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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Synchromismus , von griechisch syn-, "zusammen-", und chroma, "Farbe",

In der Bedeutung von "Gleichklang der Farben", eine 1912 in Paris entstandene Form der abstrakten Malerei, die auf der wissenschaftlichen Analyse des Spektrums beruht und die Fortführung der von P. Cézanne und den Kubisten vertretenen Kunsttheorien darstellt. Wesentlich für den Synchromismus ist, dass seine Vertreter die Form ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Beziehung der Farben zueinander betrachten. Die im allgemeinen abstrakten Bilder bestehen aus in lebhaften Farben ausgeführten einfachen geometrischen Formen, oft aus Dreiecken, Kreisen oder Kreisabschnitten, die den Eindruck vibrierender Bewegung vermitteln.

Es besteht eine gewisse Verwandtschaft mit dem u. a. von Delaunay vertretenen * Orphismus. Gegen diesen grenzten sich die Vertreter des Synchomismus aber durch eine noch stärkere Einbindung wissenschaftlicher Erkenntnisse der Farbwirkungen ab. Entwickelt wurde der Synchromismus von den Amerikanern Stanton MacDonald-Wright, der seit 1907 die * Académie des Beaux-Arts und die * Académie Julian in Paris besuchte, und Morgan Russel, einem Matisse-Schüler, der seit 1906 in Paris lebte und für den jüngeren Wright ein Vorbild war. Beide Künstler nahmen an Ausstellungen teil, die vom * Salon der Unabhängigen und vom Herbstsalon veranstaltet wurden. Die Maler des Synchromismus bezeichneten ihre abstrakten Gemälde, die u. a. in der * Sonderbund-Ausstellung und in der * Armory Show in New York präsentiert wurden, als "Synchromien". 1914 widmete die Caroll Gallery in New York dem Werk Wrights (in Abwesenheit des in Paris lebenden Malers) eine spezielle Ausstellung. Ab 1916 arbeiteten Wright und Russel wieder in Amerika.


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