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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Achat , Griechisch, zur Quarzgruppe gehörender * Schmuckstein, im speziellen alle gebänderten Chalzedonarten.

Der Name Achat leitet sich von der vom römischen Historiker und Schriftsteller C. Plinius d. Ä. (23/24-79 n. Chr.) angegebenen Fundstelle in der Nähe des antiken Flusses Achates in Sizilien ab. Der Achat kommt hauptsächlich in Hohlräumen vulkanischen Gesteins vor und besteht größtenteils aus konzentrisch gebänderten, verschiedenfarbigen Quarz-Chalzedon-Schichten. Die Lagen können farblos, weiß, gelblich, rötlich, bräunlich, grünlich, bläulich oder violett sein. Aus schwarzen und weißen Lagen bestehender Chalzedon heißt * Onyx. Aufgrund der Farbschattierungen unterscheidet man u. A.: Augen-, Band-, Baum-, Festungs-, Korallen-, Landschafts-, Moos-, Muschel-, Regenbogen-, Ruinen-, Trümmer- und Wolkenachate.

Nach dem Schleifen und Polieren solcher Steine kommen, durch die unterschiedlichen Schichten bedingt, verschiedenfarbige Motive zum Vorschein. Platten aus Landschafts- und Festungsachat fanden z. B. als Dekor-Einlagen bei * Kabinettschränken Verwendung. Die großteils farblose und durchscheinende Varietät heißt Eisachat. Varianten mit vermischten Farbkombinationen (Regenbogenachat, Wolkenachat) werden zu Schalen, Vasen usw. verarbeitet. Achat mit abgegrenzten verschiedenfarbigen Lagen bieten sich für * glyptische Arbeiten an. Die Motive können * anaglyph, d. h. * konvex, als erhöhtes Relief, etwa in Form einer * Kamee, oder * diaglyph, d. h. * konkav, als * Gemme, ausgeführt sein. Sie unterscheiden sich dann von dem einer anderen Farbschicht angehörenden * Grund.

Da Achat trotz ihrer Festigkeit eine gewisse Porosität aufweisen, lassen sie sich gut einfärben. Z. B. erzielt man Blaufärbung durch * Berliner Blau; Eisensalze ergeben rötliche und Chromverbindungen grünliche Farbnuancen. Der bekannteste Ort der Achatverarbeitung ist seit dem 15. Jh. Idar-Oberstein. Als * Talisman stand der Achat in dem Ruf, seinen Besitzer beliebt und begehrenswert zu machen sowie ihm zu besonders guten Ernten zu verhelfen. Rundlich geschliffene Exemplare des Schmucksteins, die eine augenartige Zeichnung aufweisen, wurden früher "Augenstein" genannt und galten als Mittel gegen den "bösen Blick". Wegen dieser erhofften Wirkungen war der Achat sehr begehrt. Die geistigen Strömungen der Aufklärung und Neuentdeckungen großer Vorkommen reduzierten seinen Wert.

E. FALZ, Idar-Obersteiner Schmuckstein-Industrie, Idar 1926; W. SCHUMANN, Edelsteine und Schmucksteine, BLV Bestimmungsbuch, München, Wien, Zürich 1991.


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