Turquerie , Türkerie, französisch, "türkisches Motiv",
Seit dem * Louis-quinze, vor allem aber im 19. Jahrhundert verwendete Bezeichnung für die damals beliebten pittoresken "Orientbilder" mit Darstellungen von farbenfroh gekleideten Reitern auf feurigen Araberpferden und von * Odalisken.
Auf die bei den Damen beliebte und "à la Turque" genannte Kleidermode mit turbanartigem Kopfschmuck bezieht sich eine Anekdote, nach der Kaiser Josef II. eine mit einem solchen Kopfputz bekleidete Bittstellerin mit den Worten zurechtgewiesen haben soll: "Was will sie von mir? Ihr Herrscher ist offensichtlich nicht der Kaiser, sondern der Sultan!" Auch türkische Liegemöbel kamen in Mode (* Diwan). Als der letzte große Maler orientalischer * Genrebilder gilt der 1904 in Paris gestorbene Franzose Jean-Léon Gérôme (1824-1904).
G. HEINDL, H. SCHAMBECK, Advokaten sind wie d. Adler oder Juristen in Gesch. u. Anekdoten, Wien 1979, S. 33; The Orientalists, Kat., London, Washington, D. C. 1984; M. E. PAPE, Die T. in der bild. Kunst d. 18. Jh., Diss. Köln 1986; E. GÜNTHER, Die Faszination des Fremden. Der maler. Orientalismus in Dtl., Diss. München 1988, München 1990.
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