Trivialkunst , französisch von lateinisch trivialis, "gewöhnlich".
Bis zu den 1960er Jahren wurde die Trivialkunst, wie die Tivialliteratur, als ästhetisch minderwertig erachtet, nicht zu vergleichen mit der so genannten Hochkunst, produziert hauptsächlich aus kommerziellen Erwägungen für ein im Geschmack anspruchsloses Publikum. Neben der * Druckgraphik und comicartigen Bildern zählte beispielsweise auch die * Naive Kunst zur Trivialkunst. Massenproduktonen wie * Öldrucke und * Galvanoplastiken wurden dagegen eher als Massenkunst angesehen.
Mittlerweile hat durch den Wandel der Gesellschaft und das Auftreten eines kulturellen Massenkonsums auf dem Kunstsektor ein Umdenken stattgefunden. Viele Kunstschaffende orientieren sich nicht mehr am herkömmlichen Kunstverständnis, also am Geschmack einer verhältnismäßig kleinen kunstsinnigen Käuferschicht, sondern bedienen sich der Marktmechanismen und verkaufen einfach zu produzierende Kunstwerke unter einem Markenzeichen, d. h. durch ihre Signatur. Trotzdem wird diese Art von Kunst nicht der Trivialkunst zugezählt.
N. JACOBS, Culture for the Millions, Princeton/N.J.; D. MANNING WHITE, Mass Culture, Clenocoe 1960; W. BRÜCKNER, Populäre Druckgraphik Europas ..., München 1969; W. WIORA (Vorwort), Triviale Zonen der relig. Kunst des 19. Jh., Frankfurt/M. 1971; H. DE LA MOTTE-HUBER, Sammelbd. Das Triviale in Lit., Musik u. bild. Kunst, Frankfurt/M. 1972; W. NETZ, Soziologie der trivialen Malerei, Stuttgart 1975; H. KÄMPF-JANSEN, Kitsch, Triviales u. Alltagskultur, in: Kunst u. Unterricht, Sonderh. 1982.
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