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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Symbolismus , Stilrichtung, die von ca. 1885-1910 sowohl in der Literatur als auch in der Bildenden Kunst, und da vor allem in der Malerei, vertreten war.

Kennzeichnend für den Symbolismus ist die Verwendung von Metaphern und Symbolen zur Übermittlung von Botschaften. Als erste Vertreter des Symbolismus in der Malerei gelten die Franzosen Emile Bernard und Paul Gauguin, die einander im Sommer 1888 in dem kleinen Fischerdorf Pont-Aven begegneten. Beide lehnten sowohl die naturalistische Maltradition der * Akademie als auch den * Impressionismus ab. Auch die bald darauf in Mode gekommene * Art-Nouveau-Malerei entsprach nicht den Vorstellungen Bernards und Gauguins. Auf der Suche nach einer neuen suggestiven Ausdrucksform experimentierten sie damit, die Wirklichkeit über eine symbolhafte Ästhetik durch Synthese verschiedener Bildinhalte auszudrücken (* Synthetismus).

In der Praxis geschah dies so, dass die Motive nicht direkt von der Natur auf den Bildträger übertragen, sondern nur die Eindrücke aus dem Gedächtnis wiedergegeben wurden. Man wollte vereinfachen, um zu offenbaren (E. Bernard). Die unmittelbare Wiedergabe der Wirklichkeit wich zum Teil der Symbolik. Der Symbolismus richtete sich gegen die Aufklärung, den Realismus, die materialistische Lebenseinstellung und in der Kunst vor allem gegen den Impressionismus. In der Bildenden Kunst konstatierten die Symbolisten das Fehlen von Romantik und den Mangel an geistiger Aussage. Diese so genannte Inhaltlosigkeit war Zielpunkt der Kritik vor allem in der von Gustave Kahn herausgegebenen Zeitschrift "Le symboliste". Die Symbolisten wollten mit ihren Werken Ideen vermitteln.

Ihre Bilder stellten im allgemeinen keine Handlungen, sondern Zustände dar und sollten zum Nachdenken anregen. Die Imagination wurde zur wichtigsten Quelle der Kreativität erhoben. Angeregt von der symbolistischen Poesie der französischen Dichter Stéphane Mallarmé, Arthur Rimbaud u. a., gestalteten die symbolistisch tätigen Maler traumähnliche Szenerien voller * Metaphern. Erklärte Gegner des Symbolismus waren die * Fauves, die die ihrer Meinung nach zu literarisch orientierten Inhalte des Symbolismus verurteilten. Im Symbolismus fanden vor allem poetische, religiöse und romantische Strömungen formalen Ausdruck. Aber auch raffinierte Erotik, bis hin zur Dekadenz, hatte ihren Stellenwert.

Eines der Lieblingsthemen des Symbolismus war die Verbindung von Erotik und Tod. Dargestellt sind häufig blasse, sensibel und melancholisch wirkende Frauen mit rätselhaftem Lächeln, z. B. bei den Bildern von Fernand Khnopff. Beeinflusst wurde die symbolistische Malweise u. a. durch die * Präraffaeliten und die * Nabis mit ihren mythisch-religiös ausgerichteten Werken sowie die * Beuroner Malerschule. Hauptvertreter des Symbolismus in der Bildenden Kunst waren neben E. Bernard und P. Gauguin vor allem Ferdinand Hodler in der Schweiz, Gustave Moreau, Odilon Redon, Paul Sérusier und Puvis de Chavannes in Frankreich, Fernand Khnopff in Belgien und Gustav Klimt in Österreich.

H. H. HOFSTÄTTER, S. und die Kunst der Jahrhundertwende, Köln 1965; U. CHRISTOFFEL, Symbolism, Ausstellungskat., New York, November 1970; W. JAWORSKA, P. Gauguin et l´École de Pont-Aven, Neuchâtel 1971; Ph. JULLIAN, Dreamers of Decadence. Symbolist Painters of the 1890s, London 1974; S. in Europa, Kat., Baden-Baden, Rotterdam 1976; J. CASSON (Hg.), Lex. des S., Gütersloh, Stuttgart 1979; M. WASCHEK, Eklektizismus und Originalität. Die Grundlagen des franz. S. am Beispiel von E. Bernard, Konstanz 1990; S. BROSI, "Der Kuß der Sphinx". Weibliche Gestalten nach griech. Mythos in Malerei und Graphik des S., München 1992; M. GIBSON, S., Köln 1995.


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