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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Vortizismus ( englisch Vorticism), von lateinisch vortex, "Wirbel",

Von etwa 1913-1915 existente Strömung der englischen Kunst der Moderne. Das Mitte 1914 erschienene "Vorticist Manifest" pries die wirbelnde Erregung des Gemüts als Ursprung jeder schöpferischen Tätigkeit. Festgehalten und mit dynamischen Holzschnitten illustriert wurden die Ideen des Vortizismus 1914/15 u. a. in der von Wyndham Lewis herausgegebenen Zeitschrift "Blast, review of the great English vortex" (Sturm, Rückschau auf den großen Wirbel in England). Die Bewegung stand dem * Futurismus nahe, ohne aber dessen Breitenwirkung und Aussagekraft zu erreichen.

Beeinflusst wurde der Vortizismus auch von der angloamerikanischen literarischen Bewegung "Imagismus", insbesondere von Ezra Pound. Er soll es auch gewesen sein, der den Terminus Vorticism prägte, basierend auf einem Ausspruch des italienischen Futuristen Umberto Boccioni, dass jede kreative Kunst einem gefühlsbedingten Vortex, einem Gefühlswirbel entspringe. Die dem Vortizismus nahestehenden Künstler wandten sich gegen akademische und klassizistische Strömungen und sahen ihre Arbeiten als Resultat der Gefühlskraft, einer mit Kunstverstand verbundenen emotionalen Dynamik. Neben E. Pound zählten zu den Vertretern des Vortizismus u. a. die Künstler V. Bell, D. Bomberg, F. Etchells, H. Gaudier-Brzeska, P. W. Lewis, Ch. Nevinson, H. Saunders und J. Epstein, dessen Plastik "Der Felsenbohrer" eines der bekanntesten Werke des Vortizismus ist. Der aus * Masse geformte Bergarbeiter hält einen echten Bohrer in Händen. Nach 1920 wandten sich viele Künstler des Vortizismus der surrealen Bildauffassung zu.

W. ROBERTS, The Vortex Pamphlets, London 1956-58; V. and its Allies, Kat. London 1974; R. CORK, V., London 1974; S. KAPPELER, Der V. Eine engl. Avantgarde zwischen 1913 u. 1915, Bern, Frankfurt/M. 1986.


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