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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Welfenschatz , Reliquienschatz aus dem Besitz des welfischen Hauses Braunschweig-Lüneburg.

Er wurde vom 11.-15. Jahrhundert größtenteils von Mitgliedern des welfischen Geschlechts gesammelt. Durch testamentarische Verfügung Kaiser Ottos IV. gelangten die Goldschmiedearbeiten und Gemmen 1218 in die Stiftskirche St. Blasius in Braunschweig, wo der Schatz bis 1671 verblieb. Ein 1482 angelegtes lateinisches Inventar umfasste 140 Einträge. Nachdem Herzog Johann Friedrich von Hannover die Stadt Braunschweig erobert hatte, bestand er auf der Auslieferung des Schatzes, der danach in die Schlosskirche von Hannover gelangte. 1861 wurde der Welfenschatz auf Betreiben König Georg V. von Hannover in das von ihm gegründete Welfenmuseum überstellt, um nach der Annektion Hannovers durch Preußen 1867 in den Privatbesitz Georgs überzugehen.

1930 erfolgte die wissenschaftliche Bearbeitung durch O. v. Falke, G. Swarzenski und R. Schmidt. Weltbekannt wurde der Welfenschatz durch eine Prachtpublikation und die Ausstellung der verbliebenen 82 Teile in Frankfurt, Berlin, New York, Cleveland, Chicago und Philadelphia. Viele Stücke wurden damals von Museen erworben. Der Restbestand von 42 * Reliquiaren wurde 1935 vom deutschen Staat angekauft und gelangte in die Berliner Staatliche Museum, wo der Welfenschatz seit dem Ende des 2. Weltkriegs im Kunstgewerbemus. Berlin ausgestellt ist. Insgesamt können heute 85 Kunstgegenstände dem Welfenschatz zugeordnet werden.

Zu den bekanntesten Objekten in Berlin zählt das so genannte Welfenkreuz (oberitalienisch, Mitte 11. Jh.), der * Tragaltar des * Eilbertus (Köln, um 1150-60), die Demetriusikone (byzantinisch, 12. Jh.) und ein * Kuppelreliquiar in Form einer * Kreuzkuppelkirche (1175/85) aus vergoldetem emailliertem Kupfer, mit Reliefs aus Elfenbein und fast vollrunden Figuren aus Walrosszahn. In Cleveland werden im Cleveland Museum of Art das Reliquiar mit der Patene des hl. Bernward (um 1180), das so genannte Apostel-Armreliquiar (um 1200) und zwei Vortragekreuze sowie ein Tragaltar aufbewahrt.

O. v. FALKE, R. SCHMIDT, G. SWARZENSKI, Der W. ..., Berlin 1930; Der Welfenschatz, Kat. der Staatlichen Museen Berlin, 1935; D. KÖTZSCHE, Der W. im Berliner Kunstgewerbemus., Berlin 1973; H. APPUN, Berlin. Kirchenschätze aus Basel und Enger, der sogen. W. aus Braunschweig, ... in: Schatzkammern in Dtl., Österr. und d. Schweiz, Düsseldorf 1984; P. de WINTER, Der W. Zeugnisse sakraler Kunst des dt. MA, Hannover 1986.


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