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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Temperamalerei , von lateinisch temperare, "(im richtigen Verhältnis) mischen" (die Farben mit Bindemitteln).

Die Farbstoffe für die Temperamalerei bestehen aus anorganischen * Pigmenten und einem Emulsionsbindemittel mit einer fetten oder harzigen (Leinöl, Leinölfirnis, Mohnöl oder Nussöl) und einer wässrigen Komponente (Ei, Leim, Gummiarabicum, Stärke). Bei hohem Öl- bzw. Harzanteil lassen sie sich nur in ähnlicher Form vermalen wie * Ölfarben. Wenn die wässrigen Bestandteile überwiegen, kann man sie wie * Gouachefarben mit Wasser verarbeiten. Temperamalerei war vom Beginn der Malerei an eine der gebräuchlichen Techniken.

Im 15. Jahrhundert begann die Ölmalerei von den Niederlanden und dann von Italien aus die Temperamalerei zu verdrängen. Es gibt auch Mischtechniken, unter Verwendung von Tempera- und * Ölfarben. Verglichen mit Ölfarben, lassen sich Temperafarben viel weniger leicht miteinander vermengen und heben sich voneinander ab. Da der Trocknungsprozess kurz ist, kann rasch überarbeitet werden, deshalb eignen sich Temperafarben u. a. für Untermalungen. Im Unterschied zu Ölfarben wirken mit Tempera gemalte Bilder härter. Anders als bei Ölfarben besteht bei Tempera ein Unterschied zwischen dem nassen Farbauftrag und den getrockneten Farben; sie trocknen matt auf. Der Überzug mit Schlussfirnis erhöht die Leuchtkraft und verringert damit den Unterschied zur Ölmalerei.

E. BERGER, Quellen u. Techniken der Fresko-, Öl- und T. des MA, München 1912; O. DANNENBERG, Die T., ihre Bindemittel, Malgründe und Malweisen, Hannover, Wien 1925; K. WEHLTE, T. Einführung in die Werkstoffe und Malweisen, Ravensburg 1954; E. BERGER, Quellen und Technik der Fresko-, Oel- und T. ..., Walluf-Nendeln 1973; A. KNOEPFLI, O. EMMENEGGER u. a., Reclams Handb. d. künstler. Techniken, Bd. 2, Stuttgart 1990.


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