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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Volkskunst , Sammelbegriff für das bildende Schaffen künstlerisch Begabter aus dem Volk, wobei die Kunst des eigenen Kulturkreises oft als "Heimatkunst" bezeichnet wird.

Abgesehen von Malereien und textilen Produkten (Häkelarbeiten etc.), die auch im städtischen Raum vertreten sind, kann man Objekte der Volkskunst vor allem im bäuerlichen Bereich finden. Unter anderem von den Benützern selbst hergestellte und in naiver Manier bemalte Möbel, beispielsweise Bauernkästen und Truhen sowie in * Kerbschnitt-Dekor verzierte Gebrauchsgegenstände.

In der Landbevölkerung haben sich neben Sujets aus vorchristlicher Zeit (Sonnenradsymbole, Lebensbaummotiv etc.) auch das oft auf christlichen Tradition beruhende Brauchtum sowie die Überlieferung handwerklicher Fertigkeiten bis ins 20. Jh. erhalten. Objekte der bodenständigen heimatverbundenen Volkskunst sind oft in naiver Manier ausgeführt, doch wird in dem Zusammenhang gewöhnlich von Volkskunst oder Heimatkunst, seltener aber von * Naiver Kunst gesprochen. Eng mit der Volkskunst verbunden sind die * Votivbilder. Afrikanische Volkskunst wird manchmal als Art primitif bezeichnet (* Primitive Kunst).

L. A. VEIT, Volksfrommes Brauchtum und Kirche im dt. MA, Freiburg i. B. 1936; E. MEYER-HELSIG, Dt. V., München 1954; F. SIEBER, Begiff u. Wesen der V. in der V.forschung, in: Wissenschaftliche Annalen 4, 1955; L. SCHMIDT, V. in Österr., Wien 1966; E. SCHWEDT, V. u. Kunstgewerbe, Tübingen 1970; P. WENINGER (Hg.), V. in den Alpen, Innsbruck, Frankfurt/M. 1971; A. u. I. NIGGLI, Appenzeller Bauernmalerei, Teufen 1975; J. LIPMAN, A. WINCHESTER, Die V. in Amerika, München 1976; J. CUTSENIER, Die V. in Frankreich, München 1976; R. PEESCH, V., Berlin 1978; R. PEESCH, Ornamentik der V. in Europa, Leipzig 1981; W. BRÜCKNER, V. Fund u. Erfindung, Fakten u. Folgen, in Jahrb. f. Volkskunde NF 15, 1992.


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