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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Weißgold , silberfarbene Goldlegierung.

Früher wurde weißliches Gold durch Legieren von * Feingold mit Silber unter mehrmaligem Abkochen mit Borax hergestellt. Die so entstandene Goldlegierung hat einen leicht gelben Schimmer. Heute versteht man unter Weißgold im allgemeinen eine Goldlegierung aus Feingold und Nickel oder aus Feingold und Palladium, wie seit 1912 unter verschiedenen Namen (Auralbin, Degussa, Esbeco etc.) im Handel. Seit den 1990er Jahren muss die Herstellung von Weißgold ohne Nickel erfolgen, da Nickelallergien nicht ausgeschlossen werden können. Häufig erhält Weißgold einen Überzug von Rhodium, es wird rhodiniert, und ist dadurch besonders weiß-glänzend.

Einer der ersten auf die Produktion von Weißgold spezialisierten Betriebe war die Pforzheimer Firma Dr. Richter & Co. Sie vertrieb unter der Bezeichnung "Dorico" ein aus Feingold und Palladium bestehendes Weißgold (Fasserweißgold). Eine Blütezeit erlebte die Verarbeitung von Weißgold im Art deco. Im Barock und im Klassizismus wurden Diamanten vorwiegend in Silber gefasst, da ihr Feuer bei Gelbgold und Rotgold nicht so gut zur Geltung kommt und Platin sowie Weißgold noch nicht bekannt waren. Silber hat zwar von allen Metallen das beste Reflexionsvermögen, sein Nachteil gegenüber Weißgold ist aber, dass es anläuft (* Anlaufen).


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