Stücksuche:
Bitte mind. 2 Zeichen eingeben. Weitere Suchmöglichkeiten »

Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Nutzen Sie die Funktion der VOLLTEXTSUCHE, indem Sie Worte oder Wortteile in das Suchfeld eingeben. Das Kunstlexikon beschreibt ca. 10.000 Begriffe, hat 5,5 Mio Zeichen ( Druckausgabe: 1663 Seiten). Die Begriffe verweisen insgesamt auf ca. 35.000 Quellen.  
 Volltextsuche: nur in der Begriffsliste suchen

Vesperbild , von lateinisch vesper, "Abend", Andachtsbild, auf dem Maria ihren toten Sohn am Schoß hält oder Jesus zu ihren Füßen lagert und von Maria gestützt wird.

Die Darstellung wird auch als Marienklage und als * Pietà bezeichnet. Sie kann plastisch oder gemalt ausgeführt sein, z. B. in Kreuzgängen oder als Altarbild bei * Laienaltären, in Friedhofskapellen usw. Viele Vesperbilder gelten als * Gnadenbilder und werden bei Prozessionen mitgeführt. Beim Vesperbild handelt es sich oft um das Zentralmotiv, d. h. um einen Ausschnitt des in der Bildenden Kunst als * Beweinung Christi bekannten Motivs, bei dem Christus und Maria nach der * Kreuzabnahme umgeben von Trauernden wiedergegeben sind. Das nichtbiblische Thema beruht auf Erzählungen der religiösen Dichtung des 12./13. Jh.

Frühe Vesperbilder sind manchmal als so genannte "freudvolle Pietà" konzipiert, wobei die Freude über die vollbrachte Erlösung in einem schmerzlichen Lächeln seinen Ausdruck findet (Bamberg, St. Martin). Im 14. Jahhrhundert wird Jesus meist aufrecht am Schoß Marias sitzend und von ihr gestützt wiedergegeben, im 15. Jh. oft fast waagrecht liegend. Ab dem 15. Jh. hält die Muttergottes manchmal nur das Haupt Christi, dessen Körper zu ihren Füßen lagert. Das wahrscheinlich bekannteste Werk ist die Pietà des Michelangelo im Petersdom zu Rom. Derartige Darstellungen dienten früher als Andachtsbilder für abendliche (= Vesperzeit) Privatandachten zur Erinnerung an den Kreuzestod Christi. Nehmen Engel die Stelle Marias ein, spricht man von einer * Engelpietà.

F. C. SCHNEIDER, Die mittelalterl. dt. Typen und Vorformen des V., Diss. Kiel 1933; E. REINERS-ERNST, Das freudvolle V. u. die Anfänge der Pietà-Vorstellung, München 1939; C. GRAVENKAMP, Marienklage, 1948; M. CAPRA, Das V. und seine Bedeutung im Totenkult, in: Mitteilungen der Gesellschaft für vergleichende Kunstforschung 4, 1951, S. 12-14; K. ROSSACHER, Zum Problem des V. um 1400, in: Alte u. Moderne Kunst 15, 1970; G. SCHMIDT, V. um 1400 und der "Meister der Schönen Madonnen", in: Österr. Zeitschrift f. Kunst u. Denkmalpflege 31, 1977; J. FINKE, Das V. in der süddt. Plastik des 17. u. 18. Jh., Diss. München 1985.


<< Verwischte Fassung Vesperie >>


Vertiefen Sie Ihr Wissen über Kunst!
Testen Sie unseren Gratisservice Kunstbegriff des Tages. Auf Wunsch erhalten Sie täglich oder wöchentlich per E-Mail einen Begriff aus dem Kunstlexikon geschickt.
Mehr Informationen »

Das Kunstlexikon für das iPhone!
Sie können das Kunstlexikon auch in einer für das iPhone optimierten Version ansehen. Klicken Sie einfach auf den nachfolgenden Link.
Jetzt öffnen »

Schmuckwissen>>


Aktuelle Objekte:

Clemens Leye... >

Thomas Stoff... >



Aktuelle Objekte:

Stephan Kaddick >

Florian Wagn... >