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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Tannhäuser . Das alte, auf ein Volkslied des 13. Jh. zurückgehende Motiv des Ritters Tannhäuser, der auf seinen Reisen zum Venusberg gelangte und von Frau Venus in ihr Reich gelockt wurde, um in Lust und Freuden zu leben, war ein bevorzugtes Sujet der Bildenden Kunst der Romantik und des Historismus und lebt in der gleichnamigen Oper Richard Wagners bis heute weiter.

Das Tannhäuser-Thema ist im so genannten "Entlibuch" (1830) und in Uhlands "Alten hoch- und niederdeutschen Volksliedern" (1845) enthalten und war Thema zahlreicher Abhandlungen (Grässe, "Die Sage vom Ritter Tanhäuser", Dresden, Leipzig 1846, und Kornmann, "Mons Veneris", Frankfurt 1614). Es wird von einem mittelhochdeutschen Lyriker namens Tannhäuser oder Tannhuser (ca. 1205-1270) berichtet, der ein Spross eines bayerischen oder salzburgischen Rittergeschlechts war und sich zeitweilig am Hof Herzogs Friedrich des Streitbaren von Österreich aufhielt.

Besagter Tannhäuser soll sein Hab und Gut verprasst und danach als Minnesänger gelebt haben. Zum Unterschied von anderen Minnesängern, die ein idealisiertes Frauenbild und die "reine", platonische Liebe priesen, verfasste er vor allem Tanzlieder und besang Gelage sowie die fleischlich-sinnliche Liebe. Durch seine Lebensweise wurde Tannhäuser zu der bekannten Sagengestalt. Nachdem Tannhäuser der Legende nach längere Zeit im Venusberg gelebt hatte, rührte ihn sein Gewissen, und er machte sich unter Anrufung Marias frei von Frau Venus. Um Vergebung seiner Sünden zu erlangen, pilgerte er nach Rom.

Papst Urban IV. erließ ihm jedoch seine Sünden nicht, sondern wies auf einen Wanderstab und meinte, dass Tannhäuser die Verzeihung Gottes ebensowenig erlangen werde, wie der dürre Stab zu grünen vermöge. Nach drei Tagen begann der Stab jedoch zu sprießen, und der Pontifex sandte Boten aus, die aber den auf dem Rückweg zum Venusberg befindlichen Tannhäuser nicht mehr einzuholen vermochten. Bekannte Gemälde des Tannhäuser-Themas stammen von Josef Aigner und wurden 1881 in das Tafelwerk des Arbeitszimmers König Ludwigs II. eingesetzt. Zu sehen sind "Tannhäuser bei Frau Venus" und "Tannhäuser als Büßer vor Papst Urban IV.".

M. PRAWY, T. im Arbeitszimmer, in: "Nun sei bedankt ...". Mein Richard-Wagner-Buch, München 1982.


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