Venezianische Gläser . Der Großteil der so genannten venezianischen Gläser stammt von der Glasbläserinsel Murano in der Lagune von Venedig, wohin die Glashütten Ende 13. Jh. wegen der Feuergefahr aus der Stadt verlegt wurden.
Im Gegensatz zu anderen Glashütten, deren Produkte bis ins 17. Jh. durch Verunreinigungen der Glasmasse eine grünliche oder leicht bräunliche Färbung aufwiesen (* Waldgläser), stellten die venezianischen Glashütten schon im 15. Jh. kristallklares durchsichtiges Glas her, dem sie den Namen "cristallo" gaben. Gegen Ende 15. Jh. und vor allem im 16. Jh. wurden die bis dahin relativ einfachen Formen zunehmend aufwendiger und die Wandstärke der Gläser dünner. Verglichen mit dem übrigen Standard, war das Können der in Venedig etablierten Glasbläser im 16./17. Jh. überragend.
Wie die zu der Zeit beliebten kunstgedrechselten Gefäße waren auch die * Ringelbecher und * Flügelgläser des 16./17. Jh. keine Gebrauchsartikel, sondern nur Schaustücke. Im 18./19. Jh. ging die Vorrangstellung in der Glasherstellung auf Böhmische Glashütten über, in denen vor allem * Überfanggläser produziert und durch * Glasschliff künstlerisch verziert wurden (* Böhmisches Glas).
A. GASPARETTO, Il Vetro di Murano, Venedig 1958; G. MARIACHER, Italian Blown Glass, London 1961; I. SCHLOSSER, Das alte Glas, München 1984; L. ZECCHIN, Vetro e vetrai di Murano, Bd. 3, Venedig 1990; R. BAROVIER MENTASTI, Il vetro veneziano, Mailand, Florenz 1993.
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