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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Totentanz , * Memento-mori-Sinnbild.

Das Motiv des Totentanzes beruht auf dem Volksglauben, wonach die Verstorbenen um Mitternacht aus ihren Gräbern kommen und tanzen. Dabei sollen einander Tote und Lebende getroffen und die Toten geäußert haben: "Was ihr seid, das waren wir; was wir sind, das werdet ihr!" (vgl. * Drei Lebende und drei Tote).

In größerer Zahl sind Totentanz-Bilderfolgen als Zeichnungen und * Holzschnitte auf uns gekommen. Um 1360 entstand in Würzburg die erste deutschsprachige und 1375 die erste französische Ausgabe (Danse macabre). Besonders bekannt sind "La danse macabre", Paris 1491/92 von G. Marchant, und "Der Totentanz" des H. Holbein d. J., eine um 1525 entstandene Sammlung von Holzschnitten, die in Lyon 1538 in Buchform erschien.

Großformatige Bilder eines Reigens, den Menschen jeden Standes und Alters mit Toten tanzen, die als Skelette dargestellt sind, stammen vom Anfang 15. Jh. aus Frankreich (meist auf Mauern von * Karnern und Friedhöfen). Das um 1410 entstandene Wandgemälde eines Totentanzes in La Chaise-Dieu gilt als das älteste Beispiel dieser Art. Eines der wenigen fragmentarisch erhaltenen Beispiele eines solchen Totentanzes aus Österreich wurde vom Karner in Metnitz/Kärnten abgenommen und durch Kopien ersetzt. Das restaurierte Original befindet sich heute im Unteren Belvedere in Wien. Auch die anfangs noch in lateinischen Versen abgefassten Bußpredigerschriften der Dominikaner nahmen auf den Totentanz Bezug.

siehe auch: Europäische Totentanz-Vereinigung

A. GOETTE, Holbeins T. und seine Vorbilder, Straßburg 1897; R. HELM, Skelett- und Todesdarstellungen bis zum Auftreten der T., Diss. Straßburg 1928; E. A. GESSLER, Eine Schweizer Dolchscheide mit der Darstellung des T., in: Schweizerisches Landesmus. in Zürich, Jahresbericht 39, 1930, S. 82-96; W. STAMMLER, Der T., Entstehung und Deutung, München 1948; H. ROSENFELD, Der mittelalterl. T., in: Archiv für Kulturgesch., Beih. 3, 1954; H. GALLOB, Holbein und die Danses Macabres, in: Zeitschr. f. Kunstgesch. 17, 1954; W. ROTZLER, Die Begegnung der 3 Lebenden u. der 3 Toten..., Winterthur 1961; H. ROSENFELD, Der mittelalterl. T., Entstehung - Entwicklung - Bedeutung, Köln 1974; P. ZINSLI, Der Berner T. des Niklaus Manuel, Bern 1979, 2. Aufl.; R. HAMMERSTEIN, Tanz und Musik des Todes, die mittelalterl. T. und ihr Nachleben, Bern 1980; G. KAISER, Der tanzende Tod. Mittelalterl. T., Frankfurt/M. 1982; R. W. GASSEN, Pest, Endzeit und Revolution. T.darstellungen zwischen 1348 und 1848, in: Thema T. Kontinuität und Wandel einer Bildidee vom MA bis heute, Ausstellungskat. Mannheim, Kunsthalle 1986, S. 11-26; M. BARTELS, T. - Kunsthistorische Betrachtung, in: Hans Helmut Jansen (Hg.), Der Tod in Dichtung, Philosophie und Kunst, Darmstadt 1989; B. SCHULTE, Die dt.sprachigen spätmittelalterl. T.. Unter besonderer Berücksichtigung des Inkunabel "Des dodes dantz", Lübeck 1489, in: Niederdt. Studien 36, Köln, Wien 1990; N. F. PALMER, Ars moriendi u. T. zur Verbildlichung des Todes im SpätMA (Hg. A. Borst), Tod im MA, Konstanz 1993.


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