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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Videokunst , Bezeichnung für künstlerische Aktivitäten (unter Verwendung von Videokameras), die über Videorecorder und Fernsehgerät wiedergegeben werden.

An der frühen Videokunst faszinierte vor allem die Lebendigkeit der Bilder. Die Darstellung selbst war oft noch konventionell gehalten. Der 1932 in Seoul geborene, in Deutschland in Musik und Komposition ausgebildete "Videokünstler" Nam June Paik realisierte 1963 in der Galerie Parnaß in Wuppertal seine erste Video-Installation. Im gleichen Jahr stellten u. a. Paik und W. Vostell durch Verzerrung des elektromagnetischen Feldes TV-Décollagen her. Durch die Entwicklung des "Video Synthesizers" wurden die Möglichkeiten, "lebendige Bilder" zu gestalten, wesentlich ausgeweitet.

Neben Stephan Beck, der schon 1969 ein solches Gerät gebaut hatte, arbeiteten auch Shiya Abe und N. J. Paik an der Entwicklung eines Video Synthesizers. Ihr Gerät stand viele Jahre Künstlern im Bostoner Fernsehsender WGBH zur Verfügung. Von Paik stammen u. a. die Videos "Fish flies in Sky" (Fisch fliegt am Himmel) und der "TV-Buddha" (1974). Eine vor einem Fernsehgerät stehende Buddhastatue wurde mit der Fernsehkamera gefilmt und spiegelte sich sozusagen im Fernsehgerät. Ein bekanntes Dokument aus den Anfängen der Videokunst ist ferner das 1969 entstandene Video von Jan Dibbets, "TV as a Fireplace" (TV als offener Kamin), wobei brennendes Feuer gefilmt wurde und der Fernseher optisch wie ein Kamin fungierte, in dem das Feuer brannte.

Durch die Einbeziehung von Computern ergaben sich dann völlig neue Perspektiven, und seit den 1980er Jahren ist es möglich, das Immaterielle als materielle Installation in Form von Videoskulpturen darzustellen. 1982 fand im Whitney Museum in New York eine Ausstellung der Arbeiten des "Videopapstes" Nam June Paik statt, wobei dieser Fernsehgeräte zu "schwindelerregend hohen Türmen" aufeinandergestapelt hatte.

I. SCHNEIDER, B. KOROT, Video Art. An Anthology, New York 1976; W. HERZOGENRATH, V. als künstlerisches Medium, in: Projekt 74, Kat., Köln 1974; Documenta 6, Kat., Bd. 2, Kassel 1977; B. GRUBER, M. VEDDEER, Kunst u. Video. Internat. Entwicklung u. Künstler, Köln 1983; D. BOYLL, Video Classics, Phoenix/Arizona 1986; Dt. V. von 1986-88, Kat., Marl 1988; U. GERBEL, Die Ars Electronica, Linz 1989; Video-Skulptur retrospektiv u. aktuell 1963-89, Kat., Köln 1989; Dt. V. von 1988-90, Kat., Marl 1990; G. LAMPALZER, V. Hist. Überblick u. theoretische Zugänge, Wien 1992; Multi Mediale 3, Kat., Karlsruhe 1993.


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