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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Synagoge , griechische Übersetzung von hebräisch bet ha-knesset, "Haus der Versammlung",

1) als Bet- und Versammlungshaus verwendeter jüdischer Kultbau nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem (70 n. Chr.). Die ersten Synagogen waren stets zweigeschossig, wobei oft die Ansicht vertreten wird, der erste Stock wäre den Frauen vorbehalten gewesen. Eine andere Meinung weist den Frauen, wie bei der Tempelanlage, den angrenzenden Hof als Aufenthaltsort zu. Viele Synagogen sind auch mit einer * Empore versehen, die nur von außen zugänglich ist und auf der sich vermutlich die Frauen tatsächlich aufhielten. Die Synagogen dienten ursprünglich dem gemeinsamen Gebet, der Unterweisung und als Versammlungsort, wo Fragen der Gemeinde besprochen und Rechtsfragen geklärt wurden. (Vor der Zerstörung des Tempels brachte man das Opfer ausschließlich im Tempel dar.) Im 3./4. Jh. war die Gebäudefront mit dem Eingang gegen Jerusalem hin ausgerichtet, vom 5.-7. Jh. die * Apsis mit dem Schrein, in dem die Thorarollen (* Pentateuch) aufbewahrt werden.

2) Seit dem 9. Jh. in der Bildenden Kunst die Personifikation des AT in Form einer Frauengestalt. Die Pendantfigur zur Synagoge ist * Ecclesia, die das NT versinnbildlicht. In der christlichen Kunst wird Synagoge immer mit verbundenen Augen als Verliererin dargestellt, der die Gesetzestafeln aus den Händen gleiten, Ecclesia dagegen als Siegerin. Als Bildsymbole für Synagoge und Ecclesia dienen auch Mond und Sonne.

Lit. 1): R. WISCHNITZER, The Architecture of the European Synagogue, Philadelphia 1963; R. KRÜGER, Die Kunst der S., Leipzig 1966; D. DAVIDOVICZ, Wandmalereien in alten S., Hannover 1969; S. J. SALLER, Second Revised Cat. of Ancient Synagogues of the Holy Land, Jerusalem 1972; G. REEG, Die antiken S. in Israel, 2 Bde., Wiesbaden 1977; P. GENÉE, Wiener Synagogen, Wien 1987; H.-P. STÄHLI, Antike S.nkunst, Stuttgart 1988; R. HACHLILI, Ancient Synagogues in Israel, 3.-7. centuries. Proceedings of Symposium Haifa 1987, Oxford 1989; P. GENÉE, S. in Österr., Wien 1992.

Lit. 2): A. RADDATZ, Zur Entstehung des Motivs "Ecclesia u. S.", in: Kunst u. Kirche 23, 1960; F. RONIG, Der thronende Christus mit Kelch u. Hostie zwischen Ekklesia u. S., in: Archiv f. mittelrhein. Kirchengesch. 15, 1963; W. SEIFERTH, S. und Kirche im MA, München 1964; H. LIEBENSCHÜTZ, S. u. Ecclesia, Heidelberg 1983.


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