Affe,  im europäischen MA wurden Affen meist mit negativem Symbolgehalt (oft mit einem Spiegel)  wiedergegeben und galten als Symbol für Eitelkeit, weltliche Begierde  (Lüsternheit), Bosheit und den gefallenen Engel bzw. besiegten * Teufel (z. B.  Maria mit der Meerkatze von * Albrecht Dürer). Die Darstellung eines Affen, der in  eine Frucht beißt, wurde in der byzantin. Kunst als Symbol für den Sündenfall  verwendet. Wegen seiner vielseitigen Fähigkeiten wird der Affe in Teilen des  Orients als heilig verehrt. Im Fernen Osten gilt er als Sinnbild für Weisheit.  Bekannt sind die oft wiedergegebenen drei Affen, von denen sich einer die  Ohren, einer den Mund und der dritte die Augen zuhält. Die Darstellung  entspricht der Devise des schintoistisch-buddhistischen Koschin-Festes:  "Wir sehen, hören und sprechen nichts Böses." Eine besonders bekannte  Darstellung des "Drei-Affen-Motivs" ist die nach 1617 entstandene am  Jeasu-Toschogun-Tempel in Nikko, Japan. Affen blieben auch später beliebte  Motive der japanischen Kunst, etwa in Form aus Elfenbein geschnitzter * Netsuke oder  als Flachreliefs auf Dosendeckeln.


  • Ähren,  s. Getreideähren.


  • Ährengarbe,  s. Getreideähren.


  • Akazie,  in Mittelmeerländern Symbol mit der multivalenten Bedeutung von platonischer Liebe  sowie von Leben und Unsterblichkeit der Seele.

  • Akanthus,  in Mittelmeerländern Symbol für Leben und Unsterblichkeit.


  • Akelei,  die Blume wurde mit dem * Heiligen Geist in Verbindung gebracht, zudem galt sie  als Heilmittel. So verabreichte man gebärenden Frauen einen Absud aus  Akeleiblüten. Die A. galt deshalb auch als Symbol für die Geburt Christi.


  • Alpha und Omega,  die nebeneinander gesetzten Buchstaben Alpha und Omega (erster und letzter  Buchstabe des griechischen Alphabets) symbolisieren Anfang und Ende. Da sie alle  anderen Buchstaben einschließen, gelten sie als Sinnbild für das Allumfassende  und zählen zu den Symbolen, die im Zusammenhang mit Christus Verwendung finden (* Christusmonogramm, * Buchstabensymbolik).

  • Alraune,  Symbol für Empfängnis, Fruchtbarkeit und die "Große Mutter" * Kybele.  Eine Rolle spielte die Alraune auch im Hexenkult sowie im Zusammenhang mit  Empfängnis und Fruchtbarkeit (* Alraune).


  • Amboss,  Symbol für die Erschaffung des Alls. In Verbindung mit einem Hammer  versinnbildlicht der Amboss das weibliche Prinzip bei der Entstehung des Alls.


  • Amsel,  wegen ihres lockenden Tirilierens Symbol der Versuchung des Fleisches. Das schwarze  Federkleid wurde mit dem * Teufel in Zusammenhang gebracht, so etwa bei  Darstellungen des hl. Benedikt.


  • Angel,  die Falschheit wird in alten Schriften oft durch einen Mann mit Angel, Schlinge  oder Netz, bisweilen in Begleitung eines Fuchses, personifiziert.


  • Anker, Symbol der Hoffnung. Bis ca. 300 verwendeten die Christen auf  Gräbern die Darstellung eines Ankers als Symbol für die Zugehörigkeit zum christlichen Glauben.


  • Apfel,  seit der Antike Symbol für Fruchtbarkeit und Unsterblichkeit (Äpfel der * Hesperiden). Auch die altnordische Göttin Iduna hütete Äpfel, die ewige Jugend  verliehen. Im keltischen Sagenkreis war der Apfel Symbol für Erkenntnis und  überliefertes Wissen. Die Form der Äpfel wurde mit den weiblichen Brüsten  verglichen, das Kerngehäuse (bei der Länge nach durchschnittenen Äpfeln), mit  der Vulva. Der Apfel galt deshalb seit alters her als Symbol sinnlicher Reize und  Begierden, im Zusammenhang mit der Versuchung von Adam und Eva im * Paradies  durch die  Schlange als Verkörperung der  Erbsünde. Seit dem 11. Jh. ist der Apfel in der christlichen Symbolik auch Zeichen  der Erlösung von der auf dem Sündenfall basierenden Erbsünde. In diesem Sinn  wird der oft dargestellte Apfel in der Hand Marias gedeutet, ebenso die Äpfel  am weihnachtlichen Christbaum. Auf * Stillleben versinnbildlicht ein Wurm oder  eine Fliege in Verbindung mit einem Apfel die heilsgeschichtliche  Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse. Der * Reichsapfel verkörpert als Teil  der * Insignien die Erdkugel. Er ist ein Symbol der Herrscherwürde.


  • Arche,  Symbol für die christlichen Kirche (* Arche Noah).

  • Arma Christi,  "Die Waffen Christi", die * Leidenswerkzeuge, versinnbildlichen die * Passion Christi und sind Symbole für die Erlösung der Menschheit durch den Tod des  Gottessohnes (* Arma Christi, * Passionswerkzeuge).

  • Asche,  Symbol für Vergänglichkeit und Tod; in der kath. Kirche z. B. das Aschenkreuz am  Aschermittwoch. 


  • Äskulapstab,  Symbol der Mediziner.


  • Äskulapstab mit Schlange und  Schale, altes Standeszeichen der Apotheker.


  • Aspis,  die unter den Füßen Christi und Marias dargestellte Viper (lat. aspis) ist das  Symbol des besiegten Bösen. Vgl. Schlange. * Aspisviper.

  • Auge,  Symbol für Wachsamkeit und Allwissenheit. Alte russische Schmuckkästchen sind häufig mit * Vogelaugendekor verziert, einem  in der Volkskunst verwurzelten Augen-Motiv, als Symbol für Wachsamkeit. Die Sterne  wurden oft als Augen der Götter bezeichnet (* Dreifaltigkeitsauge).


  • Auster,  seit dem 17. Jh. auf * Stillleben als "vaginales Zeichen" anzusehen.  Vgl. Muschel.

  • Axt, Doppelaxt, wie der Hammer Symbol für  Autorität und Donner.


  • Axt und Stäbebündel,  von den Römern übernommenes Symbol für Gerichtsbarkeit (* Faszes).

  • Baldachin,  Symbol für Macht und Würde der Geistlichkeit und weltlicher Herrscher.


  • Ball,  stellvertretend für Sonne und Mond sowie für Unbeständigkeit. Die Glücksgöttin  * Fortuna wird oft mit einem Ball wiedergegeben, als Symbol der Unbeständigkeit.

  • Bänder,  altes Symbol für Obrigkeit. Die beiden als * Inful bezeichneten Bänder der * Mitra gehen  auf diesen Symbolgehalt zurück.

  • Banner,  Herrschaftszeichen, Symbol für Sieg. * Ekklesia und der * Erzengel * Michael tragen  als Zeichen des Sieges ein * Banner oder eine * Kreuzfahne.


  • Bär,  Wahrzeichen des zweiten der vier Weltreiche des Altertums (persisches  Königreich), später des Zarenreichs. Als Symboltier im Christentum meist negativ  gedeutet als Sinnbild für das Böse und das Laster (Sinneslust), in dem  Zusammenhang in der romanischen Bauplastik oft verwendet. Seit dem SpätMA wurde die  Bärin mit positiven Aspekten bedacht. Weil sie im Frühjahr nach dem  Winterschlaf allein mit dem Jungen erscheint (ohne männliches Tier), galt sie  manchmal als Symboltier für die Jungfräulichkeit Marias.


  • Bart,  Symbol für Alter, Weisheit und Würde sowie für Männlichkeit und Stärke. Erfolgreiche  Männer wurden früher immer mit starkem Bartwuchs dargestellt, auch wenn dies in  Wirklichkeit nicht zutraf.


  • Basilisk,  Symbol für den * Tod und den Antichrist (* Teufel).


  • Beizjagd,  Darstellungen der Jagd mit dem Falken galten als Symbol für höfische Lebensweise.


  • Besen,  in alten  Kulturen oft Symbol für Reinigung.  Im MA wurden Besen an Dächer genagelt, um Gewitterwolken wegzukehren. Der  Symbolgehalt des Volksglaubens übertrug sich auch auf Sprichwörter ("vor der  eigenen Tür kehren", "mit eisernem Besen kehren", usw.) Im MA  oft Sinnbild für Hexenzauber (* Hexe, auf Besen reitend).

  • Berg,  Symbol für die Nähe Gottes. * Moses bekam die Gesetzestafeln am Berg Sinai. Der  Olymp galt als Sitz der * olymp. Götter.


  • Biene,  Tier mit ganz verschiedenen Symbolgehalten. Die Biene gilt als Prototyp des  Fleißes. Das MA sah in den Bienen die Seelen von Verstorbenen. Von Bienen zu  träumen wurde als Todesahnung gedeutet. Da man im MA annahm, dass Bienen zur  Entstehung ihrer Brut selbst nichts beitragen, sondern sie von Blumen  einsammeln, galten sie auch als Symbol für Jungfernfrüchtigkeit und Keuschheit.  Maria wird deshalb in alten Schriften mit einem Bienenstock verglichen. Diese  Symbolik übertrug sich auch auf das Bienenwachs, worauf in * Exsultetrollen  Bezug genommen wird. Weil Wildbienen jedes Frühjahr nach der Winterruhe (in  Erdhöhlen usw.) wieder auftauchen, gelten sie auch als Symbol für die * Auferstehung und Unsterblichkeit. Durch ihr Zusammenleben im Bienenstock auf  engstem Raum versinnbildlichen Bienen das Prinzip der Ordnung.


  • Bienenkorb,  Symbol für die Kirche und für Maria.


  • Blätter, grün,  altes Symbol für Wachstum und Wohlstand, für Erneuerung und Vegetation. Efeu- und  Weinblätter gelten manchmal auch als Symbol für Fruchtbarkeit. Sie werden oft  gemeinsam mit dem Vegetationsgott * Dionysos wiedergegeben. In der christlichen  Kunst versinnbildlichen * Dreipass und Dreiblatt (Klee) die * Dreifaltigkeit, * Vierpass und Vierblatt (Klee) das Kreuz und die vier * Evangelien.

  • Blätter, welk,  auf * Stillleben Symbol für * Tod und Trauer.


  • Blattkranz,  Symbol für den Sieg, vgl. Lorbeer (* Olympische Spiele).


  • Blau,  Symbol für die Farbe des Himmels. Der Mantel Marias ist deshalb stets blau  wiedergegeben und Blau war auch die liturgischen Farbe der Messgewänder bei  Marienfesten.


  • Blitz,  als Zeichen versinnbildlicht der Blitz Verderben und Vernichtung, als Symbol für  die männliche Zeugungskraft auch Leben.


  • Blumenkranz,  Blumen und Kräuter erfreuten sich schon früh großer Wertschätzung. Schönheit,  Duft und Heilwirkung spielten dabei eine Rolle. Oft wurde auch eine Verbindung  zwischen "heilen" und "heilig" hergestellt. Die griechische  Dichterin Sappho sagte schon: "Mit Blumen bekränzt, erfreust du die  Götter; sie wenden sich ab, opferst du unbekränzt." Blumenkränze galten  als Symbol der guten Mächte. Sie sollten vor Dämonen schützen und ihnen den  Eintritt ins Haus verwehren. Auch den Toten werden Kränze zum Schutz vor bösen  Mächten mitgegeben. Gleiche Symbolik wie Kreis.

  • Bock, der Ziegenbock mit seinem stark ausgeprägten Geschlechtstrieb  wurde in der Antike mit sexueller Aktivität und Fruchtbarkeit in Verbindung  gebracht. Gleiches galt auch für bockartige Mischgestalten wie * Pan und * Satyr. Das MA interpretierte den alten Symbolgehalt grundsätzlich negativ und  brachte ihn mit * Frau Welt, der * Luxuria sowie mit * Teufel und Hexen in  Zusammenhang. Hexen sind oft auf einem Bock zum Bocksberg reitend dargestellt.  Der Ausdruck "Sündenbock" geht auf folgenden Inhalt mittelalterliche  Bildzyklen zurück: * Moses verfügte, dass die Israeliten beim alljährlichen  Versöhnungsfest zwei Ziegenböcke als "Sündopfer" verwendeten. Ein Tier  sollte geschlachtet und als Feueropfer verbrannt, das zweite symbolisch mit den  Sünden der Juden beladen und in die Wüste geschickt werden.

  • Bogen,  beim Liebesgott * Amor sind Bogen und Pfeile Hinweise auf Fruchtbarkeit und  männliche Zeugungskraft. Bei * Diana wird der Bogen in alten Schriften auch mit  der Form der Mondsichel in Verbindung gebracht. Vgl. auch Regenbogen. 


  • Brennender Dornbuch,  Symbol für Gott und auch für Maria (* Dornbusch, brennender).


  • Brille,  Symbol für Mäßigkeit (* Temperantia).


  • Brot und Wein,  in der christlichen Kunst Symbol für die * Eucharistie.


  • Brunnen,  Symbol des Lebens. Auf spätantiken * Sarkophagen ist der Brunnen als Quell des  Lebens am Fuße des * Lebensbaums wiedergegeben. Hier liegt der Ausgangspunkt  für die späteren Legenden vom Jungbrunnen, der ewiges Leben und ewige Jugend  spenden soll. Der Brunnen versinnbildlicht auch das Prinzip der Läuterung und  Reinigung. Vor allem im Klassizismus waren Darstellungen von Brunnen als  Liebespfand und Verlobungssymbol gebräuchlich. Seinem Symbolgehalt nach wird der  Brunnen meist dem weiblichen Prinzip zugeordnet. Im jüd. Kultus ist der Brunnen  ein Symbol für die * Thora (* Brunnen).

  • Buch,  Symbol für Weisheit und Wissenschaften. Teilweise zerrissene Bücher gelten bei * Stillleben als * Vanitas-Motiv.


  • Buch  geöffnet, Symbol für das Buch des Lebens.


  • Buchsbaum,  als immergrünes Gewächs Symbol für Leben und ewiges Leben, daher auf Friedhöfen  angepflanzt.


  • Buchstaben,  Alpha und Omega, der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets,  symbolisieren Anfang und Ende sowie Gott. (* Buchstabenmystik).


  • Bundschuh,  über den Knöchel reichender, mit Riemen geschnürter grober Schuh. Er war das  Feldzeichen der Bauern in den dt. Bauernaufständen des 15./16. Jh. Das grobe  Schuhzeug stand in krassem Gegensatz zur extravaganten Schuhmode von Adel und  Bürgertum (* Schnabelschuhe).


  • Caduceus,  Symbol des Handels, Stab mit zwei Schlangen am Oberteil (* Heroldstab, * Kerykeion).


  • Chrysantheme,  in China und Japan Sinnbild für Glück und langes Leben. Der strahlenförmigen  Anordnung der Blütenblätter wegen auch Symbol für die Sonne und das japan.  Kaiserhaus. Als Folge des * Japonismus kam das Chrysanthemen-Motiv zur Zeit des  Jugendstils auch in Europa in Mode.


  • Cupido, mit erhobener  Fackel, Symbol für Leben.


  • Cupido mit zu Boden  gerichteter Fackel, * Memento-mori-Symbol


  • Delphin,  Symbol für  * Apollon. Er wurde von den  Minoern als Herr der Delphine verehrt ("Apollon Delphinios"). Auch  Sinnbild des Weiblichen, möglicherweise wegen der Ähnlichkeit der griech.  Wörter delphis, "Delphin", und delphys, "Schoß".


  • Dolch,  altes Symbol für den * Phallus.


  • Doppelaxt,  versinnbildlicht Vollkommenheit; vielfach als Symbol der Verbindung des Himmels mit  der Erdgöttin verwendet. In dem Zusammenhang sind die beiden Schneiden der Axt  nicht plan, sondern abgerundet, um die Rundung der Erde und des Himmelsgewölbes  zu symbolisieren. (Vgl. * Doppelaxt).


  • Dorn,  der Stachel im Fleisch galt als Symbol für die Erbsünde (* Dornauszieher im MA).


  • Dornbusch,  brennender, Symbol für Gott und für Maria, * Dornbusch, brennender.

  • Dose,  Verkörperung des weiblichen Prinzips.

  • Draperie,  Symbol der Herrschaft, des Feudalherrn.

  • Dreiblatt,  das so genannte Lebenskraut, der Klee, wurde durch die Dreizahl mystisch verklärt  und Symbol für die * Dreifaltigkeit. Vgl. Erdbeerblatt. 

  • Dreieck,  Dreifaltigkeits-Symbol * Dreifaltigkeit.


  • Dreizack,  in der westlichen Welt, Symbol und Attribut des Meergottes. In Indien, Symbol und Attribut  des Gottes Schiwa als Versinnbildlichung der drei Prinzipien: Schöpfung, Sein  und Zerstörung.


  • Drudenfuß,  fünfzackiger Stern, positives Symbol mit unheilabwendender Wirkung (* Pentagramm).


  • Eber,  zum Unterschied von dem weiblichen Schwein, das stets in Form des Hausschweins  wiedergegeben wird und Wollust symbolisiert, wird der Eber in der Bildenden Kunst  meist als Wildeber (* Keiler) dargestellt. Abgesehen von der Sexualität, galt  der Keiler im alten Griechenland als gefährlichstes Wild und als Inbegriff  ungezügelter Naturkraft  (* Erymanthischer Eber, * Kalydonischer Eber).


  • Efeu,  Symbol für vegetative Kräfte, Fruchtbarkeit und Sinnlichkeit, d. h. für dionysische  Lebensweise (* Dionysos).

  • Ei,  Symbol der Geburt, des Ursprungs der Schöpfung, auch Hinweis auf die * Auferstehung  Christi und dadurch auf die Erlösung (* Osterei). Obwohl Eier im Volksglauben  vielfach mit Potenz und Sexualität in Verbindung gebracht werden, spielt diese  Symbolik in der Bildenden Kunst keine Rolle. Als Negativ-Symbol gilt das Ei des * Basilisken.

  • Eibe,  da das harzfreie Holz, die Nadeln und Samen der Eibe giftig sind, wird der  Nadelbaum von Schädlingen gemieden und kann Jahrhunderte alt werden. Die Eibe  gilt daher als Symbol für Unsterblichkeit und wurde seit alten Zeiten auf  Friedhöfen gepflanzt. 


  • Eiche,  da der Baum dem Volksglauben nach Blitze anzieht, wurde er zum Symbol der Götter * Jupiter, * Zeus und * Donar.


  • Eichelhäher,  der Vogel warnt mit seinem Geschrei die Tiere des Waldes vor Gefahren. Er gehört  zu den Rabenvögeln und gilt wie diese als Unglücksbote, wenn auch nicht in dem  Maße wie Rabenvögel mit schwarzem Federkleid.


  • Eichenlaub,  in der Bildenden Kunst Sinnbild der Beständigkeit, da Eichenholz früher als  unverwitterbar galt. Die Sieger der * Kapitolinischen Spiele  in Rom wurden mit  Eichenlaub geehrt.


  • Eichhörnchen,  im MA wegen seines roten Fells Sinnbild des Bösen. Das Eichhörnchen galt wie  der Fuchs als Begleiter des * Teufels; deshalb sind Eichhörnchen auch auf alten  Darstellungen der * Wilden Jagd zu sehen.


  • Eidechse,  galt als "unreines" Tier und Verkörperung des Bösen, wie auch Kröten,  Schlangen und Molche (* Leviticus  11,  29 ff.).


  • Einhorn,  Symbol für das Gute, für Keuschheit und die Jungfräulichkeit der Muttergottes (* Einhorn).


  • Einsiedler,  Symbolfigur für Weltabgeschiedenheit und Frömmigkeit.


  • Elefant,  Verkörperung der Weisheit und Sinnbild für ein gutes Gedächtnis. Der weiße  Elefant ist das Symbol für den Buddhismus. Im MA galt der Elefant als Inbegriff der  Keuschheit, so heißt es im * Physiologus, der Elefant habe keine Lust zur  Paarung und sei erst nach dem Genuss von * Mandragora dazu bereit. Er wird dabei  mit * Adam und * Eva verglichen, die auch erst nach dem Genuss der verbotenen  Frucht ihr Geschlecht erkannten.


  • Elfenbein,  altes Symbol für Beständigkeit und Reinheit, auch Sinnbild der Jungfräulichkeit  Marias.


  • Elfenbeinturm,  Symbol ästhetisierender Abgeschiedenheit, bis hin zu einer überheblichen oder auch  naiven Weltanschauung. Im Christentum gilt die "turris eburnea" wegen  der Abgeschiedenheit des Zufluchtsortes als Sinnbild für Reinheit und  Keuschheit und damit auch für die Jungfräulichkeit Marias.


  • Elster,  Symboltier für Diebstahl und Geschwätzigkeit ("diebische Elster",  "zänkische Elster").


  • Engel,  Symbol für den Evangelisten * Matthäus.


  • Ente,  im Orient symbolisieren zwei Enten die eheliche Gemeinschaft, Verbundenheit und  Treue. 


  • Erdbeerblatt,  wie das Kleeblatt, Sinnbild der * Dreifaltigkeit.


  • Erdbeerblüten und Erdbeerfrüchte,  mariologische Pflanze und Paradiesfrucht (Speise kleiner Kinder im * Paradies).  Wie das Veilchen Symbol für Bescheidenheit und Demut der Rechtschaffenen. Die  Früchte symbolisieren manchmal auch sinnliches Verlangen, wie beispielsweise im  "Garten der Lüste" des niederländischen Malers Hieronymus Bosch.


  • Erdkugel,  Symbol für die Schöpfung. In Form des * Reichsapfels Zeichen für den Landbesitz von  Herrschern.


  • Eremit,  s. Einsiedler.


  • Esel,  Tier mit gegensätzlichen Symbolgehalten. Einerseits versinnbildlicht der Esel die  Dummheit, anderseits das Wissen um den Willen Gottes (* Bileams Eselin), die Nähe Gottes (der Esel  im Stall von Bethlehem) und die Demut (Jesus ritt am Palmsonntag auf einer  Eselin in Jerusalem ein). In der Antike symbolisierte der Esel auch  Fruchtbarkeit. Die Römer brachten den Esel mit * Priapus, d. h. mit der  Zeugungskraft in Zusammenhang. In der griechischen Mythologie ritt * Silen im  Gefolge des Vegetationsgottes * Dionysos auf einem Esel.


  • Essigschwamm,  eines der Symbol für die Passion Christi (* Arma Christi).


  • Eule,  in der Antike Symboltier der Göttin * Athene. Im MA und auch noch danach, als  Nachtvogel, der das Licht scheut und unheimliche Schreie ausstößt (Käuzchen),  als Unglücksbringer und Totenvogel angesehen, manchmal auch als Unterweltsdämon  bezeichnet. Wegen ihrer Tagblindheit waren die Nachtvögel auch Symbol für Dummheit  und Narrheit. Große Eulen (Uhu) gelten heute meist als Personifizierung der  Weisheit und Gelehrsamkeit. 


  • Evangelistensymbole,  Engel, Löwe, Stier und Adler, gelten als Sinnbilder für * Matthäus, * Markus, * Lukas und * Johannes; gemeinsam symbolisieren sie Christus.


  • Fächer,  Zeichen der Herrscherwürde. Der * Faltfächer gilt als Sinnbild für die  Unbeständigkeit der Frauen.


  • Fackel,  gesenkt, gelöscht, Symbol für den Tod.


  • Fackel,  hochgehalten, brennend, Symbol für das Leben.


  • Fahne,  früher besaßen Fahnen hauptsächlich militärischen Symbolwert. Die Fahne des Gegners  zu erobern konnte die Schlacht entscheiden. Eine Sonderform ist die * Kreuzfahne. Heute sind Fahnen vorwiegend Staats-Symbol 


  • Falke,  ähnlicher Symbolcharakter wie der Adler. Im MA versinnbildlichten Darstellungen mit  Jagdfalken (Falkenbeize) den Inbegriff höfischer Lebensart. In der ägyptischen  Mythologie ist der Falke die Personifikation des Gottes * Horus. Heute sind die  sogen. "Falken" in der Politik die Vertreter eines harten politischen  Kurses.


  • Falkner,  Die Darstellung eines  Falkners, der mit  Hilfe des so genannten * Federspiels den Jagdfalken aus der Luft zurücklockt, stellt  nach Hendrik Goltzius (1558-1617) ein Symbol für die Luft dar. Im Gegensatz dazu  gilt der  auf der Erde Hasen jagende  Jäger als * Personifikation der Erde.


  • Fanfare,  Symbol der * Fama.


  • Fäulnis,  bei * Stillleben sind Faulstellen auf Obst [* 9296]Vanitas-  bzw. *   Memento-mori-Symbol


  • Fehdehandschuh,  Symbol für Feindschaft und Kampf.


  • Feige,  wegen der vielen Früchte des Feigenbaums und der drei möglichen Ernten pro Jahr  ist die Feige einerseits Symbol des Überflusses und der Fruchtbarkeit, anderseits  auch Sinnbild für geringen Wert ("keine Feige wert sein"). Da der an  kargen Boden gewohnte Feigenbaum bei Bewässerung eher weniger als mehr Früchte  trägt, versinnbildlicht er auch die Undankbarkeit. In der Antike war der  Feigenbaum seiner Fruchtbarkeit wegen * Dionysos geweiht.


  • Feuer,  galt in vielen alten Kulturen als heilig, der Feuerraub daher als Frevel (* Prometheus). Trotz seiner Zerstörungskraft wird Feuer als reinigend und  wieder belebend angesehen (* Phönix). Kerzen und Fackeln gelten brennend als  Sinnbilder für Leben, gelöscht als Symbol für den Tod. Feuer kann auch die * Hölle,  das * Antoniusfeuer oder das * Elmsfeuer symbolisieren. Der brennende Dornbusch  ist ein Symbol für Gott und für Maria.


  • Feuersalamander,  wurde im MA als Elementargeist des Feuers angesehen, der im Feuer zu leben  vermag, daher Symbol für die Gerechten, denen Feuer nichts anhaben kann. Im  Volksglauben galt der Salamander aber auch, wie Molche, Kröten, Schlangen,  Fliegen und Spinnen, als Verkörperung und Symbol des Bösen.


  • Feuersäule,  Nähe Gottes (* Durchquerung des Roten Meeres ).


  • Feuerzungen, von oben nach  unten brennend, bereits in alten Kulturen ein Sinnbild für Götter.  Im christlichen Glauben Symbol für göttliche Eingebung in Form des * Heiligen Geistes.


  • Fica,  lat., "Feige", * Fica (Neidfeige).


  • Fichtenzapfen,  s. Zapfen.


  • Fisch,  die Anfangsbuchstaben der griech. Bez. "Iesus Christos Theou Yios  Soter" = "Jesus Christus Gottes Sohn, der Heiland", I-Ch-Th-Y-S  bilden das griech. Wort ichthys, "Fisch"; daher galten die Darstellung  eines Fisches und das griechische Wort ichthys im Urchristentum als geheime  Erkennungszeichen der verfolgten Christen und als Symbol für Christus. Der Fisch  zählt auch zu den * Tierkreiszeichen. 


  • Flammen,  s. Feuer, Feuerzungen.


  • Fledermaus,  Tier mit vielfältiger Symbolbedeutung.  In  Asien Sinnbild für Glück, in Europa dagegen Symbol und Verkörperung böser Mächte,  da im AT als unrein  bezeichnet. Der * Teufel wird in der Kunst oft mit Fledermausflügeln dargestellt. 


  • Fleisch,  die Darstellungen von Würsten und Fleischstücken auf * Stillleben wurde mit dem  "Mutwillen des Fleisches" (M. Luther), d. h. mit Unzucht (Sexualität)  gleichgesetzt. (Da Fleisch noch im vorigen Jh. teuer war und beim Großteil der  Haushalte selten auf den Tisch kam, reagierten vor allem die Männer bei  vermehrtem Fleischkonsum durch die erhöhte Eiweißzufuhr, mit verstärkter  sexueller Aktivität, ähnlich wie beim Genuss von Muscheln.)


  • Fliegen und andere Insekten,  Symbol für Kurzlebigkeit. Ihre Darstellung in der östlichen Kunst symbolisiert die  immaterielle * Seele. In der christlichen Kunst werden Fliegen mit Krankheit, Tod  und Verderben, aber auch mit dem Teufel selbst in Verbindung gebracht. Der Name  * Beelzebub im AT und NT kommt von hebräischen Beelze-bulb zu dt. "Herr der  Fliegen".


  • Fuchs,  rotes Haar galt im MA als Symbol des Bösen und Zeichen für listige Umtriebe, für  Verrat. * Judas stellte man immer rothaarig dar. Dieser negative Symbolgehalt wurde  auf Fuchs und Eichhörnchen übertragen.


  • Gabel,  Heu- und Strohgabeln waren Symbol für Ernte und Überfluss.


  • Garbe,  s. Getreideähren.


  • Gastfreundschaft,  die Darstellung dreier Gäste symbolisiert die * Dreifaltigkeit. Vgl. * Philoxenie.


  • Geflügel,  Symbol für sinnliche Lüste durch die im Frühjahr für jedermann erkennbare  Paarungswilligkeit von Vögeln und Hausgeflügel (Hahn).


  • Gelb,  im MA war Gelb eine übel beleumundete Farbe; sie galt als * Schandfarbe. Die  Kleidung des Verräters Judas wurde deshalb von den Kunstschaffenden meist  gelb dargestellt, ebenso wie der personifizierte Neid und die Eifersucht. 


  • Getreideähren,  der griech. Mythologie nach schickte * Demeter, als Dank für erwiesene  Gastfreundschaft, * Triptolemus zu den Menschen, um diese den Getreideanbau zu  lehren. Da die Ernteerträge früher sehr gering waren und es laufend Hungersnöte  gab, besaß das Getreide einen hohen Stellenwert im Leben der Menschen. Bei der  Ernte wurde bei jedem Bauernhof dem ersten und dem letzten Ährenbündel (Garbe)  große Bedeutung beigemessen. Für das Binden dieser Garben galten   traditionelle Regeln und Rituale, um keine  negativen Kräfte aufkommen zu lassen. Getreideähren sind wegen des aus dem Korn  gebackenen Brotes ein Symbol für die * Eucharistie. Sie versinnbildlichen aber auch  Wohlstand als Folge reicher Ernteerträge. Wie andere vielsamige Früchte galten  Getreideähren auch als Symbol für Fruchtbarkeit, Liebe und Kindersegen.  In der zweiten Hälfte 19. Jh. wurden von den  Erbacher Elfenbeinkünstlern vor allem Broschen in Form einer Ährengarbe  geschnitzt, als Symbol für Wohlstand und Liebesglück.


  • Getreidegarben,  s. Getreideähren.


  • Glas,  Symbol für Reinheit und Keuschheit sowie für die Vergänglichkeit ("Glück und  Glas, wie leicht bricht das!")


  • Globus,  Herrschafts-Symbol für Landbesitz, besonders in Verbindung mit dem Weltreich der  Habsburger, "in dem die Sonne nie unterging". Die gleiche Bedeutung  hat der * Reichsapfel.


  • Glocke,  positiver Symbolgehalt, vielfach in Verbindung mit Festtagsstimmung, z. B.  Weihnachts- oder Osterglocken auf Glückwunschbilletts. Im MA glaubte man, der  Glockenklang könne Dämonen, ja sogar Wetterhexen vertreiben (Gewitterglocken,  Gewitterläuten).


  • Goldwaage,  Hinweis auf das * Jüngste Gericht, bei dem nach der  apokalyptischen Vision des * Johannes der * Erzengel * Michael  die * Seelen wiegt. Je nachdem ob die guten oder die bösen Taten schwerer  wiegen, kommt die Seele des Menschen in den Himmel oder in die Hölle.


  • Granatapfel,  von lat. granatus, "gekörnt", wie andere Früchte mit zahlreichen  Samen und Kernen (Kürbis) altes Liebes- und Fruchtbarkeits-Symbol In der Antike war  der Granatapfel * Aphrodite geweiht und zählte zu den Attributen von  Vegetationsgottheiten (* Persephone). Beliebt war das Granatapfelmotiv auch im  alten Ägypten sowie in China (* Zwiebelmuster). In Westeuropa ist das Sujet  sowohl in naturalistischer als auch in stilisierter Form bekannt, z. B. in  Verbindung mit Maria  und dem Jesuskind.  Im AT war der Granatapfel ein Zeichen göttlichen Segens (lebensspendender  Kraft), alte Kirchenschriften sahen in ihm eine * Allegorie der Kirche, die  Samen wurden als Symbol für die Fülle der Mysterien und die große Anzahl der für  den Glauben gestorbenen * Märtyrer angesehen. Im MA galt der Granatapfel als Symbol  für die * Auferstehung Christi.     


  • Gürtel,  Symbol für Macht und Kraft.  Der Gürtel des  Gottes * Thor verdoppelte der Sage zufolge dessen Kraft. Kestos, der  Zaubergürtel * Aphrodites, entfachte in allen die Liebe zu ihr und gab der  Göttin Macht über die Verliebten; er war außerdem ein Symbol der Fruchtbarkeit.


  • Haar,  Symbol für Lebenskraft (* Simson und Delila). Kinder durften deshalb nach altem  Volksglauben nicht zu früh geschoren werden, um sie nicht zu schwächen. Das  Haar wurde früher auch als Träger des Seelenstoffes angesehen (* Haarschmuck).  Die beim Schneiden des Haares anfallenden Abfälle wurden eingesammelt, damit  kein Unbefugter über denjenigen Macht gewinnen könne, von dem das Haar stammte.  In der Romantik waren Haarlocken ein begehrtes Liebessymbol. Neben dem  Haupthaar wird in vielen Kulturen auch das Barthaar als bedeutungsvoll  eingestuft; so schwören Muslime beim Bart des Propheten. Vgl. Bart.


  • Hahn.  Sein Krähen am Morgen verkündet das Licht. Als Wetterhahn auf Dachfirsten  treffen ihn die ersten Sonnenstrahlen und bezeugen ihn als  Lichtkünder. In Anbetracht der frühen Stunde  seines Krähens galt er im MA als Sinnbild des Fleißes und auch der Weisheit; in  dem Zusammenhang wurde er in den * Fibeln der Schulkinder dargestellt. Der  Kampfgeist des Hahns und seine stete Paarungsbereitschaft machten ihn auch zum  Sinnbild der Manneskraft.  Der * Verleugnung durch Petrus wegen Symbol und Attribut für den Apostel Petrus. 


  • Halloween-Kürbis,  siehe Kürbis.


  • Halskette,  Symbol für ein hohes Amt (z. B. Ratsherrenkette).


  • Hammer,  Sinnbild gestaltender männliche Kraft (vgl. Amboss) und Symbol für Autorität. In  Verbindung mit der Sichel altes Symbol für den Arbeiter- und Bauernstand und später  auch für den Kommunismus. 


  • Hand,  Versinnbildlichung von Kraft und Macht. In der Bildenden Kunst des MA wurde  stellvertretend für Gottvater oft eine aus den Wolken herabgestreckte Hand  dargestellt. Das Motiv zweier einander umfassender Hände (* Handtreu) war schon  den Assyrern bekannt und findet sich als Symbol einigender Kraft und inniger  Verbundenheit auch am * Ringkopf röm. * Treueringe


  • Handschuhe,  Sinnbild für hohen Stand. Vor allem geistliche Würdenträger tragen auf alten  Gemälden oft Handschuhe. Als Fehdehandschuh, Symbol für Feindschaft und Kampf.


  • Harpyie,  Symbol für den plötzlichem Tod.


  • Hase,  Tier mit vielfacher Symbolbedeutung. Als lunares Tier (da Attribut aller  Mondgottheiten) symbolisiert er das Licht in der Finsternis sowie Wiedergeburt  (Neumond-Vollmond) und den Menstruationszyklus der Frau. Wegen seiner raschen  Vermehrung ist der Hase ein Sinnbild für sexuelle Aktivität und Fruchtbarkeit.  Im Volksbrauchtum gelten Hasenfiguren deshalb als Liebespfand. Ein Hase zu  Füßen eines Heiligen symbolisiert dessen Sieg über die Sinneslust. Laufende  Hasen verkörpern auch die rasch verstreichende Zeit (* Memento-mori-Symbol ). Drei  im Kreis laufende und mit den Enden ihrer langen Ohren miteinander verbundene  Hasen versinnbildlichen in der christlichen Kunst die * Dreifaltigkeit. Die Taufe  wurde manchmal durch die Darstellung eines Trauben fressenden Hasen  symbolisiert. Die Darstellung eines bergauf laufenden Hasen galt im MA als Symbol  für die  * Auferstehung Christi.  Der Hase ist auch ein altes Symbol für Wachsamkeit,  da er dem Volksglauben nach mit offenen Augen schläft. 


  • Hasenjäger,  altes Symbol für die Erde. (Der den Jagdfalken mit dem * Federspiel aus den Lüften  zurücklockende Falkner gilt seit H. Goltzius (1558-1617) als Symbol für die  Luft.) 


  • Henne,  Symbol mütterlicher Fürsorge.


  • Heroldstab,  Symbol für Unverletzlichkeit, da sein Träger unter dem Schutz des Herrschers stand.  Auch Symbol für den Handel (* Kerykeion).


  • Herz,  wurde schon in der Antike (wie auch die Leber) als Sitz des Lebens angesehen.  Im Klassizismus und vor allem im Biedermeier waren Darstellungen von Herzen als  Liebessymbol beliebt. 


  • Herz-Jesu-Bild,  Symbol für Jesus und für die göttliche Liebe.


  • Heuschrecke,  Symbol für die sieben ägyptischen Plagen. Eine Heuschrecke in der Hand des Jesuskindes  symbolisiert den Sieg des Christentums über die Heiden.


  • Hexenbesen,  Symbol für Hexerei (* Hexe, auf Besen reitend).


  • Hirsch,  in Nordeuropa Symbol der Erlösung durch Christus. Abgeleitet wurde diese  Vorstellung davon, dass manche Geweihstangen durch einander gegenüberliegende  Sprossen an ein Kreuz erinnern, und dass an den Geweihstangen im Frühjahr  manchmal Blut zu sehen ist. Das hängt damit zusammen, dass beim Fegen  (Abstreifen des Bastes) des fertig ausgebildeten Geweihes die für den Aufbau  desselben dienenden Blutgefäße im Bast manchmal noch nicht zur Gänze  rückgebildet sind und Blutungen auftreten. Auf alten Gemälden werden Hirsche  oft beim Zertreten einer Schlange dargestellt, den Sieg des christlichen Glaubens  über das Böse symbolisierend. Der Hirsch gilt auch als Symbol für die Taufe.  "Wie ein Hirsch sich sehnt nach frischer Quelle, so verlangt meine Seele  nach dir, o Gott (* Psalm 42, 2).


  • Hirschhornkäfer,  Sinnbild für das Böse, wie alle Insekten, mit Ausnahme der Schmetterlinge.


  • Hirte,  Symbol für Jesus. Bereits in der Antike galt der Hirte als Symbol für Schutz und  Ordnung. * Hermes Kriophoros (griech. krios, "Widder") wurde als  Widderträger dargestellt und gilt als Urbild des * Guten Hirten.


  • Höllentor,  das am Boden liegende oder mit zerbrochenen Riegeln dargestellte Höllentor ist  in der Ostkirche ein Symbol für die * Auferstehung Christi.


  • Holzsammler,  ebenso wie Reisigsammler, Symbol (* Allegorie) des Winters.


  • Horn,  wie das Haar Ausdruck von Kraft und Macht. Helme mit Hörnern sollten mächtiger  erscheinen lassen und Furcht erwecken. Die Kraft erstreckt sich auch auf die  Zeugungskraft. Gehörnte Tiere galten deshalb als Fruchtbarkeitssymbole. Da die  Form des Horns der des Mondes gleicht, auch Symbol des Luna-Kultes.


  • Hund,  Symbol für Treue und Wachsamkeit. Schwarze Hunde versinnbildlichen das Böse. Sie  werden in Verbindung mit der * Wilden Jagd  genannt und gelten als Begleiter von  Hexen.


  • Jahreszeiten,  Darstellungen der Vegetationsnsphasen (Frühling, Sommer, Herbst und Winter)  symbolisieren das Jahr und die verschiedenen Lebensalter eines Menschen.


  • Jaspis,  Symbol für die Mauern des himmlischen Jerusalem, da ihr Lichtglanz, gemäß der  Offenbarung des Johannes, einem kristallhellen Jaspis gleicht (Offenbarung 21,  11).


  • Judas,  personifiziertes Symbol des Verrats.


  • Jungfrau,  nackt, zusammengekauert, Symbol der Pudicitia,  Personifikation der Keuschheit. Die Jungfrau ist auch eines der  Tierkreiszeichen.


  • Kalumet,  bei den nordamerikanischen Indianern übliche Zeremonienpfeife als Symbol des Friedens.  Darauf Bezug nimmt die metaphorische Redewendung "die Friedenspfeife  rauchen", um die Beilegung eines Streites auszudrücken. 


  • Kanne,  s. Trinkkanne.


  • Karten,  die 52 Spielkarten des franz. Kartenspiels versinnbildlichen auf alten  Darstellungen die 52 Wochen des Jahres und das Jahr selbst. Karten gelten auch  als verderbenbringend. Auf Gemälden als Gebetbuch des Teufels dargestellt (z.  B. in der * Sakristei des Stiftes Vorau/Steiermark).


  • Käse,  Jesus wurde als "Milch des Himmels" bezeichnet; Käse, ein Produkt aus  "geronnener Milch", galt deshalb auf * Stillleben als Symbol für Christus. 


  • Katze,  in Ägypten hatte die um 2000 v. Chr. aus der nubischen Falbkatze domestizierte  Katze positiven Symbolcharakter. Auf alten Wandgemälden wird sie oft dargestellt,  wie sie  einer Schlange den Kopf  abbeißt. Auch die ägypt. Göttin * Bastet wird katzenköpfig wiedergegeben. Im  westlichen Kulturkreis symbolisiert die Katze meist Negatives. Vor allem  schwarze Katzen galten früher als Hexentiere und Begleiter des die * Wilde Jagd   anführenden Wilden Jägers. Heute noch erachtet es der Aberglaube als böses  Omen, wenn jemandem eine schwarze Katze über den Weg läuft.       


  • Kelch,  Symbol für den Neuen Bund (* Neues Testament).


  • Kelle,  Freimaurer-Symbol, dem Gesellengrad entsprechend (* Freimaurer-Symbol).


  • Kerykeion,  griechische Bezeichnung für den Merkurstab, als Symbol des Handels (* Kerykeion).


  • Kerze, brennend,  Sinnbild des Lebens.


  • Kerze, herabgebrannt,  * Vanitas-Symbol.


  • Kette,  Symbol für Gefangenschaft.


  • Kette, gesprengt,  Symbol für erlangte Freiheit.


  • Kiefer,  (wie auch Fels und Kranich), im ostasiat. Kulturbereich Symbol für langes Leben.


  • Kieferzapfen,  Symbol für Fruchtbarkeit, vgl. Zapfen. 


  • Knoten,  alte Zierform, die drei Knoten im strickartigen Mönchsgürtel symbolisieren die  Ordensgelübde Armut, Keuschheit und Gehorsam. Dem Knoten wurde auch  unheilabwendende (apotropäische) Wirkung nachgesagt; in dieser Bedeutung findet  er sich etwa als * Nodus am * Schaft von Gefäßen, aber auch bei der roman. * Knotensäule.


  • Köcher,  Symbol des Weiblichen, Empfangenden. (Der Pfeil versinnbildlicht das männliche  Prinzip.)


  • Komet,  dem Kometen wurden früher divergierende Symbolbedeutung zugeschrieben. Einerseits  galt er als Unheilsbote (* Pest) und anderseits als Verkünder der Geburt  Christi (* Stern von Bethlehem).


  • Kranich,  im ostasiat. Kulturbereich Sinnbild für Weisheit und (wie Kiefer und Felsen),  Symbol für langes Leben; weiße Kraniche gelten als heilig und Begleiter der  Unsterblichen.


  • Kranz,  Symbol des Sieges und der Jungfräulichkeit.


  • Krebs,  wegen des mehrmaligen Panzerwechsels während seines Wachstums auf * Stillleben  als Symbol für die * Auferstehung dargestellt. Der Krebs ist auch eines der  Tierkreiszeichen. 


  • Kreis,  da ohne Anfang und ohne Ende, galt der Kreis schon in der Antike als Symbol für  Vollkommenheit und Unendlichkeit (Ewigkeit), oft auch als Symbol für Sonne und  Himmelsgewölbe. Es besteht ein enger Zusammenhang mit der Symbolik des Rades  und des * Uroboros. Bei magischen Riten bedeutet der Kreis oft Schutz. Wer sich  innerhalb eines gezogenen Kreises befindet, dem können böse Mächte nichts  anhaben. Diese positive Auffassung übertrug sich auch auf den * Ring.  Zum Unterschied von dem höhere Mächte  symbolisierenden Kreis gilt das Quadrat als Sinnbild für alles Weltliche und für  den Menschen. Das  Streben des Menschen  nach Vollkommenheit bis hin zur Vergöttlichung war in der Renaissance ein  großes Anliegen, das man u. a. durch die "Quadratur des Kreises" zu  erfüllen suchte. Die Aufgabe, zu einem gegebenen Kreis mit Zirkel und Lineal  ein flächengleiches Quadrat zu konstruieren, ist wegen der Transzendenz der  Kreiszahl Pi ebenso unmöglich wie umgekehrt. Die Quadratur des Kreises gilt  daher  als Sinnbild für eine unlösbare  Aufgabe.


  • Kreuz,  Symbol für den Opfertod Christi. Abgesehen vom christlichen Symbolgehalt waren schon lange  vor dem Christentum verschiedene Kreuzformen bekannt (* Kreuz).


  • Kreuzfahne,  Symbol für Christus und * Johannes d. T.


  • Kreuz-Herz-Anker,  Symbol für die drei christlichen * Tugenden: Glaube, Liebe, Hoffnung.


  • Kreuzstab,  seit Kaiser Konstantin d. Gr. den Kreuzstab als Feldzeichen führte, galt dieser  auch als Symbol der Macht. Ist der Kreuzstab mit einem * Banner versehen, wird er  als * Kreuzfahne bezeichnet.  


  • Krone,  Hoheits-Symbol, bei * Märtyrern auch Ehrenzeichen als Symbol für ein gottgefälliges  Leben.


  • Kröte,  wie Schlangen, Molche und Eidechsen Verkörperung des Bösen.  Auf der Kanzelstiege von St. Stephan in Wien  versinnbildlichen die dargestellten Kröten die schlechten Gedanken; sie sollen  von einem bellend wiedergegebenen Hund verscheucht werden. Als * Gebildvotiv  heißt die Kröte * Bärmutter (abgeleitet von "Gebärmutter") und stellt  ein Fruchtbarkeitssymbol dar.


  • Krug,  in der Antike ein mit  Trankopfer,  Reinwaschung und Reinheit in Verbindung gebrachtes Symbol Im Klassizismus und im  Biedermeier war das Motiv einer antikisch gekleideten Frau beliebt, die einen  Krug oder eine Schale in die auf einem Kultstein lodernden Flammen entleert.  Das Motiv ist oft mit der * Devise "L'amitié" (Freundschaft)  versehen. In der Ikonographie des Lasters gilt der Krug als Symbol für Trunksucht.


  • Kuh,  Symbol für Mütterlichkeit. Die Kuh, die ihr Kalb säugt, war bereits ein beliebtes  Motiv der phönik. Kunst, wie zahlreiche Elfenbeinreliefs bezeugen.


  • Kürbis,  wegen seiner vielen Kerne und des rapiden Wachstums Symbol für Fruchtbarkeit sowie  Verkörperung des sich ausbreitenden Christentums. Als Halloween-Kürbis, Symbol des  Halloween-Festes, das auf den brit. Inseln und in Nordamerika am Vorabend von  Allerheiligen (1. November) gefeiert wird (* Halloween).  


  • Labarum,  von Kaiser Konstantin d. Gr. 312 n. Chr. eingeführte röm. Kaiserstandarte mit  dem * Christusmonogramm als * Emblem. Der Legende nach erschien dem Kaiser im  Traum das Christusmonogramm als Symbol für Christus. Die Einführung als Feldzeichen  auf den Schilden der Soldaten bedeutete, dass Konstantins Legionen im Namen  Christi kämpften.


  • Lamm,  Symbol für  Jesus Christus (* Agnus Dei).


  • Lampe,  Symbol für Leben und Wachsamkeit (* kluge u. törichte Jungfrauen).


  • Lanze,  Symbol des niederen Adels. (Der Hochadel wird durch das Schwert repräsentiert.)


  • Lapislazuli,  wegen der blauen Farbe und seiner wie kleine Sterne glänzenden goldfarbenen  Pyrit-Punkte Symbol für den Himmel.


  • Laute,  Symbol für die Musik, eine der sieben freien Künste (* Artes liberales).


  • Lebensbaum,  lat. arbor vitae. Die immergrünen Gewächse der Pflanzengattung Thuja  versinnbildlichten schon im Altertum langes Leben und wurden als * Lebensbaum-Motiv verwendet. Vor allem altorientalische Künstler hatten eine  Vorliebe für Baumdarstellungen mit gegenständigen Zweigen als stilisiertes  Lebensbaummotiv (flankiert von bärtigen Priestern oder von Tieren, die rechts  und links vom Baum sich aufbäumend auf den Hinterbeinen stehen), etwa bei  mesopotamischen Elfenbeinreliefs. Lebensbäume werden auch mit der Ewigkeit in  Verbindung gebracht und sind deshalb oft auf Friedhöfen angepflanzt.


  • Leber,  galt in der Antike ebenso wie das Herz als Sitz der Lebenskraft und daher auch  als Symbol des menschlichen Lebens. Man betrachtete die Leber als Quelle des Blutes  und war der Meinung, sie bilde den Ausgangspunkt für Gefühlsregungen wie  Verstimmung oder Zornausbrüche ("es läuft jemandem etwas über die  Leber").  Die Leber wurde aber auch  als Zentrum des Geschlechtstriebes angesehen, wodurch die über den Riesen * Tityos verhängte Strafe zu erklären ist, der * Leto (einer Geliebten des Gottes  * Zeus) nachgestellt hatte. Auch die Strafe für * Prometheus gewinnt unter  diesem Aspekt besondere Bedeutung. 


  • Leiter,  die siebensprossige Leiter symbolisiert die sieben freien Künste (* Artes liberales). Die Leiter versinnbildlicht aber auch die Verbindung des Menschen  zum Himmel und zu Gott (* Jakobsleiter).


  • Licht,  in allen Kulturen Symbol für die Göttlichkeit.


  • Libelle,  * Stillleben -Maler sahen in der Libelle eine übergroße * Fliege   und versinnbildlichten mit ihr das Böse, zum  Unterschied vom Schmetterling, der als einziges Insekt als Verkörperung des  Guten galt.


  • Lilie,  mit der weißen Lilie symbolisierte man schon um 3000 v. Chr. Oberägypten (mit  dem * Papyrus Unterägypten). Im alten Orient war die Lilie der Erdgöttin * Kybele geweiht. In der mittelalterl. Malerei wurde die *  Apokalyptische Frau    durch eine von zwölf Sternen umgebene Lilie symbolisiert. Seit dem MA gelten  weiße Lilien als Symbol für Reinheit und Keuschheit und stehen in enger Verbindung  mit der Marienverehrung. (Als Attriburt wird die weiße Lilie auch *  Josef dem  Nährvater   zugeordnet und deshalb manchmal Josefslilie genannt.) Ein mit  goldenen stilisierten Lilien besäter blauer Schild war seit dem 12. Jh. das Symbol  und * Emblem der franz. Könige. Die Zahl dieser Lilien reduzierte sich im 14.  Jh. auf drei Blüten. Ein weißes Lilienbanner war von Mitte 17. Jh. bis 1790 und  von 1814-1830 die Fahne Frankreichs. Stilisierte Lilien werden deshalb auch  Französische oder Heraldische Lilien genannt. Eine stilisierte Lilie war auch  das Werkstattzeichen der * Embriachi.


  • Liktorenbündel,  Sinnbild röm. Gerichtsbarkeit (* Faszes).


  • Loch,  das Loch im Zentrum chin. Jadescheiben (* Pi) symbolisiert das Eindringen des  himmlisch Geistigen in die irdische Welt.


  • Lorbeer,  in der Antike war die immergrüne Pflanze Symbol für Frieden nach dem Sieg über  einen Feind. Siegreiche Feldherren bekränzte man mit Lorbeer. Der Brauch beruht  auf der reinigenden Kraft, die dem Lorbeer im alten Griechenland zugeschrieben  wurde. Die vom Lorbeer ausgehende Symbolik von Reinheit manifestiert sich auch  in der Sage, nach der sich die keusch lebende * Nymphe * Daphne in einen  Lorbeerstrauch verwandelt hat, um rein zu bleiben, d. h. dem ungestümen Werben  * Apollons zu entgehen. In Verbindung mit Apollon und der Orakelstätte in  Delphi spielte der Lorbeer gleichfalls eine Rolle. Der Überlieferung nach  reinigte sich Apollon mit Lorbeer, nachdem er den Schlangendrachen * Python  getötet hatte. * Pythia, die Orakelpriesterin, kaute Lorbeer zur Läuterung,  bevor sie auf dem mit Lorbeer umwundenen Dreifuß Platz nahm und sich in Trance  versenkte. Die Römer übernahmen zwar den Lorbeer, doch trat der Aspekt der  reinigenden Kraft, etwa zur Tilgung des im Krieg vergossenen Blutes, in den  Hintergrund. Der Lorbeer wurde vielmehr, in Form des Lorbeerkranzes, als Symbol des  Sieges und als Dokumentation der Macht auch von den Imperatoren getragen. In  diesem Sinn sah dann auch Napoleon I. den Lorbeerkranz.   


  • Lot,  s. Senkblei.


  • Löwe,  Symbol mit ambivalenter Bedeutung. Einserseits sind Löwe und Lamm Symboltiere für  Christus, oft mit * Kreuzstab oder * Kreuzfahne dargestellt (der Löwe auch Symbol  für den Evangelisten * Markus), anderseits wird der Löwe als Sinnbild des  Bösen, wie Drache, Basilisk und Aspis, von Jesus zertreten. Als profanes Symboltier  versinnbildlicht der Löwe so wie der Adler Macht und Herrschaft. Da die Sonne zur  Zeit der Nilüberschwemmung ins Sternbild des Löwen tritt, brachte man den Löwen  in Ägypten auch mit Wasser in Verbindung, ein Aspekt, der von Griechen und  Römern übernommen wurde. Löwendarstellungen dienten deshalb oft als  Wächterfiguren bei Quellfassungen. Der Löwe ist auch eines der  Tierkreiszeichen. 


  • Mähen,  s. Schnitter.


  • Maiglöckchen,  symbolisiert Jungfräulichkeit und zählt zu den sogen. "Marianischen  Blumen".


  • Mantel,  Symbol für Schutz, besonders in Form des Mantels der * Schutzmantelmadonna.


  • Maulwurf, seinem  Lebensraum entsprechend, zählt er wie die Maus zu den Symbol der Mächte der  Finsternis.


  • Maske,  die Falschheit wird für gewöhnlich durch eine Figur mit Maske symbolisiert.  Eine lachende Maske gilt als Symbol der Freude, eine weinende als Symbol der Trauer.


  • Matura,  lat., "Reife". Bei * Stillleben zu findende Aufschrift als Hinweis auf  die Reife der Zeit, eine * Vanitas-Botschaft.


  • Maus,  Verkörperung des Bösen und wie der Maulwurf Symboltier für die Mächte der  Finsternis. Die Maus wird häufig dargestellt, wie sie an der Wurzel des  Lebensbaums nagt oder Getreidekörner und Nusskerne (beides Jesus-Symbol) frisst. Vgl.  Ratte.


  • Memento-mori-Symbole,   *   Memento-mori-Symbol


  • Merkurstab,  Symbol des Handels. * Kerykeion.


  • Mistel,  die immergrüne Schmarotzerpflanze erfreute sich schon im Altertum großer  Wertschätzung und wurde von den keltischen Druiden als "Allheilerin"  bezeichnet. In moderner Zeit gelten Mistelzweige als Symbol für die Weihnachtszeit. 


  • Mohnkapseln,  Symbol für * Hypnos und * Morpheus.


  • Molch,  wie Kröten, Salamander, Schlangen und Eidechsen Symbol und Verkörperungen des  Bösen.


  • Mond,  die Darstellung des abnehmenden Mondes bedeutete früher Düsterheit, verbunden  mit negativer Symbolkraft, wogegen der zunehmende Mond die positiven Aspekte von  Licht und Wachstum ausdrückt (* Halbmond).  


  • Mörser,  altes Sexualsymbol, Verkörperung des Weiblichen. (Das männliche Prinzip wird  durch den * Pistill versinnbildlicht).


  • Muscheln,  Symboltiere mit multivalenter Bedeutung. Mit geschlossenen Schalen wurden sie, als  Träger von Perlen, mit Maria in Verbindung gebracht, die in ihrem Leib Jesus  trug, die Perle der Christenheit. Da dem Muschelfleisch aphrodisische, den  Geschlechtstrieb stimulierende Wirkung nachgesagt wird, galten volle Muscheln  mit geschlossener Schale auch als Symbol der * Luxuria. Offene Muschelschalen sind  ein  *   Memento-mori-Symbol   Vgl. Muschelschalen, leer. Griech. konche, lat. concha,  "Muschel", bedeutet als Umschreibung auch "weibliche  Scham".


  • Muschelschalen, leer,  * Vanitas-Symbol.  Unterstellt bzw. vorausgesetzt wurde die Konsumation des  Muschelfleisches und, durch die vermehrte Eiweißzufuhr, eine Steigerung  sexueller Aktivität. Vgl. Fleisch. Da man früher annahm, häufiger  Geschlechtsverkehr schwäche den Körper und führe den frühen Tod herbei, waren  offene leere Muscheln eine "Mahnung wider die Sinneslust" und galten als  Symbol für Vergänglichkeit und Tod. In Form der symmetrisch ausgebildeten Schale  der Kammuschel (Pecten maximus) gilt die Muschelschale als * Pilgermuschel und  als Symbol der Pilger.     


  • Musikinstrumente,  seit dem Spätbarock galten in Form von * Trophäen angeordnete Musikinstrumente  als Symbol kultivierter Lebensart. Bilder musizierender Familien vermitteln den  Eindruck harmonischen Zusammengehörigkeitsgefühls. Darstellungen von  Musizierenden aus verschiedenen Gesellschaftskreisen, wie etwa auf Bildern aus  dem Biedermeier zu finden, versinnbildlichen das Verbindende der Musik und den  Wegfall sozialer Schranken.


  • Nagel,  im  Christentum Symbol für * Passion und  Kreuzestod Christi.


  • Natter,  s. Schlange.


  • Neidfeige,  * Fica.


  • Nelke,  von mitteldt. negelkin, "Nägelein", Christusbezug wegen der wie ein  kleiner Kreuzesnagel geformten Gewürznelke, im Volksmund "Nagerl"  genannt.


  • Netz,  die Falschheit wurde früher oft in der Person eines Mannes mit Angel, Schlinge  oder Netz symbolisiert, manchmal in Begleitung eines Fuchses.


  • Nuss, s.  Walnuss.


  • Obelisk,  Kult-Symbol des ägypt. Sonnengottes * Ra (Re).


  • Ochse,  Symbol geduldigen Dienens, friedlicher Stärke und gebändigter (kastrierter) Kraft,  im Gegensatz zum wilden Stier. Der Ochse spielte bereits im antiken Kultus eine  wichtige Rolle sowohl als Opfer als auch als Zugtier von Wagen mit Kultgeräten  (* Kleobis und Biton). Im Christentum findet der Ochse bei der Geburt Christi  Erwähnung. Ein Ochse und ein Esel sollen sich im Stall von Bethlehem befunden  haben. Ochsen  werden auch mit der  Gründung von * Wallfahrtsstätten in Zusammenhang gebracht, weil sie bei  Begräbnissen von Heiligen manchmal mit dem Leichenwagen unvermittelt anhielten  und nicht weitergehen wollten. Dies wurde als symbolischer Wunsch des Toten  gedeutet, an dieser Stelle begraben zu werden.


  • Oktopus,  s. Tintenfisch.


  • Ölzweig,  Symbol des Friedens und des Sieges (* Olympische Spiele). Im heiligen Hain von  Olympia wuchsen überwiegend * Ölbäume. Die von * Noah nach der * Sintflut  ausgeschickte Taube kam zur Arche mit einem Ölzweig im Schnabel zurück, als  Zeichen der Versöhnung und des Friedens mit Gott. Zudem symbolisiert der  Ölzweig Erkenntnis, bezogen auf das Öl der Oliven, das durch die Öllampen  Helligkeit und im übertragenen Sinn Erleuchtung bringt. Als altes Brautsymbol  versinnbildlicht der Ölzweig Fruchtbarkeit und Lebenskraft durch das aus den  Oliven gewonnene Öl.


  • Omphalos,  Weltnabelstein, Symbol für den Mittelpunkt der Welt (* Omphalos).


  • Orans,  Sinnbild für Gebet und geistige Entrückung (* Orans).


  • Osterei,  das Ei, ein vorchristliches Symbol für die Wiedergeburt der Vegetation, wurde in das  christlichen Osterbrauchtum übernommen.


  • Osterhase,  der Hase war das Attribut der nordischen Frühlingsgöttin Ostara (angelsächsisch  Oestra), auf die möglicherweise das Wort Ostern und die Übernahme des Hasen in  das Osterbrauchtum zurückgeht.


  • Palme,  der oft über 20 m hohe Baum mit dem elastischen, allen Stürmen standhaltenden  Stamm galt seit alters her als Sinnbild für Sieg. Im Christentum werden * Märtyrer häufig mit Palmzweigen dargestellt. Die immergrünen Blätter symbolisieren  das ewige Leben und den Sieg des Glaubens über das Heidentum.


  • Panther,  Pantherfelle galten im Altertum als Symbol für Kraft sowie List und waren deshalb  oft Teil der Kriegskleidung. Der Wagen des Gottes * Dionysos wird von Panthern  gezogen.


  • Pantoffel,  Symbol der Frauenherrschaft über den Mann.


  • Päonie,  s. Pfingstrose.


  • Paradiesvogel,  Symbol für die Nähe des Himmels. Die Legende des 17./18. Jh. vom fußlosen  Paradiesvogel (Paradisea apoda), der die Erde niemals berührt, beruht darauf,  dass die präparierten Bälge von Paradiesvögeln ohne Beine nach Europa gelangten. 


  • Pegasus,  Symbol für poetische Kreativität (Dichtkunst).


  • Pelikan,  im MA war das Aussehen des exotischen Vogels in unseren Breiten nicht bekannt.  Im * Bestiarium wird berichtet, dass der Pelikan seine Brust aufreißt, um mit  dem eigenen Fleisch und Blut die Jungen zu ernähren; er galt deshalb als  Sinnbild für Aufopferung und als Symbol für Christus. Der Pelikan war auch das  Symboltier der * Rosenkreuzer, die u. a. "Ritter  vom Pelikan" genannt wurden. Die Wundärzte verwendeten  ebenfalls den Pelikan als Standeszeichen.


  • Pelze, Pelzverbrämungen,  Symbol feudaler Lebensart.


  • Pentagramm,  der in einem Zug gezeichnete Fünfstern galt als magischer Abwehrzauber gegen  Hexen und Dämonen sowie als Symbol für Christus, mit Bezug auf die fünf heiligen  Wundmale (* Pentagramm).


  • Perchten,  im Volksglauben dämonenhafte Repräsentanten guter und böser Mächte, die in der  Zeit der "Zwölfnächte" zwischen Weihnachten und Dreikönigsfest mit  Frau Perchta ähnlich der * Wilden Jagd  nächtens durch die Lüfte ziehen. Das  Brauchtum des Perchtenlaufs hat sich in manchen Alpengegenden bis heute  erhalten. Dabei tragenen vermummte Gestalten schwere aus Holz geschnitzte  Masken mit Ziegenhörnern. Schöne Masken ("Schönperchten")  symbolisieren dabei die guten Geister, hässliche Masken (mundartlich  "Schiachperchten") die bösen Geister. Besonders aufwendig gestaltete  alte Perchtenmasken sind beliebte Sammlerstücke.


  • Perle,  Symbol für die Macht des Wassers und für keimendes kosmisches Leben, da früher  angenommen wurde, Perlen entstünden durch Blitzschlag ins Meer bzw. durch das  in den zusammengeklappten Muschelschalen eingefangene Licht. * Perlen galten  auch als Symbol für Jungfräulichkeit, Reinheit und Vollkommenheit. Jesus wurde  vielfach als Perle des Christentums bezeichnet, empfangen durch den göttlichen  Blitz des * Heiligen Geistes.


  • Pfahl,  wie die Säule eine gedachte Verbindung zum Himmel und den damit verbundenen  positiven Kräften. In dem Zusammenhang auch * ithyphallisches, Zeugungskraft  spendendes Symbol


  • Pfau, in der Antike * Hera/Juno geweiht, da die Göttin die Federn der Vögel mit den Augen des von * Hermes getöteten hundertäugigen Wächters * Argos geschmückt haben soll. In der altchristlichen Kunst Symbol der Unsterblichkeit und der Auferstehung, weil der Vogel früher als unverweslich galt.  Die vier Flügel der * Cherubim werden bisweilen mit Pfauenfedern dargestellt. Später wurde der Pfau zum Symbol der Eitelkeit, lat. Superbia (* Tugenden und Laster). In Indien wird der als Schlangentöter geschätzte Pfau als Symbol und Verkörperung des Gottes Krischna angesehen. Er gilt auch als Vorbote des Regens, da die Inder sein Geschrei als minh-ao, "Regen kommt", deuten.


  • Pfauenfeder, gleiche Symbolik wie der Pfau. 


  • Pfeife, ausgebrannt, Vergänglichkeitssymbol ( * Vanitas-Motiv.)


  • Pfeil, Symbol der Sonne, Symbol für männliche Zeugungskraft und für den Liebesgott* Amor. Im MA wurde die als Strafe Gottes angesehene * Pest durch Pfeile symbolisiert. Diese konnten durch den schützenden Mantel Marias abgehalten werden (* Schutzmantelmadonna). In der modernen Symbolsprache ist der Pfeil neutral. Er gibt lediglich die einzuschlagende  Richtung an.


  • Pferd, die Bedeutung des Pferdes in der Symbolik hängt wesentlich von seiner Farbe ab. Weiße Pferde sind die Zugtiere der Wagen von * Eos und * Helios. Sie gelten deshalb als Lichtbringer. Die mit weißen Rossen in Verbindung gebrachten positiven Vorstellungen zeigen sich auch darin, dass der hl. * Georg - in der Ostkirche auch der hl. * Michael - stets auf einem weißen Pferd dargestellt werden. Schwarze Pferde symbolisieren dagegen Tod und Verderben. Der Wilde Jäger der * Wilden Jagd  wird meist auf einem schwarzen Pferd reitend wiedergegeben. Als Zugtiere für Leichenwagen dienten früher immer Rappen. Vielfach symbolisch gedeutet werden auch die Pferde der * Apokalyptischen Reiter


  • Pferd mit Flügeln, Sinnbild der Dichtkunst (* Pegasus).


  • Pfingstrose, in der Kunst Japans und Chinas beliebtes Sinnbild für Reichtum, Ehre, weibliche Schönheit, langes Leben und in Japan auch für das Kaiserhaus. In China zählt die Pfingstrose zu den Jahreszeitenblumen; sie symbolisiert den März und den Frühling. Das Motiv des sogen. * Zwiebelmuster-Porzellans geht auf chinesischen Vorbilder zurück. Es handelt sich dabei aber um keine Zwiebeln, sondern um Pfingstrosen (Päonien) und * Granatäpfel. Da ohne Dornen, ist die Pfingstrose sowohl Symbol als auch Attribut Marias. (Amulette mit den erbsengroßen Samen der Pfingstrose wurden als Schutz gegen Hexen und Geister sowie gegen die Gicht angesehen, deshalb hieß die Pfingstrose früher auch "Gichtrose", vgl.* Gichtamulett.)


  • Pfirsich, die schon im 1. Jh. n. Chr. aus dem Orient importierte Frucht galt noch im 17. Jh.  in Europa als eine Untergattung des Apfels, wie auch sein bot. Name "malum persicum" (persischer Apfel), zu erkennen gibt. Dementsprechend übertrug sich der Symbolgehalt des Apfels teilweise auch auf den Pfirsich. In China und Japan galt der Pfirsichbaum wegen seiner frühen Blüte als Symbol des Frühlings. Pfirsichblüten waren in China auch ein Sinnbild für Mädchen; deren Pubertät wurde "Pfirsichblüten-Verwirrtheit" genannt. Die Frucht selbst galt in China sowohl als Verkörperung des Weiblichen als auch als Symbol für Langlebigkeit und Unsterblichkeit.      


  • Pflaume, im Fernen Osten Symbol für Frühling, Jugend und Reinheit, da der Baum blüht, noch bevor die Blätter ausgebildet sind. Im Abendland gilt die Pflaume wegen der prallen, an einer Seite spaltenförmig eingezogenen Frucht seit alters her als verstecktes Symbol der weiblichen Sexualität. 


  • Pflug,früher als phallisches Symbol gedeutet da mit dem Pflug, als Vorbereitung für die Aussaat, der fruchtbare Schoß der Erde geöffnet wird. Die Vorstellung bezieht sich auf den alten Hakenpflug, bei dem ein pfahlförmiger Teil in der Erde entlang gleitet. Da dieser heute vereinzelt noch in Entwicklungsländern verwendete Pflug keine Pflugschar besitzt, wird die Erde nur gelockert, nicht aber gewendet.


  • Pflugschar, aus Schwertern geschmiedete Pflugscharen sind seit Jan Bruegel d. Ä. ein bekanntes  Symbol des Friedens, zurückgehend auf * Jesaja 2, 4: "... Da werden sie Schwerter zu Pflugscharen und ihre Speere zu Winzermessern machen."


  • Pforte, gilt als Sinnbild des Raumes, dessen Eingang sie bildet, davon abgeleitet z. B. die Begriffe Himmelspforte, Pforte der Hölle (* Höllenfahrt Christi) sowie Hohe Pforte, für das Reich des türkischen Sultans. 


  • Phallus, zwar primär Symbol für den Fruchtbarkeitsgott * Priapus, doch wurden in der Antike auch andere Götter phallisch dargestellt (* Herme). Phönix, Symbol für Unsterblichkeit und damit für Christus (* Phönix).


  • Pilz, Symbol für Langlebigkeit, weshalb zu Neujahr kleine Glückspilze verschenkt werden.


  • Phrygische Mütze, Sinnbild der Freiheit (* Phrygische Mütze).


  • Pinienzapfen, da der Zapfen innerhalb der Schuppen eine große Anzahl von Samen enthält, zählt er wie andere vielsamige Gewächse (z. B. Granatapfel und Kürbis) zu den Sinnbildern für Reichtum, Fruchtbarkeit und fleischliche Liebe (deshalb auch Symbol für den Phallus). Beim * Thyrsosstab bildet ein Pinienzapfen den bekrönenden Abschluss.


  • Pistill, lat., "Mörserstößel". Der Pistill ist Symbol für das männliche und der * Mörser Symbol für das weibliche Prinzip. 


  • Planeten, der Symbolgehalt der Planeten wurde eingehend in den im 15. Jh. erschienenen* Planetenbüchern beschrieben. Sie beziehen sich auf den  Einfluss, den die Planeten nach Auffassung der Astrologen auf das Geschick der Menschen nehmen.


  • Posaune, auf alten Bildern dienen Posaunenbläser als Symbol für eine Botschaft. Sie drücken auch Jubel aus, wie beispielsweise posaunenblasende Engel bei Darstellungen der Geburt des Jesuskindes oder der Auferstehung am Tag des* Apokalyptischen Gerichts.


  • Purpur, die rote Farbe der Purpurschnecke galt im Altertum wegen ihrer Kostbarkeit als Symbol für Macht. Purpur war zeitweise nur Herrschern (Purpurmantel) und den Vertretern höchster Ämter sowie Priestern vorbehalten.  Die am Rand mit Purpurstreifen versehene * Toga durften im römischen Reich nur Angehörige der höheren Stände tragen. In der kath. Kirche ist der Purpur die Farbe der Kardinäle.


  • Quadrat, erdgebundenes Symbol zum Unterschied vom Kreis, der den Himmel versinnbildlicht. Das Viereck gilt als Zeichen des von Menschen geschaffenen Ordnungsprinzips. Die Vierfachortung beruht auf den vier Himmelsrichtungen. Der Ausdruck "Stadtviertel" weist noch heute  auf die von den Römern quadratisch angelegten Städte hin, die waagrecht und senkrecht von je einer Hauptstraße durchzogen waren, die den Grundriss viertelten.


  • Quelle, in fast allen Kulturen wurden Quellen in Verbindung mit Quellgottheiten kultisch verehrt und mit Ursprung, Reinheit, Fruchtbarkeit und manchmal auch mit Heilkraft in Zusammenhang gebracht. Seit Beginn der Neuzeit dient die Quelle im übertragenen Sinn als Sinnbild geistig-seelischer Kräfte. Die Quelle ist auch ein Symbol für die Taufe, als Quelle des Lebens.


  • Quitte, im Altertum Fruchtbarkeitssymbol. Sie war * Dionysos und * Venus geweiht und diente auch als Brautspeise.


  • Rabe, zwischen Rabe und Krähe wird in Mythologie und Symbolik im allgemeinen nicht unterschieden. Da Rabenvögel Geräusche imitieren, manche sogar menschliche Laute wiedergeben können  (Dohlen),  ist der Rabe ein Symbol für Weisheit, Prophezeiungen und Geschwätzigkeit. Als Strafe für die Schwatzhaftigkeit soll Apollon das früher weiße Gefieder des Raben schwarz gefärbt haben (* Apollon tötet Koronis). Da der Rabe Aas frisst, symbolisiert er manchmal auch die Bosheit und das Böse an sich. Auf diesen Symbolgehalt nimmt die Darstellung von auf Galgen sitzenden Raben oder Krähen Bezug, die auf den Tod des Gehenkten warten, um dann Fleischstücke aus dem Körper zu picken. Sie sollen auch nach Kampfhandlungen in Schwärmen das Schlachtfeld aufgesucht haben und über die Leichen hergefallen sein. Raben und Krähen galten deshalb als Unglücksbringer. Der bekannteste "Unglücksrabe" ist die harmlos- humorige Gestalt des "Hans Huckebein" von Wilhelm Busch. Die Raben am Gelände des Tower von London symbolisieren den Bestand des British Empire. Sie bekommen Futter, und es werden ihnen die Flügel gestutzt, damit sie nicht fortfliegen, weil einer Legende nach  ihr Verschwinden den Einsturz des Tower und den Untergang des Königreichs nach sich ziehen würde.     


  • Rad, auf Darstellungen meist als Speichenrad wiedergegeben, Symbol für Buddha, den Wagen des Sonnengottes * Helios und die * Märtyrerin * Katharina (* Katharinenrad).


  • Ratte, auf mittelalterliche Darstellungen meist nicht von Mäusen zu unterscheiden und wie diese Symbol für Krankheiten, Hexerei, böse Geister und Unglück. In Asien gilt die Ratte als glückbringendes Symbol


  • Räuber, oft romantisch verbrämte Symbolgestalt, Symbol des Widerstandes gegen herrschaftliche Unterdrückung und Ausbeutung (Robin Hood).


  • Rauch, der zum Himmel aufsteigende Rauch wurde als Symbol dafür angesehen, dass ein Opfer gnädig angenommen worden sei. * Kain erschlug seinen Bruder * Abel, weil der Rauch von dessen Opferfeuer  säulenartig aufgestiegen war, sein eigenes Opferfeuer aber nur qualmte und der Rauch sich am Boden ausbreitete.


  • Raute, seit dem Altertum Symbol für die Vulva und Verkörperung des weiblichen, empfangenden Prinzips.


  • Rechenbrett, Symbol für Arithmetik, eine der sieben freien Künste (* Artes liberales).


  • Rechts und links, da die meisten Menschen Rechtshänder sind, war die rechte Seite bereits im Altertum die bevorzugte. Der Platz zur rechten Hand des Hausherrn gilt als Ehrenplatz. Der auferstandene * Heilandsitzt zur Rechten Gottvaters, und auch den Auserwählten beim * Jüngsten Gericht wird die rechte Seite zugeordnet (* Rechts und links).


  • Regen, Sinnbild für die Befruchtung der Erde (* Gäa) durch den Himmel. Mit Ausnahme der * Sintflut hat der Regen in allen Kulturen durch die Förderung der Vegetation positive Bedeutung.


  • Regenbogen, überwiegend als segenkündende und glückverheißende Naturerscheinung gedeutet. Das Erscheinen eines Regenbogens am Ende der Sintflut wurde als Zeichen der göttlichen Gnade angesehen. Der Regenbogen galt allgemein als Symbol des * Alten Bundes (* Genesis 9, 13): "Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt. Der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde." (Das Sinnbild des NT ist der Kelch.) Die sieben Farben des Regenbogens werden mit den sieben * Sakramenten und den sieben Gaben des * Heiligen Geistes verglichen. Auf mittelalterlichen Darstellungen (Elfenbeinreliefs) thront Christus manchmal auf einem Regenbogen (* Majestas Domini). Der Regenbogen wird aber auch als Mariensymbol angesehen, bezugnehmend auf die Vermittlerrolle Marias zwischen Gott und den Menschen. Das griechische Wort für Regenbogen, * Iris, wurde seit Hesiod mit der Götterbotin gleichgesetzt; bisweilen wird der Regenbogen auch als ihr Gürtel bezeichnet. Die Volksdichtung verbindet den Regenbogen mit Reichtum und berichtet, dass am Ende jedes Regenbogens ein mit Goldstücken gefüllter Topf vergraben sei.


  • Reichsapfel, zu den * Reichsinsignien zählendes Symbol für Herrschaft.


  • Reiher, der Sage nach kann er über den Wolken fliegen, um dem Unwetter zu entgehen. Der Reiher gilt daher als Symbol für die Gerechten, die sich von allem Irdischen abwenden und deren Sinn allein auf das Himmlische ausgerichtet ist. Den positiven Symbolgehalt beeinflusst ferner, dass der Reiher Schlangen frisst, die das Böse verkörpern.


  • Reisigsammler, Symbol für den Winter.


  • Ring, Materialisation des Kreises als Symbol Zeichen der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft oder einem Stand.


  • Rose, als Königin der Blumen Sinnbild für  die Himmelskönigin Maria. In der Antike war man der Ansicht, dass Rosen die Wirkung des Weines abschwächten und davor bewahrten, Geheimnisse zu verraten. Die Rose galt deshalb als Symbol der Verschwiegenheit, lat. "sub rosa" (unter der Rose, d. h. unter dem Siegel der Verschwiegenheit). In diesem Sinn sind die als Dekor geschnitzten Rosetten und Rosen alter Beichtstühle zu deuten. In der Blumensymbolik bedeuten rote Rosen eine Liebeserklärung. Pfingstrosen werden in der Dichtung als Rosen ohne Dornen gepriesen. 


  • Rosenkreuz, Symbol der * Rosenkreuzer.


  • Rubin, altes Symbol der leidenschaftlichen Liebe und der Lebenskraft.


  • Ruine, im Klassizismus repräsentierten Phantasieruinen die Antike, in der Romantik hingegen den * Vanitas-Gedanken.


  • Rute, Symbol für die  Grammatik, eine der sieben freien Künste (* Artes liberales), als Hinweis auf die in den Lateinschulen üblichen Strafmethoden. Auch Fruchtbarkeitssymbol (Barbarazweige).


  • Salamander, s. Feuersalamander.


  • Salz, wegen seiner lebenswichtigen Bedeutung seit alters her gemeinsam mit Brot ein Symbol der Gastfreundschaft. Da man mit Salz konservieren kann, wurde dieses seit der Antike auch für rituelle Reinigungen verwendet und galt als wichtige Opfergabe sowie als Mittel gegen Dämonen und böse Geister. Im MA glaubte man, Hexen würden gesalzene Speisen verabscheuen.


  • Sanduhr, Zeichen für die Vergänglichkeit (* Memento mori), Bezug nehmend auf die rasch verrinnende Zeit und das nahende Ende.


  • Saphir, wegen seiner blauen Farbe wird der Edelstein mit dem Himmel in Verbindung gebracht und symbolisiert Keuschheit sowie Wahrheitsliebe.


  • Sarkophag, Erinnerung an den Tod, * Memento-mori-Symbol


  • Säule, Sinnbild für tragende Kraft und Macht (Triumphsäulen) sowie phallisches Symbol Die Säulen des * Herakles (Gibraltar) galten als Pforte zu dem die Erde umgebenden * Okeanos. Die beiden Bronzesäulen, die den Eingang zur Vorhalle des Salomonischen Tempels in Jerusalem flankierten, sollen fast neun Meter hoch gewesen sein. Sie hießen "Jachin" (Gott macht fest) und "Boas" (In Ihm ist Kraft). Verkleinerte Nachbildungen fanden Eingang in die Freimaurer-Symbolik. 


  • Schaf, während das weibliche Schaf als hilflos, dumm und leichte Beute für den Wolf angesehen wird, gilt der Widder als Symbol für Kraft, manchmal auch für Zorn. 


  • Schatten, bisweilen als Symbol der * Seelen verstanden. Das Totenreich wird als Reich der Schatten bezeichnet. In Volksmärchen besitzen Menschen, die für Gold ihre * Seele dem * Teufel verkauft haben, keinen Schatten mehr. Abergläubige Menschen vermieden, in den Schatten eines anderen zu treten oder im Schatten eines anderen zu stehen, da dieser sonst von ihnen Besitz ergreifen könnte. Bei der* Verkündigung wählte der Erzengel * Gabriel die Worte: "Heiliger Geist wird über dich kommen, und Kraft des Allerhöchsten wird dich überschatten ..." (* Lukas, 1, 35).


  • Schellenkappe, Symbol der Narren.


  • Schenkel, als Verlängerung der Lenden Symbol für Zeugung und Schöpfungskraft (* Dionysos wuchs in einem Schenkel des Gottes * Zeus heran). Gekreuzte Oberschenkelknochen unter einem Totenschädel versinnbildlichen die abgestorbene Kraft der Lenden und den entschwundenen Geist (* Memento-mori-Symbol). Die in sich alles wiederaufnehmende Göttin * Gäa wird manchmal dargestellt, wie sie einen menschlichen Schenkel verschlingt. 


  • Schiff, Verkörperung der christlichen Kirche.


  • Schildkröte, in der Mythologie Asiens Symbol für das Universum. Auf alten Darstellungen dient ein Schildkrötenpanzer als Stütze für das Himmelsgewölbe. In Europa war die Schildkröte die Personifikation des Gefühls und wegen ihrer vielen Eier auch ein Symbol für Fruchtbarkeit und Sinneslust. Bisweilen wurde die Ansicht vertreten, bei Schildkröten gäbe es nur weibliche Tiere, die sich mit Schlangen paaren. Wegen der Möglichkeit, sich in den Panzer zurückzuziehen, galt die Schildkröte auch als Sinnbild sittsamer Liebe. Der Panzer machte die Schildkröte zum Symbol des Schutzes gegen Sturm und Hagel. Allgemein wird die Schildkröte wegen ihrer hohen Lebenserwartung mit langem Leben in Verbindung gebracht.


  • Schimmel, als weißes Pferd, ist ein Symbol für das Gute.


  • Schimmel(pilz), auf * Stillleben verkörpert das Böse. Ebenso wie die Darstellung von Fäulnis an Früchten bedeuten von Schimmel befallene Stellen ein * Memento-mori-Symbol.


  • Schirm, wie der * Baldachin Symbol für Herrscherwürde. In der altindischen Kunst galt beispielsweise ein über einem leeren Thron oder einem reiterlosen Pferd aufgespannter Schirm als Symbol für Buddha.


  • Schlange, galt früher wegen ihrer Häutungen als Sinnbild für Lebenserneuerung. Auch mit Weisheit in Verbindung gebrachtes Symbol der * Prudentia (Klugheit). Im Christentum Symbol für das Böse und den Sündenfall (* Genesis3,1). Seit dem MA war die Schlange auch das Symbol für Falschheit und Zwietracht.


  • Schlange, die sich in den Schwanz beißt, Sinnbild der Ewigkeit ( * Aeternitas, * Uroboros).


  • Schleier,bereits im  AT ein Symbol für Trauer. In Verbindung mit der * Schleierspende der Gottesmutter, ein Symbol für Schutz und Schirm.


  • Schlinge, die Falschheit wurde  oft durch einen Mann mit Angel, Schlinge oder Netz symbolisiert, manchmal auch in Begleitung eines Fuchses.


  • Schlüssel, eine (feierliche) Schlüsselübergabe gilt als symbolische Handlung der Inbesitznahme, z. B. einer belagerten Stadt, oder als Zeichen der Übertragung der Schlüsselgewalt, der Inbesitznahme des Haushaltes durch die Ehefrau. In der christlichen Symbolik repräsentiert der Schlüssel die * Petrus verliehene Vollmacht, zu lösen und zu binden. "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein im Himmel" (* Matthäus 16, 19). Diese Vollmacht wurde in weiterer Folge auf den Kreis der * Jünger und den Klerus übertragen (* Binde- und Löse-Schlüssel). In der Bildenden Kunst wird die feierliche Schlüsselübergabe an Petrus  meist mit dem Terminus "donatio clavis" bezeichnet.


  • Schmelztiegel, im MA Sinnbild für das weibliche Prinzip.


  • Schmetterling, griech. * Psyche. Schon im Altertum war der Schmetterling sowohl  ein Sinnbild für die menschliche Seele als auch für Flatterhaftigkeit und  Leichtlebigkeit. (Elfen wurden früher vielfach mit Schmetterlingsflügeln dargestellt, ebenso der Gott des Schlafes, * Hypnos/Somnus. In der frühchristlichen Kunst war der Schmetterling wegen seiner Metamorphose (Raupe, Verpuppung und Schmetterling) ein Symbol für die * Auferstehung Christi.


  • Schnecke, von althochdt. snecko, "Kriechtier". Wie andere am Boden kriechende Tiere oft mit negativen Bedeutungen in Verbindung gebracht. Ihrer langsamen Fortbewegung wegen ist die Schnecke ein Symbol für die Faulheit und, da Zwitter, auch für die Wollust. Ein leeres Schneckenhaus auf * Stillleben wird deshalb als * Memento-mori-Symbolangesehen, da vielfach die Meinung herrschte, dass sexuelle Aktivität zum frühen Tod führen würde. Die Weinbergschnecke, die ihr Haus im Spätherbst mit einem Kalkdeckel verschließt, den sie im Frühjahr wieder sprengt, galt früher auch als Auferstehungssymbol. 


  • Schneeglöckchen,  zählt zu den Demut symbolisierenden Blumen und wird vor allem mit Maria in Verbindung gebracht.


  • Schnitter, Symbol für den Tod.


  • Schriftrolle, Symbol für Wissen und Gelehrsamkeit. In der Sakralkunst symbolisiert die Schriftrolle vor allem die * Bibel und die * Thora.


  • Schuh, Symbol mit zahlreichen Bedeutungen, u. a. altes Sinnbild für Freiheit, da Unfreie und Sklaven über kein eigenes Schuhwerk verfügten. Im 15./16. Jh. war der * Bundschuh das Feldzeichen der aufständischen Bauern.


  • Schwalbe, Symbol der Auferstehung, des Frühlings und der Hoffnung (auf die Rückkehr des Frühlings). In der * Heraldik gibt die Darstellung einer Schwalbe zu erkennen, dass es sich um jüngere Nachkommen handelt, die über keinen Landbesitz verfügen, wie die Zugvögel.


  • Schwan, der weiße Schwan gilt in allen Kulturen als positives Symbol und versinnbildlicht Mut sowie edle Reinheit und Herkunft. Er wird oft als König der Wasservögel bezeichnet und soll bei einem Angriff auf die Jungen sogar den Seeadler in die Flucht schlagen. Als Beispiel für edle Herkunft wird angeführt, dass Gott * Zeus die mit König * Tyndareos verheiratete * Leda in Gestalt eines Schwanes schwängerte. Schwäne zogen * Apollons Wagen und den Nachen des * Lohengrin. Da  Schwäne im Winter manchmal in Gewässern festfrieren und dabei  durchdringende Schreie ausstoßen, wird der klagende Schwan als Ankündigung des nahenden Todes angesehen (Schwanengesang). <