Tyche , griechisch, "Schicksal", "Zufall", Name der Göttin der Schicksalsfügung, laut Hesiod eine Tochter des * Okeanos und der * Thetis.
Tyche begünstigt den Zufall, der über Glück und Unglück entscheidet. Später wurde Tyche mit der bekannten römischen Glücksgöttin * Fortuna gleichgesetzt. Ihre Attribute sind das * Füllhorn, aus dem sie Gaben verteilt, und ein Steuerruder zum Lenken der Geschicke der Menschen. Als Zeichen ihrer Unbeständigkeit wird die Göttin oft auf einer Kugel oder einem Rad balancierend dargestellt. Als Stadtgöttin von Antiochia und Alexandria wurde Tyche meist mit einer Mauerkrone wiedergegeben. In Antiochia war eine von Eutychides stammende Kolossalstatue der Göttin aufgestellt, von der eine Kopie in den Vatikan gelangte.
G. HERZOG-HAUSER, T. und Fortuna, in: Wiener Studien 63, 1948; T. DOHRN, Die T. von Antiochia, Berlin 1960; B. FEHR, Lectio graeca, lectio orientalis. Überlegungen zur T. von Antiochia, in: Visible Religion 7, 1990.
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