Weihrauch , gelbliches bis bräunliches Baumharz von Weihrauchgewächsen (Boswellia carteri).
Während es bei Zimmertemperatur geruchlos ist, verströmt es bei Erhitzen, etwa durch Holzkohle in einem Rauchfass, einen aromatischen Geruch. Die Verwendung von Weihrauch bei kultischen Handlungen reicht bis ins Altertum zurück. Seit dem 4./5. Jahrhundert wird Weihrauch auch in der christlichen Liturgie verwendet (* Rauchfass). Weihrauch zählte zu den Gaben, die die * Heiligen Drei Könige dem Jesuskind darbrachten (Matthäus 2, 11).
* Theophilus Presbyter beschrieb in seiner "Schedula diversarum artium" die Vorgangsweise, eine Messerklinge mit der * Angel, mit Hilfe von Weihrauch im Handgriff zu befestigen. Nachdem man fein gemahlenen Weihrauch in das Loch des Messergriffes gefüllt habe, wird die Klinge mehrmals mit einem feuchten Lappen umwickelt, damit sie beim Erhitzen der Angel nicht Schaden nehme und sodann die heiße Angel in den Griff geschoben. Der Weihrauch schmilzt und hält die Angel, nachdem sie abgekühlt ist, fest im Griff. In späterer Zeit diente dafür auch * Kolophonium.
D. MARTINETZ, K. LOHS, J. JANZEN, Weihrauch und Myrrhe, Stuttgart 1988.
|