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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Tudorstil , englisch Tudor Style, Tudor Gothic, Bezeichnung für die englische Spätgotik, von 1485-1558.

Der Stil begann unter Heinrich VII. (Kg. 1485-1509), dem ersten englischen König aus dem Hause Tudor. Ihm folgten sein Sohn Heinrich VIII. (Kg. 1509-1547) und dessen Kinder Eduard VI. (Kg. 1547-1553), Maria I. (Kgn. 1553-1558) und Elisabeth I. (Kgn. 1558-1603), die dem * Elisabethanischen Stil den Namen gab.

Während im übrigen Europa größtenteils schon die Renaissance vorherrschte, war der Tudorstil noch stark von der Gotik beeinflusst. Es handelt sich um eine Spätphase des * Perpendicular Style. In bescheidenem Maß beeinflusste den Tudorstil unter Heinrich VIII. das Formengut der Renaissance. Kennzeichnend für den Tudorstil sind der als flacher Spitzbogen geformte * Tudorbogen, das * Tudorblatt, die * Tudorrose und das vom Kontinent übernommene * Faltwerk.

Zur Zeit des Tudorstils sowie des nachfolgenden Elisabethanischen Stils und des * Jacobean Style war Eiche das bevorzugte Holz für * Paneele und Möbel. Von den Tudor-Möbeln sind vor allem Truhen erhalten geblieben.

H. A. TIPPING, English Homes. Early Tudor, 2 Bde., London 1924-37; Ch. HUSSEY, English Country Houses, London 1953; G. KOWA, Architektur der engl. Gotik, Köln 1990.


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