Tabernakel , das, der, von lateinisch tabernaculum, "Hütte", "Zelt"
1) seit dem 12. Jh. das in christlichen Kirchen verwendete Behältnis zur Aufbewahrung des Hostiengefäßes. Es gab turmartige, auf dem Altar aufgestellte Gehäuse, in einer Wand eingelassene Tabernakel und in der Spätgotik auch frei stehende steinerne Sakramentshäuschen. Im 13. Jahrhundert waren Tabernakel manchmal schon fest mit dem Altar verbunden, was im 16./17. Jh. zur Regel wurde.
2) Architektonischer Dekor in Form eines * Baldachins, der vor allem in der Gotik über Plastiken oder auch über Altären angebracht wurde. Diese Art der Überdachung heißt auch * Ziborium.
3) Mittelteil des oft gehäuseförmig gestalteten Schafts von * Fialen, der zur Unterbringung von Figuren dient.
Lit. 1): E. BAARE-SCHMIDT, Der spätgotische Tabernakel in Deutschland, Diss., Bonn, Düsseldorf 1937; H. CASPARY, Das Sakramentstabernakel in Italien bis zum Konzil von Trient, Diss. München 1964; E. J. LENGELING, Die Bedeutung des Tabernakels im katholischen Kirchenraum, Leipzig 1967; W. PRUTSCHER, Das T., Gesch., Vorschriften, Ausführung, Wien 1980; H. WEIDENHOFFER, Sakramentshäuschen in Österr., Diss. Graz 1992.
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