Totenschild , Brauch des 15.-18. Jh., für verstorbene "Personen von Stand" in der Heimatkirche eine schildförmige Totengedenktafel anzubringen.
Vorbild war die seit dem 12. Jahrhundert nachweisbare Sitte, den Schild eines verstorbenen Ritters mit seinen Waffen in der Kapelle der Heimatburg aufzuhängen. Die Totenschilder des vermögenden Bürgertums bestanden für gewöhnlich aus Holz, das mit * Pergament (Leder) bespannt, grundiert und mit Malereien reich verziert war.
Eine Sonderform sind die vor allem im 16. Jahrhundert in Deutschland verbreiteten prunkvollen runden Totenschilder. Große Sammlungen von Totenschildern werden im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg und im Museum der Universität Marburg aufbewahrt (vgl. * Funeralwaffen). Im Barock wurden die Totenschilder durch * Epitaphe abgelöst.
K. PILZ, Der T. in Nürnberg und seine dt. Vorstufen, in: Anzeiger des German. Nat. Mus. Nürnberg, 1936-39, S. 57-112, K. PILZ, Der T., in: Die Kunst der Kirchen, Jg. 19, H. 4, Berlin 1942; B. B. HEIM, Wappenbrauch u. Wappenrecht in der Kirche, Olten 1947; V. TAUL, Der vierte fehlt noch. Auf der Suche nach den Pernegger T., in: Sammler Journal, Nr. 6, 1981.
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