Synthetismus , Stilrichtung der Malerei des späten 19. und frühen 20. Jh., die vor allem von Emile Bernard, Paul Gauguin, Georges Seurat und Paul Signac vertreten wurde.
Synthetismus nannten Bernard und Gauguin, die einander 1888 in Pont Aven getroffen hatten, den * Symbolismus, d. h. ihre Versuche, die Wirklichkeit durch eine Synthese verschiedener Bildinhalte über eine symbolhafte Ästhetik auszudrücken. In der Praxis geschah dies dadurch, dass die Motive nicht direkt von der Natur auf den Bildträger übertragen, sondern die bleibenden Eindrücke aus dem Gedächtnis wiedergegeben wurden. Das von E. Bernard formulierte Ziel war es, zu vereinfachen, um zu offenbaren. 1889, im Jahr der * Weltausstellung in Paris, fand im Café Volpini in Paris eine Ausstellung mit dem Titel "Synthétisme" statt. 1891 formierte sich dann die "Groupe Synthétiste", der neben E. Bernard und P. Gauguin u. a. auch Charles Laval und Louis Anquetin angehörten.
J. REWALD, Von van Gogh bis Gauguin, Köln 1957; H. R. ROOKMAKER, Synthetist Art Theories, Amsterdam 1959.
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