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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Basilika , (lateinisch basilica), von griechisch basilike stoa, "königliche Halle",

1) ursprünglich Bezeichnung für den am Marktplatz von Athen gelegenen Amtssitz des Archon Basileus. Er war in der Zeit nach der Monarchie der höchste Beamte der Stadt. In Rom bezeichnete man als Basilika große rechteckige, aus drei nebeneinanderliegenden * Schiffen bestehende Hallen für Versammlungen und Märkte. Kennzeichnend für diese langgestreckten Bauten ist, dass das von Säulen getragene Mittelschiff stets breiter und höher ist als die flankierenden Seitenschiffe. Stirnseitig enden die Hauptschiffe  gewöhnlich in einer halbrunden * Apsis. In dieser Nische befand sich bei den kommunalen Bauten oft eine Statue oder ein Mosaikbild des Kaisers. Nach der Anerkennung ihrer Religion durch Kaiser Konstantin d. Gr. (313 n. Chr.) verwendeten die Christen solche  Versammlungshallen für die Messfeier und bauten auch ihre Kirchen in der gleichen Form. In den Apsiden wurde statt des Kaiserbildnisses Christus als Weltherrscher (* Majestas Domini, * Pantokrator) dargestellt. Das älteste Exemplar dieses Motivs entstand um 400 und befindet sich in der Apsis der römischen Kirche Santa Pudenziana.

2) Abgeleitet von dem antiken Bautyp, bezeichnet Basilika nach katholischen Kirchenrecht eine liturgisch privilegierte Kirche, z. B. die fünf römischen Patriarchal-Basiliken. (Basilica maiores), bzw. große Kirchen von monumentaler Wirkung (Basilica minores). Vgl. * Münster, * Dom.

F. DEICHMANN, Frühchristl. Kirchen in Rom, Basel 1948; E. LANGLOTZ, F. W. DEICHMANN, B., in: Reallex. für Antike und Christentum I, Stuttgart 1950, S. 1225 ff.; E. LANGLOTZ, Der architektonische Ursprung der christl. B., FS für Hans Jantzen, Berlin 1951; Ch. DELVOYE, B., in: Reallex. zur Byzantin. Kunst 1, 1966; F. MÖBIUS, Basilikale Raumstruktur im Feudalisierungsprozeß. Anmerkungen zu einer Ikonologie der Seitenschiffe, in: Krit. Berichte 7, Jahrg. 1979, H. 2/3.


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