Wandteppich , Wandbehang mit meist bildlichen Darstellungen, die aufgestickt, * appliziert, gewirkt (* Gobelin), gewebt (* Jacquardweberei) oder auch geknüpft sein können.
Zum Unterschied von den gestickten oder mit * Applikationen versehenen Wandteppiche besitzen die gewirkten, gewebten und geknüpften Exemplare kein Grundgewebe. Bei der Herstellung von gewirkten Wandteppichen werden die in einem Rahmen eingespannten * Kettfäden mittels einer Nadel mit farbigen Fäden durchzogen (* Basselisse und * Hautelisse). Bei gewebten Wandteppichen wird statt der Nadeln ein Weberschiffchen verwendet.
Zum Unterschied von gewirkten Exemplaren bezeichnet man die gewebten bisweilen als unechte Gobelins (* Gobelin, * Tapisserie). Geknüpfte Teppiche werden hergestellt, indem kurze farbige Schussfäden mit den Kettfäden verknüpft werden. Von den geknüpften Teppichen dient nur ein kleiner Teil als Wandteppich (z. B. Seidenteppiche). Die meisten werden als Bodenbelag verwendet.
H. GÖBEL, W., 6 Bde., Leipzig 1923-1934; J. BLAZKOVA, W. aus tschech. Sammlungen, Prag 1957; D. HEINZ, Europ. W., Braunschweig 1963; D. HEINZ, Medieval Tapestries, London 1967; M. JARRY, World tapestry from its origins to the present, New York 1969.
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