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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Bauhütte , ursprünglich Bezeichnung für die Werkstatt der an einem Bau beschäftigten Steinmetze und Bildhauer.

Im Mittelalter schlossen sich die an einem größeren Kirchenbau tätigen Steinmetze zu einer Gemeinschaft zusammen, Bauhütte genannt. Die einzelnen Bauhütten. waren Haupthütten untergeordnet, die ihrerseits der Hütte von Straßburg unterstanden. Die Mitglieder der Bauhütte mussten sich der bestehenden Hüttenordnung unterwerfen, deren Befolgung ein Hüttenmeister überwachte. Stellvertreter des Hüttenmeisters und Sprecher der Steinmetze war der * Parlier. Es wurden Erfahrungen ausgetauscht (Proportionsrichtlinien u. ä.), der Nachwuchs ausgebildet und das für den jeweiligen Bau wichtige Zusammenwirken der einzelnen Bauhandwerker abgestimmt. Fremden gegenüber durften keine Angaben über die Arbeitsweisen gemacht werden. Zu diesem Zweck  bediente man sich spezieller Ausdrücke, die Außenstehenden unverständlich waren (Standessprache - vgl. die bis heute noch übliche Jägersprache.)

Im 16. Jh. verschmolzen die Bauhütten in vielen Regionen mit der straff organisierten * Zunft der Steinmetze (Steinmetzzeche). Ausschlaggebend für den schwindenden Einfluss der Bauhütten war auch der im 16. Jh. durch die Reformation bedingte Auftragsrückgang bei Kirchenbauten. Die letzten Bauhütten verschwanden im 19. Jh., ihre Zeremonien aber leben zum Teil noch heute im Brauchtum der aus den Bauhütten hervorgegangenen Freimaurerlogen fort. Das mancherorts zu findende so genannte Dombauamt verfügt oft über eine Sammlung von Unterlagen die Bauhütten betreffend. 

W. JÜTTNER, Ein Beitrag zur Geschichte der B. und des Bauwesens im MA, Diss. Köln 1935; J. RIED, Die Organisation einer B., Diss. München 1959; A. GROTE, Das Dombauamt in Florenz 1285-1370, München 1962; G. BINDING, H. NUSSBAUM, Der mittelalterl. Baubetrieb nördl. der Alpen in zeitgenöss. Darstellungen, Danzig 1978; J. SVANBERG, Master Masons, London 1983.


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