Tapisserie , von französisch tapis, "Teppich",
Allgemein verwendeter Ausdruck für gewirkte Bild- oder Wandteppiche, die auf dem * Basselisse- oder * Hautelissewebstuhl hergestellt sind. In die im Webstuhl aufgespannten Kettfäden (* Kette), meist aus stark gedrehter Wolle, wird der farbige * Schuss in Wolle und * Seide eingetragen. Er wird jeweils nur so weit geführt, als es die Zeichnung verlangt, und läuft nie, wie etwa in der Stoffweberei, über die ganze Gewebebreite. Durch festes Anschlagen der Schussfäden aneinander mit einem Kamm werden die Kettfäden ganz abgedeckt. Tapisserien tragen häufig Weberzeichen und Stadtmarken (* Tapisseriemarke). Die überaus große Bedeutung der * Gobelins führte dazu, dass der Name Gobelin als Synonym für Tapisserie verwendet wurde. In Italien werden Tapisserien meist * Arazzi genannt.
H. SCHMITZ, Wandteppiche, Berlin 1919; H. GÖBEL, Wandteppiche, 6 Bde. (Niederlande, Romanische Länder, Slavische und german. Länder), Leipzig 1923, 1928, 1934; F. SALET, La Tapisserie française du Moyen Age à nos jours, Paris 1946; D. HEINZ, Europ. Wandteppiche, Braunschweig 1963, D. HEINZ, Europ. T.kunst des 17. und 18. Jh., Wien, Köln, Weimar 1995.
|