Waldglas , vom 14.-17. Jahrhundert in so genannten Waldglashütten produzierte Gläser.
Da der Alkalizusatz bei der Glasherstellung in Form von Holzasche erfolgte, waren Glashütten meist in waldreichen Gebieten angesiedelt, wie im Thüringer Wald, Kaufunger Wald und Böhmerwald, im Fichtelgebirge (Fichtelgebirgsgläser) und im Spessart. Verunreinigungen der Glasmasse durch mineralische Partikel im Quarzsand verursachten eine grünliche oder gelbliche bis leicht bräunliche Färbung, die man durch Oxidbeigaben manchmal noch verstärkte. Diese Tönung sowie winzige Einschlüsse und Bläschen gaben den Gläsern das typische Aussehen, das in späterer Zeit oft nachgeahmt wurde.
Im 18. Jahrhundert erzeugten nur mehr wenige Betriebe Gebrauchsglas in Form von Waldglas. Im Allgemeinen war man bestrebt, durch Zusätze von Glasmacherseifen, Kalk und Blei farbloses Glas herzustellen. Typische Waldgläser sind * Krautstrunk, * Nuppenglas, * Passglas, * Römer, * Spechter und * Stangenglas.
F. RADEMACHER, Die dt. Gläser des MA, Berlin 1933; R. WENDT, Das W. Volkskundl. Slg. Bauernkultur in Mecklenburg, Schwerin 1977; Th. DEXEL, Gebrauchsgläser, Braunschweig 1977, München 1983; I. SCHLOSSER, Das alte Glas, München 1984; W. GLOCKER, Glastechnik, München 1992.
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