Wallfahrtsstätte , von christlichen Wallfahrern (Pilgern) aufgesuchter Ort (meist eine Kirche oder * Kapelle), an dem ein * Gnadenbild oder eine * Reliquie aufbewahrt und von den Gläubigen verehrt wird.
Die Reliquien sind in den so genannten "Heiltumsbüchern" beschrieben. Die beliebtesten Ziele der bis zum Barock üblichen "Fernwallfahrt" waren * Santiago de Compostela, Jerusalem und Rom. Wem es unmöglich war, eine so lange, teure und beschwerliche Reise selbst zu unternehmen, der mietete zusammen mit anderen einen frommen Pilger, der den ausgewählten Wallfahrtsort aufsuchte, für seine Auftraggeber betete und * Votivgaben hinterlegte.
Als Nachweis für die Wallfahrt brachte der Pilger von der heiligen Stätte * Pilgerabzeichen, geweihtes Wasser und sonstige Andenken in die Heimat mit. Im Barock setzte sich die "Nahwallfahrt" zu Orten (Gnadenorten) mit regionaler Bedeutung durch, die für jedermann erreichbar waren. Die Spenden der Gläubigen in Form von Schmuckstücken, aber auch die dort deponierten Votivgaben machen Wallfahrtskirchen oft zu Horten kunsthistorisch interessanter Objekte.
R. KRISS, L. KRISS-RETTENBECK, Wallfahrtsorte Europas, München 1950; L. DIETZE, Das Pilgerwesen u. die Wallfahrtsorte des MA, Diss. Jena 1957; N. OHLER, Menschen unterwegs zu mittelalterl. W., in: Das Münster 2, 1985; R. PLÖTZ, Unsere W., Frankfurt/M. 1988; S. HANSEN (Hg.), Die dt. Wallfahrtsorte. Ein Kunst- u. Kulturführer zu über 1000 Gnadenstätten, Augsburg 1990; Wallfahrt u. Alltag in MA u. früher Neuzeit, Intern. Round-Table-Gespräch Krems a. d. D., Okt. 1990, Verlag d. Österr. Akademie d. Wissenschaften, Wien 1992.
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