Tafelbild , Tafelmalerei, mit * Tempera- oder auch * Ölfarben auf Tafeln (* Malbretter) aus Holz gemalte und oft mit * Blattgold belegte Gemälde.
Abgesehen von spätantiken Mumienbildnissen und byzantinischen * Ikonen, stammen die ersten Tafelbilder aus dem 11. (Antependien) und 12. Jh. (Retabeln). Für kleinere Formate dienten später oft Kupfertafeln als * Bildträger. Allgemein wurde der Ausdruck Tafelbild früher für alle nicht in Form von Wandgemälden ausgeführten Bilder verwendet. Die gerahmten, als Malbretter bezeichneten hölzernen Bildtafeln wurden zumeist von Schreinern geliefert. Sie mussten vor dem Bemalen mit einer * Grundierung versehen werden. Da die Malbretter oft das Ausmaß von Schilden hatte, hießen sie in Teilen Deutschlands auch "Schilder".
Der holländische Ausdruck "Schilderij" für Gemälde bezieht sich aber möglicherweise nicht auf die Form, sondern auf "schildern", also die Schilderung eines Themas. Große Malbretter mussten aus mehreren Teilen zusammengesetzt werden und weisen auf der Rückseite oft eine * Parkettierung auf. Das Tafelbild wurde - sieht man von der Ikonenmalerei ab - im 16. Jahrhundert von Gemälden abgelöst, deren Bildträger aus einer in einem * Blendrahmen eingespannten Leinwand besteht.
W. WORRINGER, Die Anfänge der Tafelmalerei, 1924; A. EIBNER, Entwicklung und Werkstoffe der Tafelmalerei, 1928; F. WÜRTENBERGER, Weltbild und Bilderwelt, von der Spätantike bis zur Moderne, Wien, München 1959; L. H. WÜTHERICH, Spätgot. Tafelmalerei (1475-1520) aus dem Schweizerischen Landesmuseum 23, Bern 1969; A. STANGE, Kritisches Verzeichnis der dt. T. vor Dürer, 3 Bde, Oberrhein, Bodensee, Schweiz, Mittelrhein, Ulm, Augsburg, Allgäu, Nördlingen, von der Donau zum Neckar, hg. v. Norbert Lieb, in: Bruckmanns Beiträge zur Kunstwissenschaft, München 1970; F. BAUMGART, Gesch. der abendländ. Malerei, Stuttgart 1971; H. FRONIUS, Die Entstehung und Entwicklung des stehenden Ganzfigurenporträts in der Tafelmalerei, Würzburg 1973; H. BELTING, Das Bild und sein Publikum im MA, Berlin 1981; R. NEU-KOCK, Das Walburgis-Antependium. Das älteste T. Deutschlands im Besitz des Westfäl. Kunstvereins, in: Westfalen 59, 1981.
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