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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Wilde Jagd . In der germanischen Mythologie wird die Wilde Jagd * Odins/Wotans "Asgardreia" genannt.

Das Sagengut lebte im alten deutschen Volksglauben fort, der in der Wilden Jagd ein Toten- oder Geisterheer sah, das, angeführt vom Wilden Jäger mit zuerst mythologische Namen (Odin), später auch in Verbindung mit historisch bezeugten Namen (Dietrich v. Bern, Hans v. Rodenstein) auf schwarzen Rossen oder Ziegenböcken vor allem in den Zwölfnächten (zwischen 25. Dezember und 6. Jänner) lärmend durch die Lüfte braust. Begleitet wird der Wilde Jäger von Eichhörnchen mit rotem Fell, schwarzen Hunden mit tellergroßen Augen, Schweinen und Hasen. (Die beiden letztgenannten Tiere galten als Sinnbilder für zügellose Wollust.)

Der Wilde Jäger wurde als Frevler angesehen, der den Sonntag entweihte, weil er während der heiligen Messe auf die Jagd ging. Der im deutschen Odenwald (abgeleitet von Odin) als Wilder Jäger bezeichnete Rodensteiner war so populär, dass er auf einer als * Notgeld dienenden Banknote im Wert von einer Mark abgebildet wurde.

H. BERNDT, Die "wilde Jagd" im Odenwald. Der Rodensteiner, in: Unterwegs zu dt. Sagen, Düsseldorf, Wien 1985.


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