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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Tassilokelch , einer der bekanntesten Kelche des frühen Mittelalters (heute Benediktinerstift Kremsmünster in Oberösterreich).

Das Gefäß besteht aus Bronze und ist zum Teil versilbert und vergoldet sowie mit * niellierten Silberplatten und * Glasflüssen verziert. Die * Kuppa des 25,5 cm hohen Gefäßes hat einen Durchmesser von 15,6 cm. Benannt ist der Tassilokelch nach der am Kelchfuß befindlichen Stifterinschrift "TASSILO DVX FORTIS LIVTPIRC VIRGA REGALIS", die zu erkennen gibt, dass der bayerische Herzog Tassilo III. (748-788) und seine Gemahlin Liutpirc die Auftraggeber waren.

Möglicherweise zählte der Tassilokelch zu den Geschenken anlässlich der Klostergründung im Jahr 777, er wird aber auch mit der Hochzeit des Herzogpaares und mit der Taufe ihres Sohnes Theodo 772 in Verbindung gebracht. Die Kuppa des Kelchs ist durch einen Perlring vom rundlichen * Nodus abgesetzt, der ohne Übergang in den kegelförmig hochgezogenen Fuß übergeht. Die Wandung der Kuppa ist mit fünf eingehämmerten ovalen Silberplatten verziert. Dargestellt als Brustbilder sind der segnende Jesus und die vier * Evangelisten.

Ursprünglich befand sich in der Kuppa ein Einsatz aus Edelmetall. Der Kelchfuß ist mit vier Porträtbildern geschmückt, die mit Monogrammierungen bezeichnet sind, wobei die Buchstaben "IB" ohne Zweifel mit * Johannes Baptista aufzulösen sind. Als Herstellungsort des Tassilokelchs werden u. a. die Klosterwerkstätten in Mondsee und Salzburg genannt.

P. STOLLENMAYER, Der Tassilokelch, Wels 1949; G. HASELOFF, Der T., München 1951; V. H. ELBERN, Eine Gruppe insularer Kelche des frühen MA, in: FS f. P. Metz, Berlin 1964; H. FILLITZ, Das MA I, in: Propyläen Kunstgesch. Bd. 5, 1969; P. STOLLENMAYER, E. WIDDER, Der Kelch des Herzogs Tassilo, Rosenheim 1976; G. HASELOFF, Zum Stand der Forschungen über den T., in: Baiernzeit in Oberösterr., Kat. Linz 1977; H. FILLITZ, M. PIPPAL, Schatzkunst, Salzburg, Wien 1987; V. H. ELBERN, Die Goldschmiedekunst im frühen MA, Darmstadt 1988; Die Bajuwaren - von Severin bis Tassilo, 488-788, Kat. München 1988.


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