Überfangglas , farbloses oder farbiges Glas in Form eines Glaskerns, auf den die Glasbläser eine oder auch mehrere Schichten farbigen Glases aufschmelzen.
Das an der Glasbläserpfeife hängende Objekt wird hierbei in eine andersfarbige Glasmasse getaucht und das Objekt sodann fertig ausgeformt. Durch partielles "Schälen" (Abschleifen) des Überfangs kommt die Grundmasse zum Vorschein. Da sich beim * Hochschnitt die erhabenen Darstellungen wie bei * Kameen vom andersfarbigen * Grund abheben, wird das Überfangglas englisch auch * Cameoglas genannt. Zentren der Herstellung der vor allem im 19. Jahrhundert Biedermeier beliebten Überfanggläser waren böhmische Glashütten (* Böhmische Gläser) und die * Hütte Saint Louis. Die Technik der Erzeugung des Überfangglases war bereits in der Antike bekannt (* Portlandvase), geriet dann in Vergessenheit und erlebte im 18. Jh. im ostasiatischen Raum und im 19. Jh. in Europa eine neue Blütezeit.
G. E. PAZAUREK, E. v. PHILIPPOVICH, Gläser der Empire- u. Biedermeierzeit, Braunschweig 1976; R. u. L. GROVER, English cameo glass, New York 1980; S. M. GOLDSTEIN, L. S. RAKOW, J. K. RAKOW, Cameo Glass masterpieces from 2000 years of glassmaking, Ausst. Kat., Corning 1982.
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