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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Wappenscheibe , mit * Lasurfarben bemalte Glasscheibe als Nämlichkeitsnachweis von Privatpersonen, Zünften, Gilden, Vereinen, Stiftungen, Städten usw.

Als eigenständige Gattung der * Glasmalerei traten Wappenscheiben erstmals im 13. Jahrhundert in England und im 14. Jahrhundert im übrigen Europa auf, oft in Form von * Stifterbildern in Verbindung mit einer Fensterverglasung. Anlässlich der Hochzeit oder der Hauseinweihung von Freunden und Nachbarn gestiftete Wappenscheiben wurden auch * Fensterbierscheiben genannt. Seit dem letzten Viertel 14. Jh. bildeten die motivisch mit * Putti, Jagdmotiven, Minneszenen, * Wilden Leuten, Motiven aus den Werken des * Hausbuchmeisters usw. erweiterten Wappenscheiben oft den Mittelteil der Fensterverglasungen von Patrizierhäusern. Man stellte sie in Serie her und fügte nur das Hauswappen des Käufers ein.

Wappenscheiben wurden u. a. auch von A. Dürer und Hans Holbein d. J. entworfen. Die Blütezeit der Wappenscheibe war im 16./17. Jahrhundert in der Schweiz; in dem Zusammenhang wird auch von "Schweizerscheiben" gesprochen. Die wahrscheinlich bedeutendste Sammlung von Wappenscheiben befindet sich im Schweizer Landesmuseum in Zürich. Zum Unterschied von den Wappenscheiben und * Kabinettscheiben werden die als Wandschmuck dienenden Hinterglasbilder mittels deckender Farben hergestellt (* Hinterglasmalerei).

M. DRAKE, A History of English Glass-Painting, London 1912; P. BOESCH, Die Schweizer Glasmalerei, Basel 1955.


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